Heute Abend Patiententelefon

Tabuthema Durchfall: Das raten Experten

Durchfall ist unangenehm. Tritt er dauerhaft auf, belastet er nicht nur das Wohlbefinden – er kann auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Vor allem bei älteren Menschen. Die wichtigsten Antworten geben heute am Patiententelefon Experten der Gastro-Liga.

 Eine Rolle Toilettenpapier liegt auf einer Herrentoilette.

Wann ist Durchfall tatsächlich chronisch?

Von Durchfall – Diarrhö – spricht man bei drei oder mehr ungeformten Stuhlgängen pro Tag – oder wenn der Stuhlgang ungewöhnlich flüssig ist. Als anhaltend wird Durchfall bezeichnet, wenn er für eine Dauer von zwei bis vier Wochen auftritt. Von chronischem Durchfall spricht man ab einer Dauer von vier Wochen.

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Welche Ursachen kommen infrage?

Chronischer Durchfall kann aus ganz unterschiedlichen Gründen auftreten. Eine der häufigsten Ursachen ist das sogenannte Reizdarmsyndrom. Hier sind Durchfälle aber wesentlich milder und stellen keine Bedrohung dar. Ungefähr 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung westlicher Industrienationen sind davon betroffen. Es äußert sich beispielsweise mit wiederkehrenden Durchfällen, Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen.

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Auch die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kommen als Auslöser von chronischem Durchfall infrage. Dazu gehören in erster Linie die beiden Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die sich mit vielfältigen Symptomen äußern können – je nachdem, welcher Darmabschnitt betroffen ist und welche Form vorliegt. Daneben gibt es eine Reihe weitere Erkrankungen, die mit chronischem Durchfall einhergehen können.

„Bei der Abklärung müssen immer ganz unterschiedliche Faktoren in Betracht gezogen werden. So kann chronischer Durchfall durch viele verschiedene Medikamente ausgelöst werden. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, übermäßiger Alkoholkonsum, dauerhafte psychische Belastungen oder auch Tumorerkrankungen und eine Vielzahl an Entzündungen kommen als Verursacher infrage“, sagt Prof. Dr. Bernhard Lembcke, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologe.

Was sind die Folgen?

Bei Durchfall scheidet der Körper vermehrt Wasser und Mineralsalze (Elektrolyte) aus. Das bringt den Flüssigkeits- und Energiehaushalt durcheinander: Vor allem bei chronischem, schwerem und akutem Durchfall besteht dabei die Gefahr der Austrocknung, also Dehydratation. Experte Prof. Lembcke erklärt: „Der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust kann den Kreislauf stark beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Ohnmacht und Verwirrtheitssymptome – bis hin zum sogenannten Delir – oder Herzrhythmusstörungen. Auch das Risiko für Harnwegsinfekte oder eine Thrombose steigt.“ Gerade für Senioren seien diese Folgen nicht ungefährlich, mahnt er.

Wie läuft die Behandlung ab?

Bei einer Dehydratation ist es grundsätzlich wichtig, dem Körper zunächst wieder ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zuzuführen – sei es durch ausreichendes Trinken oder auch als Infusion. Da chronischer Durchfall sehr unterschiedliche, auch ernst zu nehmende Ursachen haben kann, sind die Therapieansätze entsprechend unterschiedlich. Prof. Lembcke betont hierbei: „Bei chronischem Durchfall ist es sehr wichtig, die Grunderkrankung oder zugrunde liegende Ursache ausfindig zu machen und gezielt zu behandeln. Daher sind – gerade auch bei Senioren – spezifische Untersuchungen bei chronischem Durchfall unabdingbar.“

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Wo bekommt man Hilfe und Infos?

Unter www.gastro-liga.de steht im Bereich „Unser Service“ eine Vielzahl an Broschüren zu unterschiedlichen Verdauungsthemen kostenlos zum Download zur Verfügung. Das Patiententelefon der Gastro-Liga (siehe nächster Punkt) bietet Interessierten und Betroffenen Hilfe bei Erkrankungen von Magen, Darm & Co. und wird jeden ersten Mittwoch im Quartal angeboten.

Heute Experten am Patiententelefon

Das Patiententelefon mit zahlreichen Experten der Gastro-Liga zum Thema „Chronischer Durchfall“ ist heute (7. Oktober 2020) von 18 bis 20 Uhr erreichbar. Die Telefonnummer: (0641) 9 74 81 20. (mm)

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