Kuh überrennt Almbäuerin aus Oberaudorf - Rettung vom Berg per Hubschrauber

Eine Kuh hat am Wochenende eine Almbäuerin verletzt. Das Tier hatte die 51-Jährige aus Oberaudorf zu Boden gestoßen und hatte sie danach überrannt. Die Frau lag zunächst bewusstlos auf der Alm, wo die Retter sie verletzt bargen.

Von Alfons Lotter

Oberaudorf –  Eigentlich sollte die Kuh den Almsommer auf den Weiden der Seeon-Alm im südwestlichen Brünnsteingebiet verbringen, doch beim Auftrieb büchste sie aus und verließ die Herde. Einen Tag später bei der Suche nach der abgängigen Almkuh wurde die einheimische Bergbäuerin im Bereich einer anderen Alm plötzlich von der Kuh überrascht, von hinten zu Boden geworfen und anschließend von dem gut dreihundert Kilo schweren Weidevieh überrannt.

Familie verständigt Bergwacht

Am Sonntag, gegen Mittag wurde der Oberaudorfer Bergwacht-Einsatzleiter von einem Familien-Mitglied über den Unfall informiert. Die Frau liege bewusstlos im steilen Wiesengelände einer Alm im südlichen Brünnsteingebiet, so die Meldung.

Ein Einweiser, der die Retter zur Einsatzstelle führt, steht auf der Forststraße bei der Abzweigung zur Ramerbeck- und Herren-Alm. Aufgrund der schlechten Telefonverbindung, die dann auch abriss, war nicht mehr zu erfragen.

Nebel erschwert Hubschrauber-Einsatz

Aufgrund der tiefliegenden nebelartigen Bewölkung schien ein Einsatz des Rettungshubschraubers zunächst undenkbar. Der Hüttenwirt des Brünnsteinhauses, selbst langjährige Bergwacht-Einsatzkraft, machte sich unmittelbar nach der Alarmierung zur Erkundung der Unfallstelle vom Brünnsteinhaus auf den Weg. Parallel dazu rückte eine Voraus-Mannschaft mit dem Einsatzleitfahrzeug bereits fünf Minuten nach Alarmierung in Richtung Brünnstein aus.

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Notfallsanitäterin übernimmt Erstversorgung

Der Notarzt, der auf Anfahrt aus Richtung Brannenburg war, hatte sich mittlerweile über Funk beim Einsatzleiter gemeldet und wurde zur Bergrettungswache Oberaudorf beordert. Dort wartete bereits das Bergwacht-Rettungsfahrzeug mit der weiteren Einsatzmannschaft.

Nachdem der Notarzt zugestiegen war rückte das Fahrzeug unmittelbar zur Unfallstelle aus. Mittlerweile waren die ersten Bergretter vor Ort, darunter auch eine Notfallsanitäterin welche sofort die medizinische Erstversorgung übernahm.

Verletzung der Wirbelsäule?

Die 51-jährige Landwirtin war am Brustkorb verletzt, eine Verletzung der Wirbelsäule sowie innerer Organe konnte nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Bergwacht-Einsatzmannschaft meldete südseitig vom Brünnstein in Richtung Gießenbachtal freie Sichtverhältnisse mit einer Bewölkung erst oberhalb 1400 Meter Höhe. Daraufhin wurde ein Rettungshubschrauber mit Winde über die Integrierte Leitstelle angefordert.

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Bergung per Seilwinde

An der Einsatzstelle wurden in der Folge der Bergretter sowie der Hubschrauber-Notarzt per Seilwinde abgesetzt. Schon nach kurzer Übergabe zwischen Einsatzkräften und Hubschrauber-Notarzt konnte die Bergung beginnen.

In einem sogenannten Doppelwinch-Verfahren, am Seil der Winde befinden sich der Bergesack mit der Verletzten sowie der Notarzt, wurde die Patientin in den Hubschrauber aufgezogen, verladen und im direkten Flug zur weiteren Abklärung und Versorgung ins Klinikum Rosenheim verbracht.

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