Regionale Geldhäuser fusionieren

VR meine Raiffeisenbank eG und Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG verschmelzen

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Handschlag auf die Verschmelzung ihrer Banken (von links): Professor Dr. Josef Stadler, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG, Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank eG, Hubert Kamml, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG, und Peter Schacherbauer, Aufsichtsratsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank eG.
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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Die "Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG" und die "VR meine Raiffeisenbank eG" mit Sitz in Altötting fusionieren. Sie bündeln damit ihre Kräfte und werden somit drittgrößte Volksbank Raiffeisenbank in Deutschland. Die Banken-Chefs beteuern, es gehe ihnen auch um die Arbeitsplätze.

Rosenheim/Altötting/Mühdorf – Die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG und die VR meine Raiffeisenbank eG mit Sitz in Altötting verschmelzen zu einer großen Bank. Sie bündeln damit ihre Kräfte und werden somit drittgrößte Volksbank Raiffeisenbank in Deutschland – hinter der Berliner Volksbank eG mit einer Bilanzsumme von rund 14,1 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2018) und der Frankfurter eG mit rund 12,4 Milliarden Euro.

Die beiden stärksten Volksbanken Raiffeisenbanken in Bayern

Die fusionierten Banken werden zusammen eine Bilanzsumme von rund 8,7 Milliarden Euro (5,1 VR Rosenheim-Chiemsee, 3,6 VR meine Raiffeisenbank) haben. „Die beiden stärksten Volksbanken Raiffeisenbanken in Bayern“ beschreiten damit nach Hubert Kamml, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee, einen Weg von historischer Dimension.

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Das neue Geschäftsgebiet bildet mit den Landkreisen Rosenheim, Altötting, Traunstein, Miesbach, Mühldorf und München für die Banken einen „äußerst attraktiven Markt“. Neben den Geschäftsstellen bestehen die zentralen Standorte für die Marktfolge in Altötting, Bad Aibling und Rosenheim weiter.

Ein Name für die neue VR-Bank wird noch gesucht

Doch wie heißt die neue Bank? Dies steht nach Angaben der Vorstände noch nicht fest und wird gerade rechtlich geprüft. Wichtig ist beiden Banken, dass sich die Identität der Häuser im neuen Namen wiederfindet. Das Leitbild der Verschmelzung lautet „Meine Heimat – meine Bank“.

Das neue Geschäftsgebiet der beiden VR-Banken mit ihren Filialen.

Ziel ist es, für die über 123.000 Mitglieder und 320.000 Kunden auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Niedrigzinspolitik, Digitalisierung und das dadurch veränderte Kundenverhalten stellen die Unternehmen vor gewaltigen Herausforderungen. „Gemeinsam können neue Potenziale erschlossen und Synergien gehoben werden. Investitionen in neue digitale Systeme, in die Qualitätssteigerung von Spezialisten und Dienstleistungen erhöhen das Leistungsspektrum der Volksbank Raiffeisenbank zum Nutzen ihrer Mitglieder und Kunden“, sind sich die beiden Vorstandsvorsitzenden Hubert Kamml (Rosenheim) und Wolfgang Altmüller (Altötting) sicher.

Arbeitsplätze bei beiden Banken "nachhaltig sichern"

Mit dem Zusammenschluss erhofft man sich, die Arbeitsplätze der 1359 Mitarbeiter (875 VR Rosenheim-Chiemsee, 484 VR meine Raiffeisenbank) nachhaltig zu sichern. Die Bank will überdies weiterhin ein verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder in der Region sein. Ein dichtes Filialnetz ist den Verantwortlichen für die Nähe zum Kunden wichtig. Und da beide Banken keine Doppelpräsenzen an einem Ort haben, wird durch die Fusion keine der 101 Filialen geschlossen.

Mit einer Bilanzsumme von rund 8,7 Milliarden Euro und einem betreuten Kundenvolumen in Höhe von über 17,2 Milliarden Euro wird die neue Bank eine der stärksten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Die Eigenkapitalausstattung in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Genossenschaftsbanken.

Verträge der VR-Banken mit ihren Kunden behalten Gültigkeit

Die Vertreterversammlungen sollen Mitte 2020 die gemeinsame Zukunft – rückwirkend zum 1. Januar 2020 – beschließen. Vorab finden im Herbst diesen Jahres Vertreterinformationsveranstaltungen statt. Die technische und rechtliche Verschmelzung wird – vorbehaltlich der Zustimmung – im September 2020 umgesetzt. Auf die Kunden kommen kurzfristig keine Veränderungen zu.

Auswirkungen für die Kunden: Alle geschlossenen Verträge behalten im Zuge der Verschmelzung ihre Gültigkeit. Für Konto, VR-Bank-Card oder Kreditkarte gibt es zunächst keine Änderungen. Kunden, die aus technischen Gründen eine neue Kontonummer erhalten, werden rechtzeitig vorab informiert. Für die Umstellung von IBAN/BIC und Bankleitzahl wird es nach Angaben der Banken ausreichende Übergangsfristen geben. Die Umstellung von Daueraufträgen und wesentlichen Zahlungsvorgängen erfolgt automatisch.

Führungsgremien der beiden VR-Banken einstimmig für Fusion

Auch der Vorstand wird sich in der fusionierten Bank neu zusammensetzen: In der „Startaufstellung“ sind sechs Mitglieder unter dem gemeinsamen Vorsitz von Kamml und Altmüller im Vorstand. Der Aufsichtsrat wird aus 16 Anteilseignervertretern und acht Mitarbeitervertretern bestehen. Jeweils einstimmig haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der beiden Häuser ganz aktuell für den Zusammenschluss ausgesprochen.

„Mit Blick auf Mitglieder-Orientierung, Kundennähe, hohes regionales Engagement und gutes Betriebsklima besitzen beide Partner bereits heute eine übereinstimmende Geschäftsphilosophie“, betont Professor Dr. Josef Stadler, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Peter Schacherbauer, Aufsichtsratsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank eG, ergänzt: „Die Erfahrungen aus der bisherigen Zusammenarbeit der beiden Häuser waren immer überaus wertschätzend und auf Augenhöhe.“

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