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Video: Familie bangt um Papa

Ungeimpft fast an Corona gestorben: Impfskeptiker Peter (46) sah dem Tod ins Auge

Peter Mann (links) kämpfte sechs Wochen im Krankenhaus gegen Covid-19. Bei dem rechten Bild handelt es sich um ein Symbolbild.
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Peter Mann (links) kämpfte sechs Wochen im Krankenhaus um sein Leben. Bei dem rechten Bild handelt es sich um ein Symbolbild.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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100 Kilo schwer, sportlich, durchtrainiert, einfach ein „Trumm Mannsbild“, so beschreibt sich Peter Mann aus Unterrödel im Landkreis Roth auch selbst. Den Pflasterer hat es im September erwischt: Er erkrankte schwer an Corona, war insgesamt sechs Wochen im Krankenhaus, lag zwei Wochen im Koma. Nun sagt der einstige Impfskeptiker: „Mensch Leute, lasst euch impfen. Seid nicht so dumm wie ich!“

Unterrödel (Landkreis Roth) - Peter Mann (46) kämpfte wochenlang um sein Leben. Er stand auf der Schwelle zwischen Leben und Tod. Auch er hielt Corona für eine harmlose Grippe, doch die Erfahrungen, welche er machen musste, wünscht er keinem anderen. Deshalb wendet sich der stattliche Mann nun mit eindringlichen Worten in einem Video des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege in den sozialen Medien an seine Mitmenschen.

Impfskeptiker aus Bayern erkrankt an Corona

„Meine größte Sorge war, dass ich meinen Mann verliere an Corona und dass meine Kinder keinen Papa mehr haben“, erinnert sich die Frau von Peter in dem Video an die schwere vergangene Zeit zurück. Im September war ihr Mann nach einem gemeinsamen Urlaub positiv auf Corona getestet worden.

Zuvor hatte sich die Familie klar gegen eine Impfung ausgesprochen. „Wir dachten, wir sind sportlich fit und alle gesund. Mit 46 Jahren könnte uns eigentlich nichts passieren“, erklärt der Nichtraucher und Kampfsportler. Doch im Nachhinein bereuen sie diese Entscheidung schwer. Zu Beginn der Erkrankung habe man sich noch in irgendeiner Art gefreut. Peter habe so gut wie keine Beschwerden gehabt, die Sonne strahlte und zu ein paar Tage Extra-Urlaub sagte man nicht nein.

Doch nach ein paar Tagen verschlechterte sich der Zustand von Peter dramatisch, wie er erzählt: Fieber, Husten, Atemnot. Irgendwann sei Peters Zustand so kritisch gewesen, dass sie den Rettungsdienst alarmierten. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kreisklinik Roth wurde Peter mit einer Lungenentzündung und extrem schlechten Werten in die Uniklinik nach Erlangen verlegt. Dort sahen sich die Speziallisten gezwungen, Peter umgehend in ein künstliches Koma zu versetzen.

Ungeimpfter Peter Mann lag zwei Wochen im Koma

Da geht einem alles Mögliche durch den Kopf: Die Angst zu sterben, die Familie nicht mehr zu sehen“, schildert Peter seine Gedanken in jenen Momenten. Er sei hilflos gewesen. Sein Körper habe nur noch funktioniert und das ganze Vertrauen habe in den Ärzten gesteckt. 14 Tage lang kämpften die Mediziner um das Leben von Peter. Als er dann aus dem Koma erwachte, sei sein Kopf „Matsch“ gewesen und das Bewusstsein sei immer wieder zurückgesetzt worden. In dieser Zeit hat Peter 18 Kilo abgenommen. „Ich konnte nicht mehr sitzen, konnte nicht mehr laufen. Sprechen war schwer durch die Beatmungsschläuche“, so Peter.

Nach zwei weiteren Wochen auf der Intensivstation stabilisierten sich die Werte von Peter und er kam auf die Normalstation. Beim ersten Besuch seiner Frau sei sie natürlich überglücklich gewesen, aber auch schockiert. „Er lag wie ein Pflegefall im Bett.“ Insgesamt war Peter sechs Wochen im Krankenhaus und in diesem Zeitraum auch stets isoliert, weil er in diesem Zeitraum auch immer positiv getestet wurde.

Jetzt wirbt er für die Corona-Impfung

Für seine Familie und Freunde, bei denen er sich für ihr Mitgefühl zutiefst bedanken möchte, sei es ein ebenfalls ein Schock. Fast keiner aus diesem Kreis habe sich zuvor impfen lassen, bis sie das „große Ausmaß von Corona“ selbst sahen und im nahen Umfeld miterlebten. Alle seien der Meinung gewesen, „warten wir mal ab und schauen, wie es so weitergeht“.

Im Nachhinein könne Peter eigenen Angaben zufolge sogar froh sein, dass er sich bereits Ende August bzw. im September mit dem Coronavirus infizierte. Damals seien die Krankenhäuser bei weitem nicht so überlastet gewesen wie in den darauffolgenden Monaten und die Ärzte hätten ausreichend Zeit gehabt, ihn fürsorglich zu behandeln. Wäre er im Oktober oder November erkrankt, „wäre es nicht so verlaufen, dass ich noch hier wäre“, ist sich Peter sicher.

Ein zweites Mal möchte Peter „so etwas nicht erleben“ und kann nur an alle appellieren: „Ganz ganz wichtig, sich impfen zu lassen“. Das wochenlange Bangen um Peter hätte sich die Familie mit einer Impfung ersparen können, ist auch seine Frau überzeugt.

mz

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