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Unwetter zieht über Landkreis Altötting und Ostbayern

„Straßen, Bäche und Hänge wurden zu reißenden Flüssen“ - so heftig wütete das Unwetter in Reischach

Bilder aus Reischach
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Auch in Reischach hinterließ das Unwetter seine Spuren, wie diese Bilder von Leser Wolfgang beweisen.
  • Daniel Pichler
    vonDaniel Pichler
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  • Martin Weidner
    Martin Weidner
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Oberbayern/Landkreis - Am Samstagnachmittag und -abend (5. Juni) sind zum Teil schwere Unwetter durch Bayern und Teile der Region gezogen. Besonders stark getroffen wurden der nördliche Teil des Landkreises Altötting und Gebiete in Ostbayern.

Service:

Update, 21.39 Uhr - So heftig wütete das Unwetter in Reischach

Mehrere Gemeinden im Landkreis Altötting wurden von dem Unwetter schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zu den besonders betroffenen Kommunen gehört auch Reischach. „Auf kurze Zeit kamen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter runter und ließen Bäche, Straßen und hänge zu reißenden „Flüssen“ werden“, beschreibt die Freiwillige Feuerwehr Reischach die Situation. „So traf es bei uns das Dorf sehr stark im Bereich der Erlbacher Straße, wo in kurzer Zeit mehrere Häuser mit Wasser und Schlamm voll liefen und Straßen nicht mehr befahrbar waren“, führen die Floriansjünger auf ihrem Facebook-Account aus.

Da auch andere Gemeinden stark betroffen waren, seien auch weiter weg gelegene Feuerwehren aus dem Leitstellen-Bereich Passau zur Hilfe geeilt. „Hier muss man die hervorragende Zusammenarbeit loben, die hier geleistet wurde, es war ein komplettes Hand in Hand der eingesetzten Kräfte“, lautet das Fazit der Feuerwehr Reischach.

Update, 17.29 Uhr - So lautet die Bilanz der Feuerwehr Altötting

Zu insgesamt 12 Einsätzen wurde die Freiwillige Feuerwehr Altötting im Zeitraum von Samstag bis Sonntagmittag gerufen. Die meisten Einsätze standen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Unwetters im Landkreis. Wassereintritte, Ölschlieren auf einem Gewässer und die Besetzung der Kreiseinsatzzentrale forderten die Floriansjünger umfassend.

Update, 17.25 Uhr - Gewitter sorgt für Erdrutsch in Oberfranken

Am Samstagnachmittag war das Unwetter zunächst über Oberfranken hinweggefegt. Besonders Stadt und Landkreis Bayreuth waren hierbei stark betroffen. Ein Sprecher der zuständigen Leitstelle sprach gegenüber dem Bayerischen Rundfunk von 150 Einsätzen binnen kurzer Zeit - vor allem wegen überfluteter Keller.

Vor allem im Industriegebiet Bindlach im Lankreis Bayreuth standen Straßen und Parkplätze unter Wasser. Die Feuerwehr und andere Rettungskräfte errichteten Barrieren und pumpten einen Keller nach dem anderen aus. Aus der Fränkischen Schweiz wurde ein Erdrutsch gemeldet: Gegen 15 Uhr war dieser auf der Staatsstraße zwischen dem Wallfahrtsort Gößweinstein und Rabenstein niedergegangen. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Die Feuerwehr war bis zum Sonntagmorgen mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Darüber hinaus wurden mehrere Unfälle von den Autobahnen A9 (Nürnberg - Berlin), A72 (Hof - Plauen) und A93 (Regensburg - Hof) gemeldet. Insgesamt wurden dabei vier Menschen verletzt, darunter auch drei Kinder.

Update, 13.40 Uhr - Perach und Mehring am schlimmsten getroffen

Am schlimmsten hat es beim Unwetter wohl die Gemeinden Perach und Mehring erwischt. Laut Medienberichten waren in Perach vor allem die Bahnhof- und Ringstraße betroffen. Außerdem auch der Weiler Hundmühl - dort haben die Wassermassen eine Verbindungsstraße regelrecht weggerissen. Insgesamt 150 Feuerwehrler waren in Perach am Abend und in der Nacht im Einsatz.

Während des Unwetters liefen vor allem in Ostbayern und im Landkreis Altötting zahlreiche Keller voll.

Aus Hintermehring, einem Ortsteil der Gemeinde Mehring, wurde ein kleiner Erdrutsch gemeldet. Dort fielen binnen kurzer Zeit bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter und setzten unter anderem die Tennisanlage fast einen Meter tief unter Wasser. Über die genaue Höhe der Sachschäden gibt es derzeit noch keine Angaben.

