DER FALL GRZEGORZ STANISLAW WOLSZTAJN AM MITTWOCHABEND BEI „AKTENZEICHEN XY“

Verdacht auf zweiten Mord durch Pfleger

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Grzegorz Wolsztajnsitzt seit Februar in U-Haft. fkn

München – Der mutmaßliche Todespfleger Grzegorz Stanislaw Wolsztajn hat offenbar einen weiteren Menschen auf dem Gewissen: Ein 84-Jähriger aus dem Kreis Kitzingen starb im Januar genau in der Zeit, als der 36-Jährige den Senior betreute.

Damals hat niemand die Polizei verständigt, ein natürlicher Tod wurde bescheinigt. Als aber nun bekannt wurde, dass der Unterfranke zu Wolsztajns Patienten gehörte, wurde die Leiche exhumiert und obduziert. „Es wurden Auffälligkeiten festgestellt, die einen Mordverdacht begründen“, sagte gestern Josef Wimmer, Chef der zuständigen Münchner Mordkommission. Details wollte er mit Verweis auf weitere rechtsmedizinische Untersuchungen nicht sagen.

Damit wird nun in zwei Fällen wegen des Verdachts des Mordes gegen den Pfleger ermittelt. Wie berichtet, soll der 36-Jährige den 87-jährigen Rentner Franz W. aus Ottobrunn (Kreis München) im Februar mit einer Insulinspritze aus Habgier getötet haben.

Laut Wimmer haben die Ermittlungen der Soko „Pen“ darüber hinaus ergeben, dass weitere vier Patienten „im engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Betreuung durch den Tatverdächtigen“ gestorben sind. Einer dieser Patienten wurde bereits exhumiert. Das Ergebnis steht aber noch aus, da die Leiche stark verwest ist. Neben den vier noch unklaren Todesfällen prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft fünf Verdachtsfälle wegen versuchten Mordes. Darunter ein 91-Jähriger aus Esslingen: Als Wolsztajn ihn im Juli 2017 zwei Tage lang pflegte, musste er per Notarzt in eine Klinik eingeliefert werden. Der 91-Jährige überlebte aber.

Bei 15 Patienten soll der Hilfspfleger zudem Geld, Schmuck, Eheringe und Essen gestohlen haben. 57 Beschäftigungsorte des Pflegers wurden mittlerweile bekannt, 23 davon erst durch die Öffentlichkeitsfahndung. Weitere Hinweise erhoffen sich die Ermittler davon, dass der Fall heute bei „Aktenzeichen XY“ (ZDF, 20.15 Uhr) aufgegriffen wird. Wimmer sagt: „Er ist ja relativ markant in seinem Erscheinungsbild.“ stefanie Wegele

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