UNSERE HEIMATKOLUMNE

Unsere Heimatkolumne „Warum hat jeder Frühling ach nur einen Mai?“ Wer kennt den Evergreen aus Franz Lehars „Der Zarewitsch“ nicht?

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Der Frühlingsstrauß von Carolin Reiber – weiße Pfingstrosen, Ranunkeln, drum herum selbst gesammelte Bärlauchblätter.

„Warum hat jeder Frühling ach nur einen Mai?“ Wer kennt den Evergreen aus Franz Lehars „Der Zarewitsch“ nicht?

1927 wurde die Operette in Berlin uraufgeführt. Rudi Schurike, Rudolf Schock, Erika Köth – alle haben das Lied gesungen.

Der Mai – ein kleines Wort, aber ein großes Versprechen. Der Mai macht alles neu, heißt es im Volksmund. Aus Grau wird herrliches Grün, der Alltag ist bunt. „Blumenmonat“ nannten unsere Vorfahren diesen Wonnemonat, der ein Feuerwerk der Farben ist. Jetzt zieht es uns hinaus, auf die Wiesen, in die Wälder, in die Straßencafés. Fahrradtouren, Eisbecher, laue Abendstunden auf dem Balkon. Wunderschön die bunt geschmückten Maibäume, der Tanz in den Mai, der auf die Heiligsprechung der Äbtissin und Missionarin Walburga zurückgeht, die man im Mittelalter am 1. Mai feierte.

In meiner Bauernstube steht ein Strauß weißer Pfingstrosen, Ranunkeln, drum herum selbst gesammelte Bärlauchblätter. Übrigens: Die Tulpe ist die meist gemalte Blume der Kunstgeschichte. Vincent van Gogh malte 1883 die ersten Tulpenfelder und Claude Monet folgte 1886.

„Leben ist nicht genug“, sagte der Schmetterling. „Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben“, so der dänische Dichter Hans Christian Andersen. Und von Dior stammt der Satz: „Nach den Frauen sind Blumen das Schönste, was Gott der Welt geschenkt hat.“

Ich sag’s durch die Blume – die Rose, man schenkt sie natürlich vor allem seiner Liebsten. Noch immer gilt der Mai als idealer Monat, um sich zu trauen. Vor 313 Jahren gab’s bereits die erste Kontaktanzeige. Im englischen Wochenblatt „Sammlung für den Fortschritt in der Landwirtschaft und Handel“ suchte „ein Herr von etwa 30 Jahren mit ansehnlichem Besitz eine junge Dame mit einem Vermögen von 3000 Pfund“. Ob er sie gefunden hat, ist nicht überliefert. Jedenfalls war es der Beginn des Suchens nach einem Partner über moderne Medien.

Von Erfolg gekrönt war eine Anzeige vom 7. März 1920 im Altöttinger Liebfrauenboten: „Niederer Staatsbeamter, ledig, katholisch, 43 Jahre, pensionsberechtigt, wünscht sich mit gut katholischem Mädchen, das kochen und etwas nähen kann, mit Aussteuer und etwas Vermögen, baldigst zu vermählen.“ Die Annonce Joseph Ratzingers beantwortete Köchin Maria Peintner. Die Eltern von Papst Benedikt XVI. hatten zusammengefunden.

Vernunftsehen – sie sind glücklicherweise selten geworden. Aber einfacher ist das Finden der großen Liebe nicht geworden. Kürzlich las ich in einem Buch meiner Mutter Zeilen eines Schriftstellers, der sich mit dem Thema offenbar auskannte: „Die Liebe ist ein süßes Gift, eine erfreuliche Krankheit, eine angenehme Folterkammer, ein begehrenswerter Wahn, honigsüße Bitternis, eine leichte Last und weise Torheit.“

Blasius, der Spaziergänger, hatte offenbar das Geheimnis entschlüsselt, wie man Paaren schon von Weitem ansehen kann, ob sie verliebt sind: „Nur zwei Verliebte können schräg gegeneinander gehen. Rechter Fuß über linken Fuß. Alle anderen Menschen würden hinfallen.“

Am 19. Mai heiratet Prinz Harry seine Meghan. Die George’s Chapel schmücken zu dürfen – für Floristen ist das ein Ritterschlag. Wohl niemand im Königreich, der Dianas jüngstem Sohn sein Liebesglück nicht gönnt. Leider hat uns die Queen nicht nach Schloss Windsor eingeladen. Aber wir können uns dennoch einen royalen Abend bescheren: ganz einfach mit der Königin der Bowle – der Waldmeisterbowle.

In diesem Sinn –

herzlich

Ihre Carolin

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