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Viele Hassmails, aber größtenteils Zuspruch

Ungeimpfte unerwünscht: Hotelier aus Garmisch-Partenkirchen löst heftige Reaktionen aus

Der Impfpass mit den beiden Eintragungen für die Corona-Impfung von Zeynep Kallmayer, Pflegegruppenleiterin der Covid-19-Intensivstation C1 am Uniklinikum Frankfurt, wird abgestempelt. Kallmayer hat ihre zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Für den vollen Impfschutz ist mit Abstand von mehreren Wochen eine zweite Impfung nötig.
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Nur noch mit Impfnachweis oder einem Nachweis der Genesung dürfen Gäste im Hotel Obermühle Boutique Resort in Garmisch-Partenkirchen einchecken.
  • Katrin Woitsch
    VonKatrin Woitsch
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Als Christian Wolf sich vor ein paar Wochen dazu entschied, in seinem Hotel in Garmisch-Partenkirchen nur noch geimpfte und genesene Gäste aufzunehmen, hatte er mit Gegenwind gerechnet. Nicht kommen gesehen hat er allerdings, welche Wellen seine Entscheidung schlagen würde.

Garmisch-Partenkirchen/München – Medien in ganz Bayern berichteten über ihn. Er ist einer der ersten Hoteliers im Freistaat, der sich zu diesem Schritt entschieden hat. Um seine Mitarbeiter und Gäste zu schützen, betont er. Im Obermühle Boutique Resort dürfen ab 1. Oktober nur noch Genesene oder vollständig Geimpfte übernachten. Ausnahmen macht Wolf für Jugendliche unter 18 und Schwangere – sie brauchen einen negativen Corona-Test. Damit setzt der Hotel-Chef auf strengere Regeln als die, die heute in Kraft treten.

Söder setzt auf eine Art Krankenhaus-Ampel

In Landkreisen und Städten mit einer Inzidenz von 35 oder mehr müssen Ungeimpfte für Innenbereiche negative Corona-Tests vorlegen. Vorher lag die Schwelle bei 50. Künftig könnte die 3G-Regeln völlig unabhängig von der Inzidenz gelten. Ministerpräsident Markus Söder hatte gegenüber unserer Zeitung angekündigt, auf eine Art Krankenhaus-Ampel setzen zu wollen. Solange die Inzidenz noch der Orientierungswert für die Maßnahmen ist, gilt die 3G-Regeln nicht für Regionen mit Werten unter 35 – das allerdings werden immer weniger.

In allen anderen Städten und Landkreisen sind die Tests für Ungeimpfte Pflicht bei allen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (ob Sport oder Kultur), für die Innengastronomie, für körpernahe Dienstleistungen wie Friseure oder Freizeit- und Sporteinrichtungen in geschlossenen Räumen (zum Beispiel Fitnessstudios).

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Auch Besucher von Krankenhäusern oder Reha- Einrichtungen müssen einen Testnachweis vorlegen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. In Pflegeheimen bleibt es zum Schutz der Bewohner bei einer Testpflicht unabhängig vom Inzidenzwert. In Beherberungsbetrieben ist ein Testnachweis bei der Ankunft erforderlich – und dann zusätzlich alle 72 Stunden.

Auch ein Spaßbad in Schongau wollte auf 2G setzen – und scheiterte

Alle Hotels in Regionen mit Inzidenz über 35 müssen ihre Gäste nun also wieder regelmäßig zum Testen bitten. Für Christian Wolf und sein Team ändert sich nichts. Und er ist nicht der Einzige, der künftig auf die 2G-Regel setzen will. Leitner Reisen hat als erster deutscher Reiseveranstalter angekündigt, nur noch Geimpfte und Genesene mit auf seine Touren zu nehmen.

Das Spaßbad Plantsch in Schongau wollte ebenfalls ungeimpfte Besucher ausschließen – auch jugendliche –, scheiterte damit allerdings, weil öffentliche Einrichtungen gesetzlich allen zugänglich sein müssen. Wolfs Hotel-Kollegen hingegen sind eher noch zurückhaltend mit der Umsetzung der 2G-Regel.

Die meisten Hotels bieten Testmöglichkeiten vor Ort an

Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, sind bisher kaum Hotels bekannt, die Ungeimpfte auch mit Tests ausschließen. Die meisten würden ihren Gästen vor Ort eine Testmöglichkeit anbieten, berichtet er. Das müssen die Gäste ab Montag zweimal wöchentlich nachweisen, sollte die Inzidenz über 35 liegen.

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„Für die Betriebe bedeutet das natürlich einen zusätzlichen Aufwand“, sagt Geppert. Allerdings habe sich, was das Testen angeht, vieles gut eingespielt. Er kritisiert allerdings, dass die Betriebe Ende vergangener Woche noch im Unklaren waren, wie die neue Infektionsschutzverordnung aussieht. Die Details wurden erst am Freitagabend bekannt.

Hunderte Hassmails erreichen Christian Wolf

Für Christian Wolf und sein Team wird sich nichts ändern. Er hat seine Entscheidung für die 2G-Regel nicht bereut. „Ich stehe dazu“, sagt er. 90 Prozent der Rückmeldungen, die er von seinen Gästen bekommen habe, seien positiv gewesen, berichtet er. Natürlich hatte er auch einige 100 Hass-Mails mit Insolvenzwünschen im Postfach. „Die meisten von anonymen Verfassern“, sagt er. Auch als Rassist und Nazi sei er beschimpft worden.

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Wolf kann darüber nur den Kopf schütteln. „In meinem Hotel arbeiten Mitarbeiter aus 22 Nationen“, sagt er. Und dieses Team sei ihm – obwohl es fast komplett geimpft ist – sehr dankbar für seine Entscheidung. Nicht nur aus Sorge um die Gesundheit – sondern aus Sorge vor einer erneuten Hotelschließung. Im Oktober hatte das Hotel in eine Zwangspause gehen müssen, weil sieben Mitarbeiter infiziert waren.

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