UNSERE HEIMATKOLUMNE

Unsere Heimatkolumne „Der Purzelbaum ist in weiten Teilen Mitteleuropas vom Aussterben bedroht“, so ein Diplom-Biologe ...

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Unsere Heimatkolumne „Der Purzelbaum ist in weiten Teilen Mitteleuropas vom Aussterben bedroht“, so ein Diplom-Biologe in einer Schweizer Gazette, die mir zufällig in die Hände fiel.

„Der Purzelbaum ist in weiten Teilen Mitteleuropas vom Aussterben bedroht“, so ein Diplom-Biologe in einer Schweizer Gazette, die mir zufällig in die Hände fiel.Als ich das WWF-Logo sah, war mein Interesse geweckt. Schließlich verbinden mich als eine der Botschafterinnen wunderbare Erinnerungen mit dem World Wide Fund of Nature. Unvergessen meine Begegnung auf 3000 Metern Höhe mit Pandas in der chinesischen Auffangstation Wolong oder auch die interessanten Begegnungen in meiner ZDF-Sendung mit den WWF-Präsidenten Prinz Bernhard der Niederlande und Prinzgemahl Philip.

Ein paar Sekunden später stutzte ich beim Lesen aber: „Vor allem in den letzten Jahrzehnten wurde durch den Vormarsch von Videospielen und Fernsehern – sie sind die natürlichen Feinde des Purzelbaums – der Bestand dezimiert.“ Es war nur eine kleine Schmonzette, die auf ein großes Ereignis hinweisen sollte, nämlich den Weltpurzelbaumtag, der gerade erst war.

Traditionell bezeichnet der Purzelbaum, 1571 erstmals erwähnt, eine Rolle vorwärts. Man überschlägt sich aus eigener Kraft, die Drehachse an dem Punkt, an dem sich Boden und rollender Körper berühren. Was für Zweijährige ein Kinderspiel ist, wird für Erwachsene zur Herausforderung. Warum es nicht wieder einmal ausprobieren? Laut Medizinern bringen Purzelbäume den Kreislauf in Schwung und stärken das Gleichgewicht. Obwohl: Ein bisschen Vorsicht ist bei älteren Semestern sicher angeraten.

Außerdem: Man muss ja nicht gleich bei der „Kalabums-WM“, wie die Weltmeisterschaft im Purzelbaumschlagen heißt, mitmachen. Der Weltrekord: 4,93 Sekunden für eine Strecke von 30 Metern in Purzelbäumen.

Sogar Christian Morgenstern widmete dem kleinen Kunststück ein Gedicht: „Ein Purzelbaum trat vor mich hin und sagt: ,Du siehst mich und weißt, was für ein Baum ich bin. Ich schieße nicht, man schießt mich. Und trag ich Frucht? Ich glaube kaum, auch bin ich nicht verwurzelt, ich bin nur ein Purzelbaum, sobald ich hingepurzelt.“‘

Ein WWF-Gutachten hatte dann aber wirklich meine ungeteilte Aufmerksamkeit: Laut Marktanalysen verfeuern wir tropischen Regenwald, um ein paar Würstchen zu grillen. Sicher nicht wissentlich, sondern ahnungslos: In 40 Prozent der getesteten Grillkohle fanden Umweltschützer tropische Hölzer. Sogar in Produkten mit dem Vermerk: „kein Tropenholz“. Aber auch Ulme, Padouk und Bongossi, allesamt Holzarten, die vom Aussterben bedroht sind, wurden in Grillkohle entdeckt. Das ist kein Anlass, Purzelbäume zu schlagen.

Wenn man an den Weltmilchtag am 1. Juni denkt, gefeiert in 30 Ländern, dann ist es ein bisschen ähnlich. Ich trinke gerne und viel Milch. Die weiße Flüssigkeit ist reich an wertvollem Kalzium, Eiweiß und Vitaminen. Damit sind wir aufgewachsen und hatten glückliche Kühe auf sattgrünen Weiden vor Augen.

Bayern, das Milchland. Ferien auf dem Bauernhof sind nach wie vor beliebt und erfragt. Man muss keiner Tierschutzorganisation angehören, um dafür einzutreten, dass wir Respekt vor den Tieren haben, die uns beliefern.

Wie mein Freund Michael Aufhauser vom Gnadenhof Aiderbichl sagt: „Erst wenn wir keinen Tierschutz mehr brauchen, dann sind wir am Ziel.“ Ein Glas Milch und ein frisches Butterbrot mit Honig – eine Delikatesse für mich. Doch auch Bienen haben es nicht leicht: „Es gibt Regionen in Bayern, da müssen Bienen im Sommer richtiggehend Hunger leiden“, weiß man beim Landesverband Bayerischer Imker.

Wer sich selbst und den fleißigen Insekten etwas Gutes tun will: Der Langblättrige Ehrenpreis mit blau-lila Blüten wurde zur Blume des Jahres 2018 gewählt. Ob als Zierstaude oder im Garten: Für Bienen ist sie eine wichtige Nahrungsquelle. Eine Rolle vorwärts oder rückwärts? Egal, man kann den Weltpurzelbaumtag auch symbolisch definieren. Schließlich heißt dieser auf Italienisch „Capriola“. Also einfach öfter mal den Sommertag genießen und ein paar Kapriolen schlagen!

In diesem Sinn –

herzlich

Ihre Carolin

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