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Unglaubliche Szenen im Englischen Garten

Video aus München: „Das ist Irrsinn“ - Chaoten überfallen Polizisten und werfen mit Flaschen

  • Markus Zwigl
    vonMarkus Zwigl
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Über 50 Flaschen sollen geflogen, mindestens 19 Polizisten verletzt worden sein. Ein Aufsehen erregender Einsatz im beschaulichen Englischen Garten von München sorgte am Wochenende für Schlagzeilen und soll nun Konsequenzen haben.

„Wir haben so etwas in dieser Dimension auch noch nicht erlebt“, erklärte Polizeisprecher Damian Kania noch am Sonntag. „Das ist lebensgefährlich. Das ist Irrsinn“, sagt er mit Blick auf die Flaschenwürfe. Einen Tag zuvor kam es im Englischen Garten zu schrecklichen Szenen.

Trotz Corona-Auflagen tummelten sich am Samstag dort tausende Menschen. Als die Polizei am Ort des Geschehens wegen eines Deliktes fern ab der Durchsetzung von Corona-Maßnahmen eintraf, eskalierte plötzlich die Situation. Michael Dibowski, Vizepräsident des Münchner Polizeipräsidiums, erklärte dazu am Montag, dass sie Polizisten wegen einer Schlägerei in den Park gerufen worden waren. Dort habe sich dann herausgestellt, dass der Grund für die Schlägerei ein sexueller Übergriff auf ein 14 Jahre altes Mädchen gewesen sei.

Das „Eventpublikum“ im Park habe die Beamten dann nicht nur an ihrer Arbeit zu hindern versucht, sondern sie auch noch angegriffen. „Es ist kein Spaß mehr, dass man eher einen Sexualtäter schützen will statt zu helfen, dass der erkannt wird“, sagte Dibowski.

19 Polizisten nach Flaschenwürfen verletzt

Möglicherweise gingen einige der Parkbesucher davon aus, es handle sich um einen Einsatz zum Durchsetzen der Corona-Abstandsregeln. „Ich weiß nicht, ob man da von einem Missverständnis reden kann“, sagte Dibowski. Auch wenn es ein Corona-Einsatz gewesen wäre, „rechtfertigt das nicht, Flaschen auf Polizisten zu werfen“.

19 Polizeibeamte wurden nach Angaben des Präsidiums bei dem Einsatz am Samstag leicht verletzt, rund 50 Flaschen sollen geflogen sein. „Meine Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Situation helfen wollten und eine Straftat verfolgen mussten, wurden mit zahlreichen Flaschenwürfen von vielen umstehenden Personen angegriffen“, kritisierte der Polizei-Vizepräsident. „Die Dynamik, die sich im Englischen Garten entwickelt hat, macht mich tief betroffen.“

Sechs Jugendliche und junge Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren wurden wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte sowie Landfriedensbruchs angezeigt.

Mehr Polizei im Englischen Garten

Die Polizei setzte bei dem Einsatz Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Kenntnisse von Verletzten hat das Präsidium nach Angaben eines Sprechers allerdings nicht. Nach Flaschenwürfen auf Polizisten im Englischen Garten will die Polizei die Präsenz in dem großen Münchner Park verstärken. „Es ist eine Frage der Sozialkontrolle“, sagte der Vizepräsident des Münchner Polizeipräsidiums, Michael Dibowski, am Montag. „Wir werden im Englischen Garten zunehmend Präsenz zeigen.“ Zahlen, wie viele Polizisten dort künftig patrouillieren sollen, nannte er nicht.

Gewerkschaft der Polizei zeigt sich besorgt

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich besorgt über den Vorfall. „Wir als Gewerkschaft der Polizei München stellen fest, dass sich immer mehr Menschen ohne Kenntnis der Sachlage in polizeiliche Maßnahmen einmischen und auch die körperliche Auseinandersetzung mit der Polizei nicht scheuen“, sagte Rainer Pechtold, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand der GdP Bayern, laut Mitteilung. „Wir fordern die Politik, Medien und die Justiz auf, ihrer Verantwortung zum Schutze meiner Kolleginnen und Kollegen gerecht zu werden und dieser Fehlentwicklung entgegen zu wirken.“

Innenminister Herrmann: „Es ist erschreckend und völlig inakzeptabel“

Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte Unverständnis für die Randale. „Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es die Menschen bei dem schönen Wetter und den warmen Temperaturen nach draußen zieht“, sagte er am Sonntag. „Nicht nachvollziehen kann ich jedoch das Verhalten von Personen, die sich an keinerlei Regelungen halten, so wie dies gestern im Englischen Garten geschehen ist.“ Die Ausschreitungen und die Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte machten ihn fassungslos. „Es ist erschreckend und völlig inakzeptabel, dass diejenigen, die uns schützen, selbst verletzt werden“, so Herrmann. „Das dürfen und werden wir nicht dulden.“ 

mz/dpa

Rubriklistenbild: © screenshot instagram

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