AUSBAUPROGRAMM DER S-BAHN

Der 2. Tunnel reicht nicht

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Dirk WalterSie erreichen den Autor unterDirk.Walter@ovb.net

Dass die Bahn jetzt einen ehrgeizigen Projektplan herausgegeben hat, kann man als Wink mit dem Zaunpfahl deuten.

Die S-Bahn macht deutlich, dass es mit dem Bau der zweiten Stammstrecke nicht getan ist. Ohne den Ausbau der Außenäste hat eine zweite Hauptschlagader in der Innenstadt nur einen begrenzten Wert. Die Liste der Pläne ist lang, ihre Finanzierung zum Teil ungewiss. Ein neues Gleis für den S4-Außenast im Westen, der weitere Ausbau der S2 sowie der Erdinger Ringschluss sind Projekte für mindestens ein Jahrzehnt. Anderes ist pure Vision, etwa eine Entlastung der S1-Strecke bis Freising oder der Bau eines weiteren Gleises auf der S7-Strecke bis Kreuzstraße.

Letztlich muss es das Ziel sein, dass die S-Bahn ein weitgehend autarkes Netz bekommt, das weder durch Güterzüge noch durch Regional- und Fernverkehr mitbenutzt wird. Davon ist man weit entfernt. 31 Prozent des S-Bahn-Netzes sind eingleisig, auf 34 Prozent gibt es Mischbetrieb. Umso dringlicher ist der Ausbau. Und ja, da wird manches Straßenprojekt aufgegeben werden müssen. Die Bahn muss Vorrang bekommen, auch wenn’s den Autofahrer schmerzt. Vielleicht würde es helfen, wenn S-Bahn und Freistaat keine geschönten Pünktlichkeitswerte mehr herausgeben würden. Die ungeschminkte Wahrheit würde vor Augen führen, wie dringlich das Problem ist.

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