Unwetter zieht über Landkreis Altötting

Fotos: Unwetter im Landkreis Altötting
Fotos: Unwetter im Landkreis Altötting
Fotos: Unwetter im Landkreis Altötting
Fotos: Unwetter im Landkreis Altötting
Unwetter zieht über Landkreis Altötting

Update, 13.20 Uhr - Unfälle, Blitzeinschlag und evakuierter Zug

Vollgelaufene Keller und ein Blitzeinschlag: Gewitter und Schauer haben am Samstagnachmittag und -abend im Regierungsbezirk Oberpfalz zu etwa 20 Einsätzen der Polizei und anderer Einsatzkräfte geführt. Neben den vollgelaufenen Kellern standen auch Straßenzüge unter Wasser, wie die Beamten in einer ersten Bilanz mitteilten. Vor allem im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz richtete das Unwetter Schaden an. Wegen Geröll und einem Baum auf den Gleisen musste die Bahnstrecke zwischen Weiden und Hof (Oberfranken) zeitweise gesperrt werden. Ein Zug wurde durch das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr evakuiert.

Betroffen war aber der ganze Regierungsbezirk. In einer Asylunterkunft in Vilseck (Landkreis Amberg-Sulzberg) schlug nach Polizeieingaben ein Blitz in die Telefonleitung ein. Es brannte jedoch nicht, niemand wurde verletzt. Der Starkregen verursachte auf der A93 (Dreieck Holledau - Hof) drei Unfälle. Aufgrund Aquaplanings waren die Wagen ins Schleudern geraten und krachten in die Leitplanke. Ein Mensch wurde dabei verletzt.

Update, 12.25 Uhr - Notrufe in Burghausen - sonst „Ruhe“ in Oberbayern

Bis auf die zahlreichen Einsätze im nördlichen Teil des Landkreises Altötting blieb es in Oberbayern und der Region in Sachen Gewitter übrigens weitgehend ruhig. Am heftigsten war es - wie bereits geschildert - in der Gemeinde Perach. Dort war unter anderem auch der Weitbach über die Ufer getreten. Betroffen von Überschwemmungen waren auch die Gemeinden Mehring und Kastl. Aus dem Landkreis Traunstein wurden vereinzelt überflutete Wiesen gemeldet. Zudem fielen im südlichen Oberbayern vereinzelt Bäume um. Einsatzmäßig sei die Nacht für die Polizei allerdings insgesamt ruhig verlaufen, hieß es.

Zudem gab es gegen 20 Uhr auch mehrere Notrufe im Stadtgebiet von Burghausen, wie die örtliche Feuerwehr auf ihrer Homepage meldete. An insgesamt vier Einsatzstellen in Burghausen musste die Feuerwehr Hilfe leisten, wobei es sich meist um überspülte Fahrbahnen und geringfügige Wassereintritte in Gebäude handelte. Zudem unterstützten die Floriansjünger aus Burghausen auch mit mehreren Fahrzeugen die Kollegen in der Gemeinde Perach.

Update, 11.10 Uhr - Auch Westen und Mitte Deutschlands betroffen

Gut zu tun hatten die Einsatzkräfte vor allem auch im Westen und der Mitte von Deutschland. Starkregen setzte Keller und Straßenzüge unter Wasser, mancherorts sorgten Blitze für Schäden. Zudem kam es zu vielen Unfällen auf regennasser Fahrbahn. Am Hauptbahnhof in Stuttgart stand das Wasser zeitweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie ein Sprecher der Polizei am frühen Sonntagmorgen mitteilte. Das Wasser konnte demnach unter anderem aufgrund verstopfter Gullys nicht schnell genug ablaufen.

In Thüringen war die Gemeinde Wutha-Farnroda (Wartburgkreis) mit ihrem Ortsteil Mosbach besonders betroffen, wo bereits am Freitagabend eine Flutwelle kniehoch durch den Ort geströmt war und Häuser, Gärten und Garagen geflutet hatte, wie der Landkreis mitteilte. Mehrere Autos wurden demnach weggeschwemmt, aus drei davon mussten Menschen befreit werden. Der Bürgermeister rechnete mit Schäden in Millionenhöhe, bei einem Gebäude wurde ein Teilabsturz durch einen Hangrutsch befürchtet.

