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Riesige Welle der Hilfsbereitschaft in Tittmoning

Sohn nach Wohnungsbrand: „Meine Schwester leidet furchtbar unter dem, was passiert ist“

Einsatz der Feuerwehr mit Nachtbeleuchtung am Montag Morgen (20. Dezember) in Tittmoning
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Einsatz der Feuerwehr mit Nachtbeleuchtung am Montag Morgen (20. Dezember) in Tittmoning.
  • Roland Kroiss
    VonRoland Kroiss
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Nach dem Wohnungsbrand in Tittmoning am frühen Montag Morgen (20. Dezember) steht die Familie S. vor einem Scherbenhaufen. Zwar ist glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt worden, doch die Wohnung der Mutter und größere Teile des Gebäudes in der Kardinal-Faulhaber-Straße sind nicht mehr bewohnbar. Der Sohn der Wohnungsinhaberin, Markus S., hat seine Mutter in seiner kleinen Wohnung vorübergehend aufgenommen.

Mehr Informationen zum Wohnungsbrand am frühen Montag Morgen in Tittmoning

Tittmoning - „Der Christbaum mit mehreren Geschenken stand bereits schön hergerichtet in der Wohnung von meiner Mama. Es war eine schöne, helle Wohnung. Nun ist alles schwarz, voller Ruß, als wäre jemand mit einem Feuerzeug an einer weißen Wand entlang gegangen“, erzählt Markus S. innsalzach24.de. Dabei muss immer wieder schlucken, weil er den Tränen nahe ist. Zu frisch sind die Eindrücke nach dem Brand am Montag Morgen. Am gleichen Tag noch ist seine Mutter mit vier Haustieren - zwei griechische Landschildkröten und zwei Katzen - in seine 50-Quadratmeter-Wohnung eingezogen.

Familie hält in der Krise fest zusammen - Tochter wohnt erstmal beim Papa

„Für mich ist es völlig selbstverständlich, innerhalb der Familie sofort zu helfen. Auch wenn es erstmal eng ist. Ich bin Lkw-Fahrer und könnte notfalls auch im Führerhaus schlafen, wo ich eine Standheizung habe“, so Markus S. Noch haben seine Mama und er aber einen Schlafplatz in der Wohnung am Stadtplatz von Tittmoning. Markus´ 14-jährige Schwester - deren Kinderzimmer vollständig ausbrannte - ist bis auf weiteres beim Papa untergekommen.

„Erst, wenn es einen selbst betrifft....“

Alles musste unglaublich schnell gehen, denn der Notfall trat plötzlich ein. „Erst wenn es einen selbst betrifft, weiß man, was das bedeutet und was so eine Situation von einem abverlangt“, so Markus S. Kurz nach dem Brand posteten Freunde Hilfsaufrufe in Sozialen Medien - speziell Facebook - „und die Rückmeldungen sind phänomenal. Leute bieten Sachspenden an oder sogar Notwohnungen“, so der Sohn der Geschädigten. Die „unerwartete Welle der Hilfsbereitschaft aus Bayern und darüber hinaus“ überwältigt die Familie, „gerade in diesen schwierigen Zeiten“.

Scheinbar war defekte Mehrfachsteckdose die Brandursache

Die Kriminalpolizei Traunstein ermittelt aktuell noch hinsichtlich der Brandursache. „Zum großen Glück aller Beteiligten wurde niemand schwer verletzt oder erlitt eine Rauchvergiftung“, so Markus S. Laut ersten Erkenntnissen war es „nur“ ein Elektro-Schwelbrand, der vermutlich von einer defekten Mehrfach-Steckdose ausgelöst worden ist: „Es war aber alles ausgeschaltet: Fernseher, XBox und LED-Beleuchtung“, so Markus S. Er könne sich das nicht erklären. Der Stand-By-Betrieb habe möglicherweise nicht richtig funktioniert. Das neue TV-Gerät und ein neuer Gaming-Sessel sind zerstört.

