35 Turnierpferde kommen in Flammen um

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Großeinsatz: Rund 230 Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen. Bei dem Gestüt Bachl handelt es sich um eine der erfolgreichsten Pferdezuchtstationen in Bayern. foto: dpa

Das Gestüt Bachl in Pfarrkirchen ist eines der erfolgreichsten in Bayern. Pferde aus der Zucht waren schon bei Olympischen Spielen. In der Nacht zum Sonntag ist es fast vollständig abgebrannt. 35 Pferde kamen dabei ums Leben.

grossbrand AUF GESTÜT

Das Gestüt Bachl in Pfarrkirchen ist eines der erfolgreichsten in Bayern. Pferde aus der Zucht waren schon bei Olympischen Spielen. In der Nacht zum Sonntag ist es fast vollständig abgebrannt. 35 Pferde kamen dabei ums Leben.

von julia pawlovsky

Pfarrkirchen – Viel geschlafen hat Franz Gruber nicht. Der Kreisbrandrat von Pfarrkirchen hat eine schlimme Nacht hinter sich. „Es war verheernd“, sagt der 49-Jährige. Gruber meint damit das Feuer auf dem renommierten Gestüt Bachl in Pfarrkirchen (Kreis Rottal-Inn). Der Kreisbrandrat war dort seit Samstagnacht bis gestern in den frühen Abendstunden fast durchgehend im Einsatz. Der Großbrand zerstörte weite Teile der Hengststation.

Um 0.24 Uhr ging der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Pfarrkirchen ein. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, stand der komplette Vierseithof bereits in Flammen. Es brannten die Stallungen, das ursprüngliche Wohnhaus sowie die Nebengebäude lichterloh. Und das Feuer drohte auf weitere, etwas entfernt stehende Gebäude, überzugreifen – ein angrenzendes Stoppelfeld brannte aufgrund des Funkenflugs schon.

„Es wurden dann noch weitere Wehren nachalarmiert“, berichtet Kreisbrandrat Gruber. So kämpften rund 230 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Ihnen gelang es, sieben der wertvollen Turnierpferde zu retten. „Zwei wurden nach München in die Tierklinik gebracht“, sagt Gruber. Um die anderen fünf kümmerte sich ein Tierarzt am Hof. Für 35 weitere Springpferde jedoch kam jede Hilfe zu spät. Sie verendeten in den Flammen. Die Polizei beziffert den Wert der Spitzenpferde und Deckhengste auf bis zu 3,5 Millionen Euro. Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro.

„Die Familie Bachl züchtet schon seit Jahrzehnten Springpferde“, erzählt Gruber. Der alte Rottaler Bauernhof verwandelte sich im Laufe der Zeit in eine der größten Hengststationen Deutschlands, mit einer EU-Besamungsstation, 15 Deckhengsten, Aufzucht, Ausbildung und Turniervorstellung von Nachwuchspferden sowie Verkauf von Turnierpferden und Zuchtstuten. Bachl-Pferde waren im vergangenen Jahr vom Süddeutschen Championat, über das Bundeschampionat, die Weltmeisterschaft bis hin zu den Olympischen Spielen in London vertreten.

Bereits 1977 brannte das Anwesen einmal ab, sagt der Kreisbrandrat. „Ursache war damals ein Blitzschlag.“ Möglich ist das auch dieses Mal. „Es gab ein leichtes Gewitter.“ Zu der genauen Brandursache kann Gruber jedoch noch nichts sagen. „Es gibt viele Möglichkeiten.“ Auf dem Gestüt lagerten große Mengen leicht entzündliches Futter und Stroh, auf dem Dach war eine Photovoltaik-Anlage angebracht. „Brandermittler waren in der Nacht noch vor Ort“, betont Gruber. Heute soll erneut ein Sachverständiger zur Klärung der Ursache auf den Hof kommen.

Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Die Familie Bachl war zum Zeitpunkt des Brandes nicht auf dem Gestüt, stellt Gruber klar. „Die haben noch ein anderes Anwesen und eine Stadtvilla.“

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