Tödlicher Schlag vor dem Bierzelt Schreckliches E...

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Tödlicher Schlag vor dem Bierzelt Schreckliches Ende eines Wiesnbesuchs: Ein 58-Jähriger ist nach einem Streit vor dem Augustinerzelt am Freitagabend gestorben.

Tödlicher Schlag vor dem Bierzelt

Schreckliches Ende eines Wiesnbesuchs: Ein 58-Jähriger ist nach einem Streit vor dem Augustinerzelt am Freitagabend gestorben.Er war mit einem Gerüstbauer (42) aneinandergeraten, der ihn dann niedergeschlagen haben soll. Grund für die Auseinandersetzung war offenbar eine Frau. Am Sonntag erging Haftbefehl gegen den 42-Jährigen.

VON S. WEGELE, A. STINGLWAGNER, M. CHRISTANDL, A. THIEME & P. LODER

Der Konflikt entwickelte sich laut Polizei kurz nach 22 Uhr im Raucherbereich vor dem Ausgang N1/N2. Der Medienberater Thomas M. aus Fürstenfeldbruck war offenbar alleine auf der Wiesn. Opfer und Angreifer kannten sich nicht. Der Fürstenfeldbrucker soll die Begleiterin des Gerüstbauers angesprochen haben. Das störte den Münchner wohl, so kam es zum Streit. „Dann plötzlich bekam der Geschädigte einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf“, sagte Robert Bastian (45) von der Münchner Mordkommission am Sonntag.

Nach dem Schlag ging Thomas M. zu Boden. „Er rappelte sich noch mal auf, brach dann aber wieder zusammen und verlor mehr und mehr das Bewusstsein“, berichtete Bastian. Zwei Ärzte, die privat auf der Wiesn waren, halfen ihm sofort. Ein Notarzt begann, das Opfer zu reanimieren. Doch jede Hilfe kam zu spät. Thomas M. starb eine Stunde nach dem Streit im Krankenhaus. Die Obduktion am Samstag ergab: Todesursache war eine Hirnblutung – mit großer Wahrscheinlichkeit eine Folge des Schlags.

Der etwa 1,90 Meter große Gerüstbauer verschwand nach dem Streit sofort in der Menschenmenge – ebenso wie eine Zeugin, die alles beobachtet hatte. Nach einem öffentlichen Aufruf der Polizei meldeten sich die Frau sowie weitere Zeugen am Samstagmittag im Präsidium. Für die Beamten verdichteten sich die Hinweise darauf, um wen es sich bei dem Schläger handelte. „Er kam uns aber zuvor“, sagte Bastian. „Während wir uns darauf vorbereiteten, ihn festzunehmen, erschien er mit seinem Anwalt im Präsidium.“ Er habe dort eingeräumt, an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein. Auf Anraten seines Anwalts machte er aber keine weiteren Angaben. Laut Polizei ist der Gerüstbauer bereits wegen Körperverletzung vorbestraft.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich nicht um eine vorsätzliche Tötung handelt. Als der 42-Jährige flüchtete, sei laut Bastian für ihn nicht erkennbar gewesen, dass sein Opfer schwer verletzt war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 42-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Ihm drohen drei bis 15 Jahre Haft.

Tiefe Betroffenheit herrscht bei Thomas M.s Freunden. „Ich bin geschockt“, sagte Autor Josef Müller aus Fürstenfeldbruck, der das Opfer seit 30 Jahren kannte, unserer Zeitung. „Vor vier Tagen hat der Thomas mir noch eine Nachricht auf den Anrufbeantworter gesprochen. Wir wollten uns heute treffen. Der Thomas war so nett und charmant“, im Job sei er als Anzeigen-Verkäufer daher sehr erfolgreich gewesen. „Selbst in Stadelheim sagten sie: So einer gehört nicht hierher.“ Von 2009 bis Anfang 2018 hatte M. im Gefängnis gesessen, weil er seine frühere Lebensgefährtin misshandelt und gewürgt hatte. „Nach seiner Entlassung begann er ein neues Leben“, sagte Müller. Seine Mutter habe ihm viel Halt gegeben. Eine Freundin hatte M. nicht. Müller: „Sein Verlust schmerzt unendlich.“

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare