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Minister-Attacke auf Schneekanonen Von Paul Winterer

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Eine Schneekanone bei Hohenschwangau. Foto: dpa

Skibetrieb mit Schneekanonen ist out – so zumindest sieht es Bundesumweltministerin Hendricks. Die SPD-Politikerin steht damit im Gegensatz zur CSU-geführten Regierung in Bayern, die weiterhin auf Kunstschnee setzt.

Von Paul Winterer

Grassau – In den Alpen darf es nach Auffassung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf Dauer keinen Skibetrieb mit Schneekanonen mehr geben. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssten neue Formen des Wintertourismus gefunden werden, „die nicht abhängig vom Skibetrieb sind“, sagte Hendricks zum Abschluss der 14. Alpenkonferenz der Anrainerstaaten gestern in Grassau (Landkreis Traunstein). Sie vertritt damit eine Gegenposition zur bayerischen Staatsregierung, die weiterhin auf Kunstschnee in den Bergen setzt. Sportveranstaltungen nahm Hendricks von ihrer Ablehnung aus.

Hendricks bekräftigte, dass der Freistaat die Vereinbarkeit der geplanten Erweiterung des Skibetriebs am Riedberger Horn im Allgäu mit internationalem Recht überprüfen müsse. Der Alpenplan mit seinen strengen Schutzauflagen sei völkerrechtlich bindend. Die Ministerin verwies auf den Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention, der die bayerische Ausnahmegenehmigung für die nach den Schutzbestimmungen eigentlich unzulässige Skischaukel am Riedberger Horn rechtlich bewerten könne. Ein Gerichtsurteil sei dies freilich nicht.

Offiziell wurde das strittige Thema bei dem Treffen der acht Anrainerstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz und Slowenien nicht behandelt, wie die Ministerin sagte. Sie habe sich mit ihrer bayerischen Kollegin Ulrike Scharf (CSU) aber freundschaftlich ausgetauscht.

Es sei auch kein Geheimnis, dass Scharf innerhalb der Staatsregierung eine andere Meinung zu dem umstrittenen Projekt vertrete. Heimatminister Markus Söder etwa ist ebenso wie Ministerpräsident Horst Seehofer für den Ausbau des Skibetriebs auf dem Berg.

Bei den Alpen handelt es sich nach Überzeugung von Hendricks nicht nur „um ein besonders schönes Stück Europa, sondern auch um ein verletzliches“. Die Temperaturen seien in den vergangenen 100 Jahren im Alpenraum doppelt so stark gestiegen wie andernorts. Die Alpenländer müssten daher besonders intensiv zum Klimaschutz beitragen. Dazu zählten etwa nachhaltiger Tourismus und die stärkere Vermarktung regionaler Produkte.

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