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Anfragenflut beim Bundesamt für Katastrophenhilfe

Ukraine-Krieg: Wie kann ich für einen Krieg bei uns vorsorgen?

Archiv-Bild vom 01.03.2019, Großbritannien, Littleport: Melvin Burton sorgt für einen Ernstfall vor. Er lagert Vorräte in seiner Gartenlaube. Er pflanzt sein eigenes Gemüse an, trocknet Früchte und kauft auf Vorrat.
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Archiv-Bild vom 01.03.2019, Großbritannien, Littleport: Melvin Burton sorgt für einen Ernstfall vor. Er lagert Vorräte in seiner Gartenlaube. Er pflanzt sein eigenes Gemüse an, trocknet Früchte und kauft auf Vorrat.
  • Dirk Walter
    VonDirk Walter
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Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs haben sich die Anfragen besorgter Bürger beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn verdreifacht. Wir klären die wichtigsten von ihnen.

60 Prozent aller Anrufer wollen wissen, ob der Kauf von Jodtabletten für einen nuklearen Notfall sinnvoll ist. Ursula Fuchs, Leiterin des Referats Information der Bevölkerung, Selbstschutz und -hilfe beim BBK, erklärt, was in einem Katastrophenfall wichtig ist und was nicht.

Soll man Lebensmittel bevorraten?

Das BBK empfiehlt grundsätzlich einen „lebenden Vorrat“ für zehn Tage – nicht wegen des Kriegs, sondern weil es alle möglichen Katastrophen geben kann: ein längerer Stromausfall, Sturm, Hochwasser. Die zehn Tage sind ein internationaler Mittelwert – manche Staaten empfehlen eine Bevorratung für nur drei Tage, andere für einige Wochen. „Lebender Vorrat“ heißt: Man kauft zwei bis drei Packungen mehr als üblich, verbraucht und ersetzt sie aber regelmäßig, bevor sie verderben. 2200 Kilokalorien pro Person und Tag sind zu berechnen.

Welche Lebensmittel und nur Konserven?

Ursula Fuchs vom BBK empfiehlt lange haltbare Lebensmittel in Dosen, Gläsern, gerne auch selbst eingekocht. Die Auswahl ist fast beliebig – „was man halt gerne isst“. Daneben: Reis, Hülsenfrüchte oder Nudeln – hier aber bedenken, dass für die Zubereitung Wasser notwendig ist. Auch Brot in Dosen oder Knäckebrot kann zur Grundausstattung gehören.

Soll man auch einen Wasservorrat anlegen?

„Wir empfehlen zwei Liter pro Tag und Person, eineinhalb Liter zum Trinken, einen halben Liter für Hygienezwecke“, sagt Ursula Fuchs. Wichtig: Nicht einfach die Badewanne volllaufen lassen, da das Wasser darin schnell verkeimt. Sinnvoll ist Flaschenwasser.

Was ist noch wichtig?

„Sinnvoll ist ein Notgepäck, ebenso eine Dokumentenmappe“, sagt Ursula Fuchs. Ausweiskopien, das Stammbuch/Familienurkunden, Zeugnisse und Patientenverfügung (beglaubigte Kopien) gehören zum Beispiel dazu. Wer keinen Rucksack packen will, sollte zumindest wissen, wo diese Dokumente sind, ohne lange suchen zu müssen. Ins Notgepäck gehört auch eine Taschenlampe, ein Radio mit Batterien, Powerbanks fürs Handy und ein Verbandskasten, ergänzt um Mittel gegen Fieber und Durchfall.

Bürger-Telefon

Bei Fragen kann man sich an das BBK wenden unter 0228-99 550 3670

Soll man sich einen Vorrat an Jodtabletten zulegen?

Hierzu teilt das bayerische Innenministerium auf Anfrage mit: Nein, auf keinen Fall selbst bevorraten. Die Bundesländer haben seit jeher nach Vorgabe des für nukleare Sicherheit zuständigen Bundesumweltministeriums Kaliumiodidtabletten eingekauft. „In Bayern werden rund 36 Millionen Kaliumiodidtabletten vorgehalten. Die Tabletten unterscheiden sich von den ,normalen’ Jodtabletten, die in der Apotheke erhältlich sind, durch ihre höhere Dosis an Kaliumiodid.“ Die Bevölkerung werde im Falle eines nuklearen Notfalls „umgehend“ durch die Bezirksregierung informiert, wo diese Tabletten abgeholt werden können.

Ist man ein Prepper, wenn man an Notvorräte denkt?

Wer vorsorgt, darf nicht unter Verdacht stehen, sagt Ursula Fuchs. „Wenn Menschen für mehr als unsere empfohlenen zehn Tage vorsorgen möchten, sollten sie das tun. Nur wenn es extremistische oder aggressive Tendenzen gegebenenfalls sogar mit der eigenen Bewaffnung gibt, dann ziehen wir die Grenze und lehnen das ab.“ 

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