Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen, Feiern & Co.

Corona-Regeln: So strikt will die Polizei an Weihnachten kontrollieren

Corona-Regeln an Weihnachten
+
Corona-Regeln an Weihnachten (Archivbild).
  • Martin Weidner
    vonMartin Weidner
    schließen

München/Oberbayern - Weihnachten steht vor der Tür und damit unter anderem die Frage: Dürfen Oma, Opa, Tanten und Onkel mit am festlich gedeckten Tisch sitzen? Ein Überblick über die Corona-Regeln für die Feiertage:

Die Weihnachtsfeiertage nahen (News-Ticker Dienstag, 22. Dezember), es soll auch in diesen Corona-Zeiten so besinnlich wie möglich werden. Ärger mit der Polizei wünschen sich wohl die wenigsten. Ein mögliches „Superspreader-Event“ will auch niemand. Doch was ist nun eigentlich (noch) erlaubt und was nicht? rosenheim24.de hat die wichtigsten Regeln im Überblick zusammengestellt.

Ausgangsbeschränkungen:

Damit die Menschen möglichst wenig andere treffen, gelten in Bayern tagsüber Ausgangsbeschränkungen. Nur mit triftigen Gründen darf die eigene Wohnung verlassen werden. Dazu zählen neben Wegen zur Arbeit oder zum Arzt auch Einkäufe und die weiterhin erlaubten Treffen mit einem weiteren befreundeten Hausstand - insgesamt dürfen das aber maximal fünf Personen sein, Kinder unter 14 Jahren nicht mit eingerechnet.

SERVICE: Corona-Impfstoff einsatzbereit - wie geht es weiter in Bayern?

Ausgangssperre:

Wer zwischen 21 Uhr und 5 Uhr noch im Freien unterwegs ist, braucht einen wirklich triftigen Grund. Joggen ist verboten, Gassigehen nicht. Bei einem medizinischen Notfall dürfen Bayerns Bürger raus, für einen spätabendlichen Besuch bei Freunden nicht - es sei denn, man kommt kurz vor 21 Uhr an und übernachtet.

Der Weg zur Arbeit, die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, die Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und die Begleitung Sterbender sind erlaubt. Keine Ausnahmen gibt es für Gläubige. Gottesdienste sind zwar möglich, allerdings müssen deren Besucher um 21 Uhr zu Hause sein. Auf die traditionellen Christmetten spät am Abend oder Mitternachtsmessen muss verzichtet werden. Mindestens 500 Euro Bußgeld sind bei Verstoß gegen die Vorgaben möglich.

SERVICE: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern seit 16. Dezember, 0 Uhr

Kontaktbeschränkungen:

Grundsätzlich, auch an Weihnachten, gilt die Regel: maximal ein weiterer Hausstand, insgesamt fünf Personen, Kinder unter 14 nicht mit eingerechnet. Das gilt für den Freundeskreis auch an Weihnachten.

Lediglich im engsten Familienkreis kann die Runde vom 24. bis 26. Dezember etwas größer ausfallen: Dann dürfen zum eigenen Hausstand vier weitere Erwachsene (zuzüglich deren Kinder unter 14) hinzukommen, gleichgültig aus wie vielen Hausständen diese vier Personen kommen. Zum engsten Familienkreis zählen dabei Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige.

Wie stark kontrolliert die Polizei?

Die bayerische Polizei will die Ausgangssperre und anderen Beschränkungen strikt kontrollieren. Die Präsenz im öffentlichen Raum soll erhöht werden, sagte Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Von Wohnung zu Wohnung werden die Beamten aber nicht ziehen. „Wir werden nicht anlasslos von Haus zu Haus gehen und nachzählen, wie viele Leute am Tisch sitzen. Das ginge auch gar nicht, das wäre ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Unversehrtheit der Wohnung. Aber wenn wir Hinweise bekommen, dass irgendwo Regeln verletzt werden, dann gehen wir dem nach“, sagte Radek.

Politiker appellieren an Vernunft - und mahnen zu Geduld

Politiker appellieren aber seit Tagen, dass man am besten gar keine Verwandten trifft - selbst wenn es erlaubt ist. Denn das heimelige Zusammensitzen im Familienkreis könnte die Infektionsraten besonders nach oben treiben.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Bevölkerung um Geduld gebeten - auch im Hinblick auf die nun beginnenden Corona-Impfungen. „Es wird alles getan, aber Fakt ist, es wird seine Zeit brauchen. (...) Das wird eine große, zusätzliche Geduldsprobe werden für uns alle“, sagte Söder. Das Virus werde nie mehr ganz verschwinden, betonte der Ministerpräsident: „Aber wir müssen es unter Kontrolle bringen, und im Moment ist es nicht unter Kontrolle.“

mw (mit Material der dpa)

Kommentare