Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Seit 18 Tagen in München

Kolumne einer Ukraine-Geflüchteten: Besuch in Münchner Flüchtlingslager - „Behandeln uns sehr gut“

Vogelgezwitscher statt Bombenalarm: Natalia Aleksieieva lernt Bayern kennen - hier im Hofgarten in München
+
Vogelgezwitscher statt Bombenalarm: Natalia Aleksieieva lernt Bayern kennen - hier im Hofgarten in München
  • Natalia Aleksieieva
    VonNatalia Aleksieieva
    schließen

Natalia Aleksieieva flüchtete aus dem Ukraine-Krieg von Odessa nach München: In ihrer Kolumne berichtet sie in unregelmäßigen Abständen über ihr neues Leben in Bayern und Nachrichten aus der Heimat.

Ich bin jetzt seit 18 Tagen in München. In Odessa ist die Situation unverändert: Feindliche Schiffe sind am Horizont zu sehen, Sirenen gehen oft los, die Luftverteidigung schießt Drohnen ab. Die Menschen wachen um 5 Uhr morgens von dem Pfeifen der Raketen aus dem Meer auf, die nach einiger Zeit auf die Hauptstadt fallen und Zivilisten auf den Straßen, in Supermärkten und Wohngebäuden verletzen und töten. Und wir Flüchtlinge im Ausland können nur beten, dass der Krieg in der Ukraine endlich endet und Frieden einkehrt.

Geflüchtet aus der Ukraine: Natalia Aleksieieva besucht Flüchtlingslager in München

In den letzten Tagen habe ich zweimal ein Flüchtlingslager in München besucht. Um den Menschen dort ein paar Tipps zu geben und für sie zu übersetzen. Und weil ich wissen wollte, wie sie dort untergebracht sind. Die Atmosphäre dort ist sehr gut und die Vorteile lassen sich lang aufzählen: Rund-um-die-Uhr-Sicherheit, Heizung, bequeme Betten, neue Bettwäsche, WLAN, saubere Toiletten, Duschen und Wäschereien, geregelte Mahlzeiten, eine große Anzahl von Steckdosen zum Aufladen von Telefonen.

Über die Autorin Natalia Aleksieieva

Natalia Aleksieieva (27) ist am 7. März aus Odessa nach München geflüchtet. Sie hat viel Hilfe bekommen und wohnt aktuell bei einer Gastfamilie. Ihr Ziel ist es, so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen zu können. In ihrer Kolumne berichtet sie über ihr neues Leben in Bayern – und über die Nachrichten, die Situation in ihrer ukrainischen Heimat. Ihre Texte schreibt sie auf Deutsch. Die Geschichte von Natalia Aleksieievas Flucht vor dem Ukraine-Krieg lesen Sie hier. Alle Informationen und Artikel zur Lage der Geflüchteten in der Ukraine in Bayern finden Sie auf der Themenseite.

Nicht nur Freiwillige, sondern auch Anwohner bringen Kleidung, Essen, Wasser, Babynahrung und Spielzeug. „Sie behandeln uns sehr gut, sie versuchen uns zu verstehen. Die humanitäre Hilfe ist erstklassig“, sagt mir Diana, eine 19-jährige Studentin der Universität Charkiw, die seit zwei Wochen im Camp lebt. Ich habe viele Flüchtlinge gefragt, was ihnen fehlt, die Antwort war immer die gleiche: Es gibt nicht genug Informationen.

Kolumne einer Geflüchteten: Besuch in Münchner Flüchtlingslager - „Die Vorteile lassen sich lang aufzählen“/

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine: „Sie versuchen uns zu verstehen“

„Als wir hier ankamen, versprachen die Freiwilligen, dass sie uns bei der Unterbringung helfen würden. Dann sagten sie, dass es noch keinen Weg gebe. Wir suchen selbst und bitten im Internet um Hilfe, bisher jedoch ohne Erfolg. Wir wissen nicht, was als nächstes zu tun ist, viele kennen keine Fremdsprachen und können sich nicht verständigen, der Mangel an Informationen macht uns Angst“, sagt Diana. „Es ist sehr schwierig, Informationen zu bekommen, es ist nicht klar, wie man eine Wohnung bekommt, wie man ein Kind zur Schule bringt, wie man eine Arbeitserlaubnis bekommt“, sagt ein 38-jähriger Logistikmanager aus Kiew.

An meinem zweiten Tag in München habe ich zufällig eine Frau kennengelernt, Uschi Weber. Sie erzählte mir, dass sie die integrierte Einrichtung „Unter den Arkaden“ leitet und eine Unterstützungsaktion für Geflüchtete gestartet hat. Sie hat kistenweise Kleider-Spenden von Orsay bekommen, die sie in den Räumen in der Dientzenhoferstraße 68 in München kostenlos verteilt. Das sind schöne, neue Kleidungsstücke.

Geflüchtet aus der Ukraine: „Wir können sicher sein. Das ist das Wichtigste“

Sie fragte mich, ob ich helfen kann, zu übersetzen. Es gibt auch jede Woche Treffen für Ukrainer, damit sie sich austauschen können. Uschi hilft, wo sie kann, sie ist eine tolle Frau. Leider wissen noch zu wenig Menschen von dieser Hilfe. Ich erzähle vielen Flüchtlingen davon.

An ihrem zweiten Tag in München lernt Natalia Uschi Weber kennen. Sie hat eine Unterstützungsaktion für Geflüchtete gestartet.

Alle Ukrainer, mit denen ich gesprochen habe, sind überrascht von der Hilfe, die wir bekommen. Wir können kostenlos reisen, uns impfen lassen, an Demonstrationen zur Unterstützung unseres Landes teilnehmen, Sprachkurse besuchen, Kleidung, Hygieneartikel, eine kostenlose SIM-Karte und materielle Unterstützung erhalten. Wir können sicher sein. Das ist das Wichtigste.

Die erste Folge von Natalias Kolumne lesen Sie hier. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA