Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Volksverhetzende Pamphlete in Schongauer Altstadt verbreitet

Von Jochen Schröder. Schongau – Unschöne Überraschun: An vielen Gebäuden sowie geparkten Fahrzeugen in der Schongauer Altstadt klebten am frühen Mittwochmorgen beleidigende bzw.

volksverhetzende Pamphlete. Es sind weiße Zettel, mit Computer ausgedruckt.

Eines zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel, der dickere Augenbrauen und ein kleiner Oberlippenbart aufgemalt worden sind – in Anlehnung an Adolf Hitler. Darüber steht geschrieben: „Schwarze und andere Verbrecher sind hier nicht willkommen.“ Dahinter drei Ausrufezeichen. Ein zweiter Zettel zeigt Vizekanzler Sigmar Gabriel mit den begleitenden Worten „Sozi-Doof – zurück in die Sonderschule!!!“

„Da hat sich einer richtig Mühe gemacht, wir gehen von mindestens 100 Fällen aus“, sagte dazu ein Sprecher der Polizei Schongau. Nach Angabe der Beamten sind zahlreiche Gebäude entlang der Münz-, Christoph- und Dominikus-Zimmermann-Straße in der Schongauer Altstadt mit diesen Zetteln beklebt worden. Betroffen waren auch das Schongauer Rathaus sowie das Landratsamts-Gebäude am Schongauer Schloßplatz. „Einige der Flugblätter wurden sichergestellt und werden spurentechnisch untersucht“, sagt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Zudem bittet die Polizei um Zeugen-Hinweise (Tel.Nr. 88 61/2 34 60=. „Der Hausmeister hat es morgens gegen 6 Uhr beim Aufschließen bemerkt“, sagt Hans-Günter Schenke, der stellvertretende Dienststellen-Leiter des Landratsamtes in Schongau. Nach seinen Worten waren es etwa 20 Zettel, die an der Hauswand, an und im Briefkasten sowie an der nebenstehenden Strauß-Büste am Landratsamt klebten. „Sie zeigten ebenfalls die Bilder von Merkel und Gabriel sowie zusätzlich ein kirchenkritisches Schreiben“, berichtet Schenke weiter. Er hat sich daraufhin bei der Polizei Schongau über das Ausmaß dieser unschönen Klebeaktion informiert.

Stimmt. Denn nach der ersten Beweisaufnahme durch Beamte der Polizeiinspektion Schongau hat die Kriminalpolizei Weilheim, Abteilung Staatsschutz, die weiteren Ermittlungen übernommen. „Bislang haben wir noch keinen konkreten Verdacht“, sagt dazu Johann Mascher von der Kripo Weilheim. „Deswegen hoffen wir auf Zeugenhinweise, denn der oder die Täter müssen schon eine ganze Weile in der Stadt unterwegs gewesen sein, außerdem müssen sie ja eine Tasche und/oder einen Eimer für die vielen Zettel und den Kleber dabeigehabt haben.“

Betroffen von der Klebeaktion war im übrigen auch die Geschäftsstelle der Schongauer Nachrichten in der Münzstraße. Auch dort klebten am Morgen die besagten Merkel- und Gabriel-Zettel im Schaufenster – sowie ein Extra-Blatt: „Zeitungsverlag: Völkischer Beobachter, das Blatt für Volksverhetzung und Gehirnwäsche“ stand darauf geschrieben. Diese sowie fast alle anderen angeklebten Zettel sind im Verlauf des Mittwochs an den betroffenen Gebäuden entfernt worden. „Wobei es ein ekelhafter Klebstoff war“, wie Hans-Günter Schenke vom Landratsamt berichtet. Aber Hausmeister und Bauhof-Mitarbeiter haben alle diese Schmähzettel erfolgreich entfernt – ohne nennenswerten Schaden. „Geblieben sind nur der Ärger und die Arbeit“, sagt Schenke.

Kommentare