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Tourismus in der Inn-Salzach-Region

Umfrage des Tourismusverbandes zeigt: Betriebe schwanken zwischen Hoffnung und Corona-Frust

Die Zahl der Übernachtungen (Grafik links) ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangenen. Der Tourismusverband ist aber zuversichtlich, dass es wieder aufwärts gehen wird, auch wenn die Buchungslage aktuell noch nicht so berauschend ist (Grafik rechts). Verena Klinger
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Die Zahl der Übernachtungen (Grafik links) ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangenen. Der Tourismusverband ist aber zuversichtlich, dass es wieder aufwärts gehen wird, auch wenn die Buchungslage aktuell noch nicht so berauschend ist (Grafik rechts).
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Sie gehört zu jenen, die während der Pandemie besonders hart um ihre Existenz kämpft: die Tourismuswirtschaft in der Inn-Salzach-Region. Das geht aus der aktuellen Online-Umfrage hervor. Sie zeigt einen deutlichen Einbruch der Übernachtungszahlen.

Altötting/Mühldorf – Die Ergebnisse der Online-Umfrage, die der Tourismusverband Inn-Salzach in Zusammenarbeit mit den regionalen Kreisverbänden Dehoga, Urlaub auf dem Bauernhof und Bauernland Inn-Salzach durchgeführt hat, sind gemischt. Sie zeigt einen Einbruch der Übernachtungszahlen, aber auch Hoffnungsschimmer: Die Region wird für Urlauber zunehmend attraktiver.

„Am schlimmsten ist die Unsicherheit“

Von rund 600 angeschriebenen Betrieben beteiligte sich ein Sechstel an der anonymen Umfrage. Sie zeichnen ein mitunter verheerendes Bild: Die Zahl der Gäste in der Region sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 52,5 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Übernachtungen aus: Sie gingen um 45 Prozent zurück.

Für viele Unternehmen hat dieser Einbruch weitreichende Folgen. Die Lage sei existenzbedrohend, melden einige Befragte zurück. „Jetzt wird’s finanziell ziemlich eng“, lautet ein Kommentar in der Umfrage. „Am schlimmsten ist die Unsicherheit“, beschreibt ein anderer die aktuelle Stimmungslage.

Prognose: Urlaubsreisen werden zunehmen

Doch es gibt auch Lichtblicke. Rund 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Digitalisierung in vielen Betrieben langfristig für einen Rückgang von Geschäftsreisen sorgen wird. Gleichzeitig steigt das Interesse von Urlaubsreisenden an der Regiondeutlich.

Sichtbar wird das einerseits an der zunehmenden Verweildauer von Touristen: Die Aufenthaltsdauer lag durchschnittlich bei 2,5 Tagen, 2019 lag sie noch bei 2,2 Tagen. Als positiv wertet der Tourismusverband Inn-Salzach außerdem, dass es sich bei bereits 60 Prozent der Anreisenden um überregionale Gäste handelt. Zahlreiche Anfragen von Urlaubern erreichen den Verband beispielsweise aus Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen.

Bedeutung des Urlaubstourismus für die Region steigt

„Das Bewusstsein der Akteure für die Bedeutung des Urlaubstourismus steigt“, ergänzt Tourismusverbands-Geschäftsführerin Andrea Streiter. Bereits in den vergangenen Jahren habe der Tourismus in der Region einen klaren Aufwärtstrend verzeichnet, der durch die Pandemie abrupt gestoppt wurde.

Nicht nur für die Betriebe, sondern für die gesamte regionale Wirtschaft ein harter Schlag. Denn 2019 brachten rund 600 000 Übernachtungen und 7,8 Millionen Tagesgäste der Region Inn-Salzach einen Bruttoumsatz von rund 233 Millionen Euro.

Betriebe kämpfen mit unterschiedlichen Strategien

Laut Umfrage kämpfen sich die Betriebe mit unterschiedlichen Strategien durch diese schwere Zeit: 28,7 Prozent der Befragten retten sich mit Kurzarbeit durch die Krise. 20,2 Prozent haben bereits Mitarbeiter verloren. Auf staatliche Hilfe hat hingegen nur ein kleiner Teil der Befragten zurückgegriffen.

29,8 Prozent haben finanzielle Hilfen vom Bund beantragt. Besonders schwierig ist die Lage für die Gastronomen und Einzelhändler, die vom Tagesgeschäft abhängig sind, sowie Kleinstunternehmer wie Gästeführer, Privatvermieter oderKulturschaffende.

Buchungslage schlechter als 2020

75 Prozent der befragten Beherbergungsbetriebe gaben an, dass sich die Buchungslage für die kommende Sommersaison „schlechter als in einem normalen Jahr“ entwickelt. Gründe hierfür liegen neben dem Lockdown auch in der Zurückhaltung der Urlauber, die sich eher spontan für Reisen entscheiden.

Außerdem spielen weniger Urlaubstage durch pandemiebedingte Kinderbetreuung sowie eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten – etwa wegen Kurzarbeit – eine Rolle. Auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus hält noch viele Reisende von einer Buchung ab.

Nur die Hälfte der Betriebe möchte besondere Coronamaßnahmen ergreifen

Trotz der Zurückhaltung der Gäste bei Buchungen sind nur 51,1 Prozent der Befragten bereit, durch besondere Maßnahmen schnellstmöglich zu einem normalen Gästebetrieb zurückzukehren. Die übrigen Akteure lehnen es ab, beispielsweise Corona-Geimpften besondere Privilegien einzuräumen oder mit Nachverfolgungs-Apps wie Luca zu arbeiten.

Tourismus wird wieder an Schwung gewinnen

Auf lange Sicht werde der Tourismus wieder an Schwung gewinnen, prognostiziert Geschäftsführerin Andrea Streiter. Der Tourismusverband Inn-Salzach hat in den vergangenen Monaten neben denRad- und Wanderwegenüber 200 Erlebnisangebote – vom Alpakawandern über Schmiedekurse bis hin zur neuen Radlroas-Pauschale mit geführten Touren – weiter ausgebaut.

Zudem hat der Verband sich der Beratung und Unterstützung touristischer Betriebe verschrieben. „Seit einem Jahr machen wir unsere Leistungsträger in zahlreichen Online-Seminaren fit. Zu juristischen Fragestellungen rund um Corona, aber auch für die Herausforderungen der Digitalisierung, ohne die es auch im Tourismus nicht mehr geht“, berichtet Andrea Streiter.

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