Vorbilder für alle

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64 Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, Wirtschaft und Brauchtum tragen jetzt den Bayerischen Verdienstorden, eine selten verliehene Auszeichnung.

BAYERISCHER VERDIENSTORDEN

München – Gemessenen Schrittes geht Max Bertl in Richtung Markus Söder. Zwei Damen legen dem Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbands aus Wildstein (bei Schongau) den Bayerischen Verdienstorden um. Ein kurzer Händedruck, ein paar Worte, ein Lächeln für die Fotografen – viel Zeit bleibt dem Ministerpräsidenten nicht, um die Geehrten persönlich zu würdigen. 64 Personen sind es diesmal, die den Orden erhalten. Einige sind verhindert, knapp 60 kommen. Für sie alle die umfangreichen schriftlichen Laudationes zu verlesen, würde wohl zu lange dauern.

Dabei sind die Leistungen höchst eindrucksvoll. Theresia Geishauser zum Beispiel kennt in der Öffentlichkeit wohl niemand. Die betagte Dame aus Niederbayern aber pflegt seit über 30 Jahren ihre schwerstbehinderte Tochter – Tag und Nacht. Johanna Hofmeier ist sicher einigen Münchnern ein Begriff – sie führt den Verein Lichtblick im Hasenbergl, eine Anlaufstelle für Bürger in Not. Drittes Beispiel: Dr. Rosemarie Klingele aus Unterfranken behandelt zwei Mal in der Woche unentgeltlich Asylbewerber in einer Gemeinschaftsunterkunft. Es sind auch solche Leute, die Söder meint, als er den Orden als „Anerkennung für herausragende Dienste“ preist und sagt, dass die Preisträger für alle Vorbild seien. BR-Intendant Ulrich Wilhelm führt das in seiner Festrede aus, er philosophiert über den „Mythos Bayern“, der durch seine Menschen seine Kraft entfalte und keine „Mogelpackung“ sei. Anspielungen auf die heikle politische Lage verkneift sich Wilhelm, wenn man von seinem Hinweis absieht, dass Bayern geschichtlich gesehen schon immer ein „Schmelztiegel“ der Kulturen gewesen sei.

Unter den Geehrten sind Künstler wie Werner Schmidbauer und Söders Lieblings-Kabarettist Django Asül, Wirtschaftsexperten wie der Landesbank-Sanierer Gerd Häusler und Wissenschaftler wie etwa die Pflanzenzüchterin Prof. Chris-Carolin Schön von der TU München. Auch der ehemalige bayerische Spitzenbeamte Wolfgang Lazik erhält den Orden, er war Söders Amtschef im Umwelt- und Finanzministerium. Aber so eine Nahbeziehung zum Auszeichnenden war gestern die Ausnahme.

Der Verdienst von Max Bertl war unter anderem der Aufbau des Trachtenmuseums mit Seminarräumen für die Jugend. Natürlich kommt er in der Vereinstracht seines heimischen Vereins „Alpengruß“. Die Auszeichnung „freut mich schon riesig, das ist etwas Besonderes“, sagt er im Antiquarium der Residenz. Und eh klar, dass er die Bayernhymne zum Ausklang mit besonderer Inbrunst intoniert.  dw

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