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Der Vater des bayerischen Denkmalschutzgesetzes ist tot

München – Es ist gerade zwei Monate her, da stand Erich Schosser, drahtig und mit festem Blick, in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche, um über den vielleicht größten Kampf seines Lebens zu sprechen – den für ein Denkmalschutzgesetz. Es ging ihm nicht um Selbstlob.

Sondern darum, der Polit-Prominenz klar zu machen, wie wichtig dieses Gesetz für Bayern ist. Er blieb ein Streiter bis zuletzt. Am Freitag ist der Vater des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes im Alter von 89 Jahren gestorben.

Mit seiner Rede in der Allerheiligen-Hofkirche hat sich ein Kreis geschlossen. Schließlich rettete Schosser die Ruine als junger Landtagsabgeordneter vor dem sicheren Abriss. „Es war meine erste Tat“, sagte er einmal. Der Auftakt zu einem engagierten Berufsleben.

Schosser begann als freier Journalist, wurde Redakteur beim BR und zog 1966 für die CSU in den Landtag ein. Den Denkmalschutz entdeckte er schnell für sich. Er ließ ihn nicht mehr los. 30 Jahre lang saß er, der überzeugte Humanist, im Denkmalschutzrat des Freistaats; focht dafür, dass die Maximiliansstraße zu Deutschlands erstem geschützten Ensemble wurde. Und stellte sich quer, als das Maximilianeum eine gläserne Kuppel bekommen sollte.

Wer ihn kannte, erlebte einen charismatischen Rhetoriker, einen scharfen Analytiker, der das klare Wort liebte. Dass der Landtag 1994, in seinem letzten Parlamentsjahr, das Denkmalschutzgesetz schwächte, setzte ihm zu. In einem Interview sagte er: „Da bin ich untergegangen.“

Schosser, dessen Frau Elisabeth seit Kurzem zum zweiten Mal im Münchner Stadtrat sitzt, hinterlässt vor allem eins: Bewunderer. Egon Johannes Greipl, Generalkonservator des Landesamts für Denkmalpflege: „Das Landesamt und ich persönlich haben einen kämpferischen Freund verloren.“  mmä

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