Urteil: Kokain-Dealer muss rund drei Jahre in Haft

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Elvis B. und sein Gehilfe wurden am Montag verurteilt – Ein Gastronomen-Brüderpaar ist ebenfalls in den Fall verwickelt und angeklagt

Die 1,57 Gramm Kokain, die Elvis B. an einem späten Mainachmittag im vergangenen Jahr im Café Glockenspiel verkaufte, waren Gegenstand einer seiner vorerst letzten Deals. Am Montag hat das Landgericht den gebürtigen Albaner zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Sein Gehilfe und Handlanger Dritan G. bekam ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung.

Elvis B. hat mehrere Jahre lang in großem Stil mit Kokain gehandelt, einige Lieferungen überbrachte er selbst, andere übernahm Dritan G. für ihn, manchmal waren sie mehrmals täglich unterwegs. Pro Gramm verlangten die beiden zwischen 70 und 90 Euro. Zwei ihrer besten Kunden waren der Anklage zufolge die Brüder Martin und Luis X., die ein Lokal in der Maxvorstadt betreiben. Auch sie sind wegen gewerbsmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln angeklagt, haben aber noch kein Geständnis abgelegt.

Die Polizei wurde im Rahmen einer Überwachungsaktion auf das Brüderpaar aufmerksam. Sie beobachtete über Videokamera das Büro eines Mannes, der in Drogengeschäfte verwickelt war, außerdem hörten die Beamten sein Telefon ab und kontrollierten die Handyverbindungen. Martin und Luis X., die den Mann mit Kokain beliefert haben sollen, tauchten irgendwann auf den Videobildern auf, gleichzeitig gingen auf dem Bürohandy immer wieder SMS-Nachrichten ein, in denen Treffen vereinbart wurden. Die Polizei brachte diese Nachrichten mit den Brüdern in Verbindung und überwachte später auch deren Telefone.

Nachdem Martin und Luis X. das Lokal in der Maxvorstadt übernommen hatten, sollen sie bevorzugt bei Elvis B. Drogen bestellt haben. Laut Anklage verkauften die Brüder den Stoff direkt in ihrem Restaurant oder in der Nähe, bei anderen Gelegenheiten bestellten ihre Abnehmer das Kokain selbst bei Elvis B. und konsumierten es abends im Lokal. Elvis B. und Dritan G. kamen ebenfalls häufig dorthin, um ihre Geschäfte mit den Brüdern zu machen.

Die Polizei stellte schließlich die Videobilder von Martin und Luis X. ins interne Netzwerk, daraufhin konnten die Männer identifiziert und am 22. Mai in ihrem Lokal festgenommen werden. Dabei stellten die Beamten auch vier Handys sicher. Elvis B. und Dritan G. wurden ebenfalls am 22. Mai festgenommen.

Die Strafkammer wertet nun im Prozess den SMS-Verkehr und einige der abgehörten Telefonate aus. In einem der Gespräche, die gestern überprüft wurden, unterhielten sich die Brüder offenbar über größere Geldsummen und ein bevorstehendes Treffen mit dem Empfänger. Sie gaben an, das Geld gehöre zur Ablösesumme, die sie dem Vorbesitzer für die Übernahme des Lokals zahlen mussten. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage im August angesetzt. Michaela Kakuk

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