Schwester gibt sich die Schuld am Unglück - Feuerwehr reagiert sehr schnell

„Meine Schwester leidet furchtbar unter dem, was passiert ist. Sie gibt sich auch noch die Schuld, obwohl sie keine hat. Ein traumatisches Erlebnis an der Schule hat sie noch nicht verarbeitet, bei dir ihr ungerechterweise die Schuld gegeben wurde“, berichtet ihr älterer Bruder. Markus´ eigener älterer Bruder war zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Gebäude - er wohnt im Stockwerk über der Wohnung seiner Mama. „Wie durch ein Wunder, waren viele Nachbarn zum richtigen Zeitpunkt nicht im Gebäude“, so Markus S., „und alle reagierten schnell richtig und die Feuerwehrleute haben eine Super-Arbeit gemacht“

Die Familie ist den Einsatzkräften „unendlich dankbar“, weil sie noch Schlimmeres verhindern konnten. Der Rauchmelder im Kinderzimmer half auch, so schnell Alarm zu geben. Nun geht es ans Aufräumen. Laut Aussagen der betroffenen Familie wurde vom Vermieter eine Brandschutzversicherung aufs Haus abgeschlossen. Auch private Hausratversicherungen wurden abgeschlossen. „Bis das alles geklärt ist, kann es aber noch Monate dauern“, so Markus S. Sachverständige müssen prüfen und Gutachten erstellen.

Am dringendsten bräuchten seine Mama und seine kleine Schwester eine neue Bleibe mitten im Winter - so unbürokratisch wie möglich. „Es gab sogar schon Angebote, die aber zu weit weg waren, denn meine Schwester muss in der Nähe von Fridolfing bleiben, wo sie weiterhin in die Mittelschule gehen soll.“

Tupperware-Chefin hilft an vorderster Front

Ganz nah an der Familie ist Andrea Horn von der Tupperware-Bezirkshandlung in Altötting, bei der die Betroffene arbeitet: „Sie ist eine erfolgreiche Verkäuferin mit Star-Team-Status und fährt sogar ein Tupperware-Auto. Ich mag sie sehr und habe sofort geholfen.“ Um 1.30 Uhr nachts kam die Meldung auf ihr Handy und wenige Stunden später startete die Facebook-Hilfsaktion. „Zuerst gingen wir gemeinsam Unterwäsche shoppen, weil sie nichts mehr hatte“, so Andrea Horn zu innsalzach24.de.

Weil der Geldbeutel in der ausgebrannten Wohnung lag, „hätten wir fast nicht in Bekleidungsgeschäfte gehen dürfen, weil bei 2G zum Impfpass der Personalausweis vorgezeigt werden muss, den sie gerade nicht hat“. Über 300 Euro sind bereits auf dem Spendenkonto eingegangen, das die Arbeitgeberin eröffnet hat. „Ich finde es unheimlich toll und beeindruckend, dass sich so schnell so viele gemeldet haben und alles mögliche anbieten, von Kleidung über Hausrat bis zum H&M Gutschein für die Tochter.“

„Gustl“ und „Nala“ haben bereits ein neues Zuhause

Das Schlusswort hat Sohn Markus S. nach einem völlig verrückten Montag: „Haben übrigens ´nen Platz für Gustl und Nala gefunden.“ Das sind die beiden griechischen Landschildkröten. Für die Tierchen, für seine Mama und seine Schwester kann es wenige Tage vor Heiligabend nur wieder besser werden. Und eins ist klar: Dass wirklich ganz viele Menschen rund um Tittmoning alles dafür tun.

Spendenaufruf von Andrea Horn via Facebook:

„Durch Brand wenige Tage vor Weihnachten alles verloren! Heute früh kam es zu einem verheerenden Brand – nun steht eine Mutter mit ihrer 14jährigen Tochter vor dem Nichts.
 
Wir, die Tupperware Bezirkshandlung Andrea Horn, möchten gerne helfen und haben daher eine Spendenaktion eingerichtet. Die Familie freut sich über jede noch so kleine Spende.
 
Die Mutter und ihre Tochter haben nur in wenigen Sekunden all ihr Hab und Gut verloren. Den betroffenen Personen geht es soweit gut und auch die Tiere konnten gerettet werden. Doch der Schock sitzt tief, vor allem bei der 14-jährigen Tochter.
 
Für Sachspende, bitten wir vorerst um Kleidung in der Gr. 52 und Gr. 38 – diese darf gerne zu uns in die Bezirkshandlung gebracht werden.
 
Um Spenden bitten wir an: Bezirkshandlung Andrea Horn e.K.; Konto: VR Bank Rottal Inn IBAN: DE09 7406 1813 0005 1975 11; BIC: GENODEF1PFK

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