Tegernsee steht unter Schock

Details zum Ablauf des Geiseldramas: Mann tötet Mutter seines Kindes - Polizei gibt tödlichen Schuss ab

Geiseldrama am Tegernsee - Frau getötet, Mann von Polizei erschossen
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Tegernsee: Ein Mitarbeiter der Polizei steht vor dem Tatort. Ein Mann hat im oberbayerischen Tegernsee seine Ehefrau als Geisel genommen und sie getötet. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Dienstagabend wollten Beamte bei einem Notzugriff die Frau retten - dabei sei der Mann durch „polizeilichen Schusswaffengebrauch“ getötet worden
  • Martina Hunger
    vonMartina Hunger
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Tegernsee - Geiseldrama auf Höhe des Leebergs: Ein Mann hat seine Lebenspartnerin in der gemeinsamen Wohnung als Geisel genommen und sie im Laufe des Dienstagabend (10. November) getötet. Die Polizei erschoss den Täter.

Update, 15.20 Uhr - Details zum Ablauf des Geiseldramas: Mann tötet Mutter seines Kindes - Polizei gibt tödlichen Schuss ab

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat erneut eine Pressemeldung herausgegeben. Darin wird der Ablauf des tödlichen Geiseldramas geschildert:

Um kurz nach 17.00 Uhr wurde die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd per Notruf über eine Streitigkeit in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Schwaighofstraße in der Gemeinde Tegernsee informiert. Bei Eintreffen der ersten Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Bad Wiessee wurde den Einsatzkräften der Zutritt durch einen 46-jährigen Mann zur Wohnung verwehrt.

Die Polizeibeamten nahmen durch die verschlossene Wohnungstür verbal Kontakt zu dem 46-jährigen Mann auf, um ihn zum Öffnen der Wohnungstür zu bewegen. Der 46-jährige beharrte jedoch seinerseits auf das Erscheinen seines erwachsenen Sohnes am Einsatzort, um mit diesem zu sprechen.

Um einer Gefährdung der Wohnungsinhaberin und einer Eskalation der Situation vorzubeugen, wurde das Eintreffen des Sohnes abgewartet. Gegen 18.40 Uhr vernahmen die eingesetzten Polizeibeamten ein gesteigertes Aggressionspotenzial des 46-jährigen Mannes gegenüber seiner 25-jährigen Lebensgefährtin. In der Folge verschafften sich die Beamten gewaltsam Zugang zu der betroffenen Wohnung, um eine Gefahr für Leib und Leben der Frau abzuwenden.

Zwischenzeitlich verlagerte sich das Einsatzgeschehen in die Nachbarwohnung. Auf dem dortigen Balkon stach der 46-Jährige mehrfach auf seine Lebensgefährtin ein.

Bei dem darauffolgenden Notzugriff zündete der Tatverdächtige einen Knallkörper. Beim erneuten Eindringen der Beamten zur Hilfeleistung für die verletzte Frau bedrohte der Tatverdächtige einen Polizeibeamten mit einem Messer. Trotz mehrfacher Aufforderung zum Weglegen des Messers und wiederholter Androhung des Schusswaffengebrauchs ging der Mann auf den Beamten zu. Dieser machte daraufhin Gebrauch von seiner Schusswaffe.

Von dem Beamten wurden zwei Schüsse abgegeben, von denen nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Schuss tödlich auf den Angreifer wirkte. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch einen Notarzt verstarb der 46-jährige Mann an der Schussverletzung.

Auf dem Balkon fanden die Einsatzkräfte die durch mehrere Messerstiche schwerstverletzte 25-jährige Lebensgefährtin des Angreifers vor. Die Frau erlitt so schwerwiegende Stichverletzungen, dass sie trotz ebenfalls sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort verstarb.

Das in der gemeinsamen Wohnung aufhältige Kleinkind des verstorbenen Paares befindet sich zwischenzeitlich in der Obhut von Angehörigen.

Die Kriminalpolizeistation Miesbach führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt zum Nachteil der 25-jährigen Frau. Die Untersuchungen im Kontext mit dem polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen den 46-jährigen Angreifer führt, wie in derartigen Fällen üblich, das Bayerische Landeskriminalamt, ebenfalls unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II.

Update, 14.30 Uhr - Live-PK: Polizei informiert über tödliches Geiseldrama in Tegernsee

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd informiert in einer Live-Pressekonferenz über das Tötungsdelikt mit anschließendem polizeilichen Schusswaffengebrauch in Tegernsee. Ein Mann hatte die Mutter seines Sohnes am Dienstagabend als Geisel genommen und sie tödlich verletzt. Die Polizei erschoss den Mann bei dem Versuch die Frau zu retten.

