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Tiertransport boomt in der Corona-Krise auch im Kreis Altötting

Tierheimleiterin zu illegalem Welpenhandel: „Schmuggler kommen zu glimpflich davon“

Ein Problemfall vom illegalen Welpenhandel im Tierheim Winhöring ist dieser Kampfhund, der eigentlich in Bayern verboten ist. Ein mögliches Szenario ist eine Vermittlung ins Ausland.
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Ein Problemfall vom illegalen Welpenhandel im Tierheim Winhöring ist dieser Kampfhund, der eigentlich in Bayern verboten ist. Ein mögliches Szenario ist eine Vermittlung ins Ausland.
  • Jens Zimmermann
    vonJens Zimmermann
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Illegal, viel zu jung, falsche Pässe und zu niedrige Strafen: Das sind für Marie Hund, Tierheimleiterin Winhöring, die Hauptprobleme beim illegalen Welpenhandel. Während der Corona-Krise hätten sie durchgehend Tiere zu betreuen, um die sich ihr Team mit viel Liebe kümmert. Doch besonders ein Punkt bereitet Sorgen. 

Winhöring - Die Nachrichten über illegalen Welpenhandel mehrten sich in letzter Zeit. Die Burghauser Schleierfahnder befreiten beispielsweise am 19. Januar an der A94 AS Töging zwei Maltipoo-Welpen aus ihrer misslichen Lage in einer kleinen Box im Kofferraum eines rumänischen Mercedes Sprinter. Die kleinen Hunde waren in einem schlechten Allgemeinzustand, litten unter blutigem Brechdurchfall. Einer der Welpen verstarb leider wenig später.

Illegaler Handel boomt - Seit erstem Lockdown durchgehend Welpen im Tierheim Winhöring

„Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben wir durchweg Welpen. Zwischenzeitlich sogar zwischen 20 und 25“, berichtet auch Marie Hund, Tierheimleiterin Winhöring gegenüber innsalzach24.de. Sobald die Polizei einen solchen Fund macht, wird auch das zuständige Tierheim kontaktiert – auch mitten in der Nacht. Und auch die regionalen Züchter schlugen deshalb schon Alarm.

Doch einmal im Tierheim angekommen, sind die Welpen erst einmal in guten Händen. Ein Problem sei natürlich der Zustand der kleinen Hunde. Oft sind sie gesundheitlich angeschlagen und auch traumatisiert. Erst vor kurzem gab es einen Fall, wo ein Welpe in einer Katzenbox transportiert wurde. „Der konnte sich nicht mal hinstellen. Der Hund war eigentlich nur in seinem Urin drin und konnte nicht aufstehen. Damit fügt man dem Tier Schmerz und Leid zu und das ist eigentlich auch eine Straftat“, so Hund. Das widerspreche gegen die Tierschutz- und Tiertransportverordnung. Hinzu komme oft Urkundenfälschung.

Besitzer können Tiere zurückfordern

„Die Schmuggler kommen eigentlich sehr glimpflich davon“, ärgert sich die Tierheimleiterin. Die Tierpfleger würden sich Mühe machen und müssten auch einen Teil wieder an ihren rechtmäßigen Besitzer zurückgeben. „Diese bezahlen die Unterkunft im Tierheim und die Arztkosten und verkaufen die Tiere dann wieder, weil sie vermutlich mehr dafür erhalten“, glaubt Hund. Ein Großteil der Welpen könnten sie zum Glück aber auch vermitteln.

„Für den Aufwand bekommen wir relativ wenig. Wir kümmern uns um die Hunde und machen sie wieder fit. Die Schmuggler bekommen dann wieder fertig geimpfte, gesunde und gut genährte Tiere zurück und machen dann einfach weiter“, ist sich Hund sicher. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Die Rückgabe der Tiere wäre für sie das Schlimmste.

Es gab auch schon einen Fall bei dem der Besitzer mit den Tieren wieder zurück nach Rumänien ist. „Man weiß ja dann, was passiert. Die werden dann die neuen Welpen produzieren. Die sind hier groß geworden und findet keiner mehr süß“, so die Tierheimleiterin. Deshalb sei sie auch eng im Kontakt mit dem Deutschen Tierschutzbund, um etwas gegen den Welpenhandel zu unternehmen. Im Grenzgebiet sei man auch mit anderen Tierheimen über diese Vereinigung im Austausch.

In diesen Containern werden die Welpen untergebracht. Um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden, dürfen nur Hunde aus gemeinsamen Transport zusammen sein.

Zu milde Strafen fördern Handel

Um etwas gegen den illegalen Welpenhandel auszurichten, wünscht sich Hund höhere Strafen gegen die Besitzer und andere Gesetze. „Die Tiere werden nur als Sache angesehen. Wenn ich Gras schmuggle bin ich eher dran als wenn ich einen Hund schmuggel. Das ist auch nicht normal“, so die Tierheimleiterin. Aktuell verstoßen die Besitzer oft nur gegen das Tierseuchengesetz, weil die Welpen entweder gar nicht gegen Tollwut geimpft sind oder die Impfungen nicht gültig sind.

Die Tiere werden viel zu früh von der Hundemama weggenommen. „Wir hatten schon Welpen, die hatten noch keine Zähne. Da sind die höchstens vier Wochen alt“, erinnert sich die Tierheimleiterin. Ein empfohlenes Alter für einen Transport wäre ab ca. 15 Wochen – abhängig vom Herkunftsland.

Aktuell kümmert sich das Team aus dem Tierheim um sieben Welpen. Warum es so einen Anstieg gab, könne sich Hund persönlich nicht erklären. Zumal die Preise für die Welpen auch nicht unbedingt günstiger sind. Durch die aktuellen Entwicklungen hofft die Tierheimleiterin auf baldige Änderungen der Gesetze, um endlich etwas gegen diesen illegalen Welpenhandel zu unternehmen. „Es wäre nicht schlecht, wenn sich da mal etwas tut“, so Hund abschließend.

jz

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