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Neue Details zum Beschuldigten bekannt

Tote Impf-Ärztin aus Österreich: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Mann (59) aus diesem Landkreis

Lisa Maria Kellermayr Gedenkveranstaltung
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An einer Gedenkveranstaltung für die tote Ärztin Lisa Maria Kellermayr auf dem Wiener Stephansplatz nahmen tausende Menschen teil.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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Der Fall der toten Impf-Ärztin Lisa Maria Kellermayr aus Österreich hat hohe Wellen geschlagen. Eine heiße Spur führte die Ermittler nach Oberbayern, nun hat die Generalstaatsanwaltschaft München erste Details zu dem Beschuldigten bekanntgegeben.

Wels/München – Es war eine Nachricht, die nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland für Entsetzen sorgte: Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin Luisa Maria Kellermayr aus Oberösterreich ist tot. Sie war seit Pandemiebeginn immer wieder massivsten Morddrohungen aus der Szene der Maßnahmengegner ausgesetzt. Am Freitag (29. Juli) wurde sie tot in ihrer Praxis gefunden. Das vorläufige Obduktionsergebnis bestätigte einen Suizid.

Am Dienstag (2. August) wurde anschließend bekannt, dass die Ermittler offenbar eine heiße Spur in Oberbayern verfolgen. „Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen eine männliche Person aus Oberbayern bei uns“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II entsprechende Informationen der Mediengruppe Bayern. Woher genau (Stadt/Landkreis) aus Oberbayern die Person stammt, ließ der Sprecher zunächst offen.

Ermittlungen gegen 59-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg

Am Freitag (5. August) gab die Generalstaatsanwaltschaft München nun weitere Details zu den laufenden Ermittlungen bekannt. Demnach handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen 59 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Starnberg. Am frühen Freitagmorgen sei ein Durchsuchungsbeschluss vollzogen worden, heißt es weiter. Beamte der Kriminalpolizei stellten dabei unter anderem Datenträger sicher, die aktuell ausgewertet werden. „Der Beschuldigte zeigte sich dabei kooperativ“, so die Generalstaatsanwaltschaft.

Dem Ermittlungsverfahren liegt eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Wels an die Staatsanwaltschaft Traunstein zugrunde. Aufgrund ihrer örtlichen Zuständigkeit wurde dieses Verfahren zunächst an die Staatsanwaltschaft München II abgegeben und am 3. August von der Generalstaatsanwaltschaft München, Bayerische Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus (ZET) übernommen. Das Verfahren wird durch die stellvertretende Hate-Speech-Beauftragte der Bayerischen Justiz in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck geführt.

Äußerungen auf Twitter verbreitet

Gegenstand der Ermittlungen sind im Wesentlichen die Tatvorwürfe der Bedrohung (§ 241 StGB) und der Nachstellung (§ 238 StGB), die sich auf Äußerungen des Beschuldigten im Internet und in sozialen Medien gegen die verstorbene Ärztin gründen. Eine dieser auch über Twitter verbreiteten Äußerungen lautet beispielsweise: „(...) wir beobachten Sie, und, wir werden solche Kreaturen vor die in Zukunft einzurichtenden Volkstribunale bringen!“ (...)“.

Auch die österreichischen Behörden haben die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die „inländische Gerichtsbarkeit“ sei nach dem Suizid der 36-jährigen Hausärztin wieder gegeben, sagte der leitende Staatsanwalt Christian Hubmer am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Österreichs Innenminister stellt sich hinter die Polizei

Unterdessen hat sich Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in einem Schreiben an die Polizisten des Landes gegen den Eindruck gewandt, die Polizei habe zu wenig zum Schutz der Ärztin getan. Im Gegenteil sei behördlicherseits sehr viel unternommen worden, heißt es in dem Brief, aus dem die österreichische Nachrichtenagentur APA zitiert. „Ein reflexartiges und generelles Schlechtreden der Polizistinnen und Polizisten und der Polizeiarbeit in unserem Land ist (...) völlig unangebracht und unzulässig.“

Hinweis bei Suizidgedanken

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0800-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

aic mit Material der dpa/Pressemitteilung Generalstaatsanwaltschaft München

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