Update, 11.45 Uhr - Pressekonferenz ab 14.30 Uhr

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wird am Mittwochnachmittag, den 11. November, eine Pressekonferenz zu der Tragödie in Tegernsee geben. Diese wird ab 14.30 Uhr auf Facebook übertragen. Der leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke (StA München II), Polizeipräsident Robert Kopp (Polizeipräsidium Oberbayern Süd)  und der erste Kriminalhauptkommissar Rainer Kehrer (KPS Miesbach) werden weitere Ermittlungsergebnisse darlegen. Wir berichtet live.

Update, 7.08 Uhr - Mann tötete Partnerin am Tegernsee und attackierte Polizei mit Messer

Ein Mann hat im oberbayerischen Tegernsee seine Frau als Geisel genommen und sie getötet. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Dienstagabend wollten Beamte bei einem sogenannten Notzugriff das Leben der Frau retten - dabei sei der Mann durch die Polizei erschossen worden. Dem Sprecher zufolge war der etwa 40 Jahre alte Mann zuvor mit einem Messer auf die Beamten losgegangen.

Die Polizei war dem Sprecher zufolge am Abend zu einem Streit in dem Haus ausgerückt. Wieso der Mann seine Lebenspartnerin als Geisel nahm und warum die Situation dann eskalierte, blieb zunächst völlig unklar. Auch ein Spezialeinsatzkommando wurde an den Tatort gerufen.

Fest stand am Abend, dass der Mann seiner Frau schwere Verletzungen „zugefügt“ hatte, an denen sie starb. Der Polizeisprecher ging von dem Messer als Tatwaffe aus, das Alter der Frau schätzte er auf Mitte 20.

Die Kriminalpolizei übernahm am Abend die Ermittlungen, die Spurensicherung war bis in die Nacht am Tatort beschäftigt. Das Landeskriminalamt untersuchte den Schusswaffengebrauch der Beamten. Diese wurden noch vor Ort von Seelsorge-Spezialisten betreut.

Am Mittwoch (11. November) wollten Staatsanwaltschaft und Polizei weitere Informationen zu dem Fall veröffentlichen.

Alles Weitere zu dem tragischen Vorfall am Tegernsee finden Sie unter rosenheim24.de.

Update, 22.20 Uhr - Schrecklicher Vorfall im Landkreis Miesbach

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in einer Pressemeldung mitteilt, hatte der Mann seine Lebenspartnerin in der gemeinsamen Wohnung im Streit angegriffen, verletzt und beim Eintreffen der Polizei bedroht.

„Um die Bedrohung der Frau abzuwenden, musste die Polizei die Wohnung betreten. Im weiteren Einsatzverlauf ging der Tatverdächtige mit einem Messer gegen die Beamten vor, woraufhin es zum polizeilichen Schusswaffengebrauch kam, an deren Folgen der Tatverdächtige verstarb“, so die weiteren Schilderung des Polizeipräsidiums.

Für die Lebensgefährtin kam jede Hilfe zu spät. Der Tatverdächtige hatte ihr zuvor so schwere Verletzungen zugefügt, dass sie wenig später an diesen verstarb.

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II führt die Kriminalpolizei Miesbach die Untersuchungen wegen des Tötungsdelikts gegen die Frau und das Bayerische Landeskriminalamt die Untersuchungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch.

Weitere Informationen zu diesem Fall werden Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch, 11. November, veröffentlichen.

Erstmeldung:

Großalarm in Tegernsee: Am Dienstagabend, 10. November, gegen 19.30 Uhr meldete ein Nachbar einen heftigen Streit in einer Wohnung an der Bundesstraße zwischen dem Bräustüberl Tegernsee und Rottach-Egern. Wenig später rückte ein Großaufgebot an Polizei und Rettungsdienst aus.

Als die Beamten an der Wohnung ankamen, soll der Mann seine Lebenspartnerin als Geisel genommen und gedroht haben, diese zu töten. Sofort alarmierte die Polizei nach. Auch Kollegen aus dem Rosenheimer Raum eilten nach Tegernsee. Insgesamt sollen etwa 20 Streifen im Einsatz gewesen sein. Die Bundesstraße wurde abgeriegelt.

Notzugriff: Polizei erschießt Täter

Wenig später erfolgte der Zugriff. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät. Der Mann hatte seine Lebensgefährtin offenbar bereits erstochen. Als die Einsatzkräfte die Wohnung stürmten, soll der Mann laut Informationen der Bildzeitung auch versucht haben die Beamten zu attackieren. Daraufhin fielen Schüsse.

Laut einem Polizeisprecher sei der Mann beim Notzugriff die Frau zu retten durch einen „polizeilichen Schusswaffengebrauch“ getötet worden.

Hintergründe zur Tat oder weitere Informationen liegen derzeit noch nicht vor.

mz/mh/dpa

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