Kreisbrandrat gibt Tipp

Sturm Sabine: Äste von der Straße räumen – Wie verhalten sich Autofahrer richtig?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Sturmtief Sabine hält die Feuerwehr auf Trab. Wie kann man als Autofahrer helfen? Darüber gibt es eine Kontroverse.
  • schließen

Sturm Sabine erreicht die Region. Im Internet kursiert ein Post, der Menschen auffordert, kleinere Äste selbst von der Straße zu räumen statt die Feuerwehr zu rufen. Ist das ratsam? Offizielle Stellen geben eher allgemeine Tipps. Konkreter wird da der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank.

Rosenheim / Mühldorf – Der Sturm hat einen kleinen Ast auf die Straße geweht. Was tun? Im Internet kursiert derzeit auf mehreren ein Aufruf, in dem Autofahrer gebeten werden, selbst Hand anzulegen und nicht gleich die Feuerwehr zu rufen.

Das löst in vielen Kommentarspalten heftige Diskussionen aus. Während die einen sich dafür aussprechen, nicht gleich für jeden Ast auf der Straße die Feuerwehr zu rufen, wollen sich die anderen durch solche Aktionen nicht selbst in Gefahr bringen. Aber was ist nun richtig? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt nur allgemeine Verhaltenstipps bei Stürmen.

Weil in den Medien früh über aufziehende Stürme und Unwetter wir das Sturmtief Sabine gewarnt wird, bleibe in der Regel genug Zeit sich vorzubereiten. Hier sind die Tipps der Behörde:

  • Während eines Sturmes sollten Sie sich nicht draußen aufhalten, sondern in festen Gebäuden Schutz suchen.
  • Werden Sie im Freien überrascht und können kein Gebäude mehr aufsuchen, so suchen sie möglichst eine Mulde oder einen Graben auf, legen Sie sich mit dem Gesicht erdwärts und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen.
  • Versuchen Sie auf Ihrem Weg in ein Gebäude einen Bogen um Wälder und Freileitungen zu machen. Bevor Sie in die Nähe eines Hauses kommen, kann ein Blick nach oben lebenswichtig sein. Denn häufig lösen sich Dachziegel und werden auf den Boden geschleudert.
  • Meiden Sie ebenfalls die Nähe von Baugerüsten und baufälligen Häusern, von denen sich Gerüst- und Fassadenteile lösen könnten.
  • Schließen Sie im Inneren des Gebäudes Fenster und Türen sowie Rollläden oder Fensterläden.
  • Halten Sie sich von Öffnungen fern, die nicht auf diese Art zusätzlich geschützt werden können, wie z. B. Dachluken.
  • Suchen Sie bei einem Wirbelsturm möglichst einen tief liegenden Raum, z. B. Keller oder einen innen liegenden Raum Ihres Wohnbereiches auf.
  • Kraftfahrzeuge, Wohnwagen und leichte Gebäude wie Holzbauten bieten möglicherweise keinen ausreichenden Schutz. Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie z. B. Hallen.

Eine feste Verhaltensregel für einen Ast, der auf einer Fahrbahn liegt, gibt es vom Bundesamt nicht. Der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank kennt das Problem, dass die Feuerwehr oft wegen kleinerer Hindernisse auf der Straße verständigt wird - und dann Kapazitäten für wichtige Einsätze verloren gehen. Er wünscht sich, dass Betroffene auch mal selbst Hand anlegen und einen kleineren Ast von der Straße ziehen - und die Feuerwehr damit entlasten. "Aber natürlich darf man sich dabei selbst nie in Gefahr bringen", sagt der Kreisbrandrat.

"Es ist schwierig, weil die Leute oft verunsichert sind", sagt Schrank. Ein Autofahrer, der einen Ast auf der Straße sieht, den er alleine beseitigen könnte, soll zuerst die Umgebung prüfen. Hat sich der Wind gelegt, könne man kurz anhalten und den Ast an die Seite ziehen. Wenn noch Wind weht und die Gefahr besteht, dass weitere Äste herabfallen, solle man lieber weiterfahren um sich selbst und das Fahrzeug in Sicherheit zu bringen. Das gelte vor allem bei Straßen, die durch Waldstücke führen.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare