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Anwohner in Reischach beklagt weiterhin Lärmbelästigung

Nach Knall-Ereignis im Februar: So geht es weiter mit der Testanlage

Die Firma Isar Aerospace führt Raketentest auf einem ländlichen Anwesen in Reischach durch.
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Die Firma Isar Aerospace führt Raketentest auf einem ländlichen Anwesen in Reischach durch.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Im Februar schreckte ein lauter Knall von einer Testanlage für Raketenantriebssysteme in Reischach Anwohner auf. Nun haben wir uns erkundigt, was seitdem geschehen ist.

Reischach - „Nach dem Knall vor ein paar Monaten, darf IsarAeroSpace seit kurzem seinen Teststand in Kolbersberg wieder betreiben. Laut Landratsamt wurden Sicherheitseinrichtungen optimiert, an der Anlage aufgetretene Schädigungen behoben und weitere Sicherheitsvorrichtungen angebracht. Welche Ursachen zu dem Zwischenfall führten, wurde nicht bekanntgegeben. Warum das nicht geschah, ist uns nicht bekannt“, berichtet Bernhard Oberhauser gegenüber unserer Redaktion. „Laut Betreiber, soll es zwischen Betreiber, Landratsamt und Gemeinde Gespräche über eine Errichtung einer Schallschutzmauer geben, Details sind uns aber ebenfalls nicht bekannt.“

„Die Isar Aerospace Technologies GmbH hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Ihnen der Austausch mit den Anwohnern sehr wichtig ist. Leider ist davon nichts zu bemerken. So habe ich bereits mehrfach darum gebeten, den irre lauten Warnton deutlich leiser zu machen, denn der ist aktuell sogar noch lauter als die Tests. Es gibt auch schon wieder Beschwerden von Anwohnern, da in der Mittagzeit getestet wurde, was leider erlaubt ist. Ob alle Sicherheitseinrichtungen, wie beispielsweise die Warnlichter an der Straße, ordnungsgemäß betrieben werden ist leider schwer zu kontrollieren“, fährt Oberhauser fort und schließt: „Eines bleibt aber sicher:: An die mehrmals täglich auftretenden Triebwerkstests, der im Normalfall in völligen Ruhe in unserer Umgebung vorherrschenden Lautstärke kann man sich nicht gewöhnen und führt bei jedem Besucher bei uns zu einem unglaublichen Kopfschütteln.“

Testanlage in Reischach: Anwohner beklagt weiterhin Ärger durch Lärmbelästigung

Die Firma Isar Aerospace Technologies GmbH entwickelt und baut Trägerraketen für den Transport von kleinen und mittleren Satelliten. „Dabei bieten wir die erste rein privat-finanzierte europäische Trägerrakete für kleine bis mittlere Nutzlasten an, um den weltweit wachsenden Bedarf zu decken“, so das Unternehmen. Gegründet 2018, ist das Unternehmen inzwischen auf über 180 Mitarbeiter aus rund 30 Nationen gewachsen. „Den ersten Testflug unserer ‚Spectrum‘-Rakete planen wir für das Jahr 2022.“ Es hat bereits prominente Investoren angelockt. Anfang September wurde ein Werk für die Produktion am Firmensitz in Ottobrunn von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eröffnet. Schon seit Mai 2019 testet das Unternehmen Generatoren auf einem ländlichen Anwesen im Ortsteil Kohlberg in Reischach, direkt in der Nähe von Oberhausers Hof. Dieser beklagt, dadurch könne er seinen Therapiebetrieb dort nur eingeschränkt anbieten.

Nachdem eine vorläufige Genehmigung des Landratsamts Altötting für die Tests abgelaufen war, lief im vergangenen Jahr eine Prüfung, ob die Tests eine zumutbare Belastung, unter anderem hinsichtlich der Lärmentwicklung darstellen. Im September folgte schließlich ein positiver Bescheid, der Testbetrieb darf also weiterlaufen. „Wir haben zuletzt eine Klage gegen den Bescheid des Landratsamtes vor dem Verwaltungsgericht eingereicht“, berichtete Bernhard Oberhauser in der Folge Anfang Februar. „Die Klage wurde von uns inzwischen zurückgezogen, da keine Möglichkeit des Erfolgs absehbar war“, so Oberhauser nun. Im Februar hatte es außerdem einen Schreckmoment für Anwohner der Anlage, als ein lauter Knall von dort ertönte. „Während eines Tests ist es zu einem Vorfall im Betrieb einer unserer Prüfstände in Reischach gekommen ist. Bei diesem Einzelfall ist ein lautes Geräusch entstanden. Wir bedauern, wenn dies zu einer Lärmbelästigung für die Anwohner geführt haben sollte“, so das Unternehmen damals.

Firma und Behörden: Nach Knall-Ereignis wurden Sicherheitsvorkehrungen verbessert

„Aufgrund der Betriebsstörung am 15. Februar musste der Prüfstand vorübergehend stillgelegt werden. Die Wiederinbetriebnahme wurde erst wieder am 22. Juli verfügt. Im Rahmen der Ursachenaufklärung wurde der TÜV-Süd, das Gewerbeaufsichtsamt und der technische Umweltschutz des Landratsamts Altötting tätig. Die Firma ISAR Aerospace GmbH hat dem Landratsamt Altötting hierzu einen detaillierten Bericht vorgelegt, welcher jedoch unter Geltendmachung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen nicht für Dritte einsehbar sein sollte“, erklärt Markus Huber, Pressesprecher des Landratsamts Altötting. „Es wurden für die beabsichtigte Wiederinbetriebnahme entsprechende Optimierungen an der Anlage vorgenommen, so wurden Sicherheitssysteme angepasst und ein Splitterschutzvorhang installiert.

„Alle beteiligten Gutachter und Fachbehörden haben nach erfolgter Umsetzung der Maßnahmen unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Maßnahmen beziehungsweise Auflagen einer Wiederinbetriebnahme zugestimmt.“, fährt Huber fort, „Das Landratsamt Altötting hat am 22. Juli im Rahmen einer Anordnung nach Paragraph 17, Absatz 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zusätzliche Auflagen hinsichtlich Betriebssicherheit und Anlagensicherheit erlassen und zeitgleich die Wiederinbetriebnahme zugelassen.“

„Wir haben unsere internen Prozesse nochmal analysiert, an verschiedenen Stellen verstärkt formalisiert, und in Zusammenarbeit mit zuständigen Stellen wie dem TÜV weitere technische Systeme eingefügt. Wir prüfen auch weiterhin, ob ergänzende Maßnahmen zum Lärmschutz, wie beispielsweise eine Schallschutzvorrichtung, ergriffen werden können, und stehen dazu im Austausch mit den zuständigen Stellen. Wir halten alle gesetzlichen Grenzwerte ein, diese werden sogar deutlich unterschritten“, betont das Unternehmen nun auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Isar Aerospace Technologies GmbH ist stets bemüht, die Lärmemmisionen zu verringern“, so wiederum Reischachs Bürgermeister Alfred Stockner. „In diesem Bestreben werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, mit der Genehmigungsbehörde und der Gemeinde Reischach besprochen und diskutiert. Hierbei ist auch über eine Schallschutzmauer gesprochen worden. Auch die Gemeinde Reischach würde alle Maßnahmen, welche sich positiv auf die Lärmemmisionen auswirken würde, unterstützen.“

hs

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