Vorerst kein WLAN auf der Wiesn

Stadtrat weist CSU-Antrag ab – Investition in WiFi-Netz für das Oktoberfest wäre sehr teuer. Nach der besten U-Bahn-Verbindung suchen oder die Telefonnummer vom Hotel googeln – mobiles Internet kann auf der Wiesn sehr hilfreich sein.

Insbesondere für Touristen, die sich nicht so gut auskennen. Bei immer mehr Smartphone-Nutzern droht aber bald die Überlastung des Mobilfunks. Deshalb fordert die CSU in einem Antrag ein öffentliches Wiesn-WLAN.

Dazu wird es aber vorerst nicht kommen. Der Umweltausschuss des Stadtrats hat den Ausbau vorerst abgelehnt – weil Kosten und Aufwand zu hoch für 16 Tage Wiesn seien.

Zuvor hatten Gesundheitsreferat, Stadtwerke, Telekom und Kabel Deutschland Stellung zu dem Vorschlag genommen. Demnach hätte ein WLAN-Netz auf der Wiesn gegenüber einem Mobilfunknetz vor allem für die Anwohner der Wiesn Vorteile – denn die Strahlenbelastung wäre deutlich geringer. Ein WLAN-System würde nur ein Hundertstel der Sendeleistung einer Mobilfunkanlage abgeben.

Als „sehr komplex und teuer“ beschreiben die Stadtwerke München die WLAN-Option für die Wiesn. Es sei aber trotzdem sinnvoll, WLAN als Alternative zu den zum Teil überlasteten Versorgungsmöglichkeiten zu prüfen.

Die Telekom führt aus, dass bei etwa 200 000 gleichzeitigen Besuchern auf der Wiesn mehrere hundert WLAN-Access-Points nötig wären. Die Kosten dafür lägen im siebenstelligen Bereich. Verglichen mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes sei der Installationsaufwand für ein Wiesn-WLAN viel anspruchsvoller.

So ganz will sich mit Antragssteller Georg Kronawitter mit diesen Antworten nicht zufrieden geben. „Aus Umweltsicht ist es doch bemerkenswert, wenn beim WLAN die Strahlenbelastung für Anwohner auf ein Hundertstel reduziert würde“, sagt der CSU-Stadtrat. Man solle auch bedenken, dass auf der Theresienwiese nicht nur 16 Tage im Jahr Betrieb herrscht– der Aufbau für die Wiesn dauere lang, auch für die dort stattfindenden Familienfeste sei das WLAN-Netz praktisch.

Deshalb glaubt Kronawitter, dass die Stadtwerke bald sowieso ihren ersten WLAN-Punkt auf der Theresienwiese vorstellen. „Und wer die Idee hatte, wird dann wieder vergessen“, klagt er.  mon

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