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Am Mittwoch tauchte nur sein Rucksack am Hochkalter auf

Graben, suchen, warten: Wie die Bergwacht Julian (24) näherkommt - und die Hoffnung verliert

Erschöpfte Bergwachtler am Mittwoch in Ramsau bei Berchtesgaden. Den vermissten Bergsteiger vom Hochkalter hat man noch immer nicht gefunden.
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Rückkehr nach einem Einsatz von vielen: Erschöpfte Bergwachtler am Mittwoch in Ramsau bei Berchtesgaden. Den vermissten Bergsteiger vom Hochkalter hat man noch immer nicht gefunden.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Vier Nächte keine Spur vom vermissten Bergsteiger Julian (24) am Hochkalter, am Mittwoch ging die Suche dann endlich richtig los: doch gefunden wurde nur sein Rucksack. Über einen Tag voller Aufs und Abs für Bergwacht, Polizei und Luftwaffe - die in der Ramsau suchten, gruben und warteten.

Ramsau bei Berchtesgaden - Die Hoffnung, den vermissten Bergsteiger Julian am Hochkalter noch lebendig zu finden, ist am Mittwoch (21. September) erneut gesunken - mehr noch: ein Ramsauer Bergwachtler sagte am Ende eines harten Tages gegenüber BGLand24.de offen, dass „eigentlich keiner damit rechnet, dass er noch lebt“. Und doch stirbt die Hoffnung immer zuletzt. Am Donnerstagfrüh gegen 8 Uhr wird man weitermachen. Wieder und wieder werden Bergwacht und Polizei mit Hubschraubern auf 2400 Meter Seehöhe fliegen - dort, wo der 24-Jährige vermutet wird.

Vermisster Bergsteiger (24) am Hochkalter: Bergwacht findet nur Rucksack

Als „Teilerfolg“ bezeichnete es Rudi Fendt mit etwas Verzweiflung in der Stimme, als er gegen 17 Uhr verkündete, dass der Rucksack von Wanderer Julian gefunden wurde. In absolutem Absturzgelände, wie der Bergwachtler sagte. Der Inhalt: Bergsteigerausrüstung, Müsliriegel - und sein Laptop. Jener Laptop war es, der die Bergwacht auf die Spur führte. Obwohl anderthalb Meter unter dem Schnee, konnte die „Recco-Boje“ das Gerät aufspüren. Sie kann Halbleiter in elektrischen Geräten orten und kam rund 200 Meter unterhalb des Hochkaltergipfels vom Hubschrauber aus immer wieder zum Einsatz. Abgeseilte Helfer gruben die Fundstücke aus dem Schnee.

Thomas Meeß von der Bergwacht Ramsau. 

Schon am Vormittag, nachdem sich die Wolken langsam lockerten und sich das Flugwetter besserte, schlug die „Recco-Boje“ zum ersten Mal aus. Doch das, was die Bergwacht-Hände unter dem Schnee dann ausgruben, hatte mit dem vermissten 24-Jährigen aus Niedersachsen nichts zu tun: Ein alter, abgestürzter Wetterballon wurde gegen 12 Uhr verkündet. „Jetzt geht alles wieder von vorne los, es könnte sich ziehen“, sagte der Ramsauer Bergwachtler Thomas Meeß da noch - nur einer von rund 35 Einsatzkräften, die in die Suche am Mittwoch eingebunden waren.

Der Hochkalter im Abendlicht: Rot eingekreist der über 2600 Meter hohe Gipfel - etwas unterhalb wurden die letzten Signale von Julian registriert. 

Am späten Nachmittag mischte sich zwischen das Wummern der beiden Hubschrauber dann plötzlich ein ganz anderes Geräusch: ein Eurofighter der Luftwaffe zischte über die Ramsau. „Ein Versuchsballon“, so einer der eingesetzten Polizisten im Gespräch - denn am Tag zuvor bekam man von der Bundeswehr das Angebot, auch die modernste Technik der Streitkräfte einsetzen zu können. Mit einer radar- und wärmebildgestützten Spezialkamera wurde der Hochkaltergipfel umkreist. Die Ergebnisse werden erst am Donnerstag vorliegen.

Mit insgesamt zwei Hubschraubern brachen Bergwacht, Polizei und Notarzt immer wieder auf. 

„Dadurch, dass wir den Rucksack gefunden haben, wissen wir jetzt eine gewisse Bahn, in der der Vermisste sein könnte“, sagte Bergwachtler Rudi Fendt abschließend. Er geht davon aus, dass Julian den Rucksack im Fallen verloren hat. Schon aus diesen Worten hörte man heraus, dass der junge Bergsteiger seine Hochkalter-Tour am Samstag wohl kaum überlebt haben kann. Die Schneefallgrenze lag in den vergangenen Tagen bei rund 1400 Metern. Anderthalb Meter Schnee bedecken die hohen Gipfel im Berchtesgadener Land.

Fotos von der ersten Vermisstensuche am Hochkalter vom Samstag (17. September).

Noch am Samstag alarmierte Julian selbst die Bergwacht. Er habe sich an den Armen und am Kopf verletzt. „Er hat gesagt, das kriegt er nicht mehr hin, weil er so friert“, erzählte einer der Helfer. Auch im Hochsommer ist der „Kalter“ nicht ohne: Erste Klettererfahrung ist ein Muss. Und auch Rudi Fendt berichtete noch einmal von dem Telefonat: „Schon am Samstag war es ja so, dass wir zuerst noch miteinander reden konnten. Als wir ihn später wieder anrufen wollten, ging er schon nicht mehr hin...

xe

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