Update, 10.30 Uhr - Zwei Unfälle wegen Starkregens auf A94

Wegen des Starkregens kam es durch Aquaplaning am Samstagabend auch zu zwei Unfällen auf der A94 (München - Passau). Wie die Verkehrspolizei Mühldorf mitteilte, verlor zunächst ein 23-jähriger Neuöttinger gegen 18.30 Uhr in Fahrtrichtung Passau auf Höhe Töging die Kontrolle über seinen Renault und knallte in die Mittelleitplanke. Beim Aufprall wurde die 18-jährige Beifahrerin verletzt und wurde in eine Klinik eingeliefert. Die Autobahn musste kurzzeitig voll gesperrt werden. Den Fahrer erwartet nun ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Gegen 19.40 Uhr war dann ein Burghauser auf der A94 ebenfalls Richtung Passau unterwegs. Kurz vor der Anschlussstelle Alzgern/Neuötting-Ost verlor der 50-Jährige auf Grund des Starkregens und nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte über Autobahn. Der BMW schlug dabei nach Polizeiangaben zwei Mal in der Mittelleitplanke ein. Verletzt wurde niemand. Allerdings entstand am BMW wirtschaftlicher Totalschaden. Der Fahrer wurde ebenfalls angezeigt.

Update, 9.20 Uhr - „Reißende Wasserwalzen“ in Perach

Auch die Feuerwehr Erlbach war fast die ganze Nacht über in der eigenen Gemeinde sowie im Nachbarort Perach im Einsatz. Durch das „kurze, aber heftige Unwetter“ seien „kleine Bäche zu reißenden Wasserwalzen“ geworden, schrieben die Kameraden auf Facebook. Dadurch wurden sämtliche Straßen in Perach überflutet. Es seien viele Keller vollgelaufen und viel Hab und Gut zerstört worden, hieß es weiter. In der Gemeinde Perach gab es zum „Höhepunkt“ über 35 Alarmierungen binnen einer Stunde.

Das ganze Ausmaß wird aber erst in der kommenden Woche zu sehen sein. Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft für die schwierige Zeit“, schrieb die Feuerwehr, die von 19.10 Uhr bis 4.45 Uhr am Sonntagmorgen mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz war.

Update, 8.15 Uhr - Warnungen aufgehoben - Straßen überflutet

Auch in Neuötting kam es zu etlichen Feuerwehreinsätzen.

Im Laufe der Nacht hat sich die Situation beruhigt. Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch alle entsprechenden Warnungen vor schweren Gewittern und Starkregen aufgehoben.

Am späten Samstagabend war die Lage hingegen weit weniger erfreulich. „Land unter im Landkreis Altötting. Sämtliche Feuerwehren im nördlichen Landkreis sind im Einsatz. Auch von Altötting aus ist eine Gruppe unterwegs in das besonders betroffene Ortsgebiet von Perach“, postete beispielsweise die Feuerwehr Altötting auf ihrer Facebook-Seite. Auch die Kollegen aus Neuötting waren im Dauereinsatz. Im Stadtgebiet gab es zwei überflutete Straßen - und zwar die Badstraße und die Landshuter Straße. Beide Straßen mussten zwischenzeitlich für den Verkehr gesperrt werden. Zudem wurde ein Fahrzeug (GW-L2) mit Tauchpumpen und Wassersaugern nach Perach geschickt, um die dortigen Kollegen zu unterstützen. Dies teilte die Feuerwehr auf ihrer Homepage mit.

Nördlicher Teil von Landkreis Altötting besonders betroffen

Im Landkreis Altötting waren zahlreiche Feuerwehren und andere Hilfskräfte im Einsatz, um sich um vollgelaufene Keller oder überflutete Straßen zu kümmern. Besonders betroffen war in der Region nach Feuerwehrangaben die Gemeinde Perach. Auch in Reischach ging es rund: Dort war der Reischachbach über die Ufer getreten. „Alles lief in die Dorfmitte“, schilderte eine Leserin gegenüber innsalzach24.de. Die Einsatzzentrale war bis tief in die Nacht im Dauereinsatz, um die ganzen Einsätze zu koordinieren. Eine genaue Bilanz lag am Sonntagmorgen zunächst noch nicht vor (News-Ticker Samstag, 5. Juni).

Leserfotos vom Unwetter in der Region am 5. Juni

Unwetterbild aus Tüßling
Bild aus Traunreut
Bild aus Öd
Reischachbach über Ufer getreten
Leserfotos vom Unwetter in der Region am 5. Juni

Auch in anderen Teilen von Bayern hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Aufgrund von Starkregen und Gewitter ist es auch in weiten Teilen Niederbayerns zu Autounfällen, überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern gekommen. Nach Angaben der Polizei wurde der Großteil der rund 20 Einsätze im Bereich Kelheim und Landshut verzeichnet. Mehrere Fahrzeuge gerieten auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern, einige kamen von der Straße ab oder krachten gegen Leitplanken. Mindestens eine Person wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei am späten Samstagabend mitteilte. Im Landkreis Dingolfing fing ein Strommast Feuer, nachdem dort ein Blitz eingeschlagen war. Verletzt wurde dabei niemand.

mw

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