Trotz früher Warnung

Sturm am Chiemsee und Waginger See: Zahlreiche Wassersportler in Seenot

Ein gekentertes Boot auf dem Chiemsee: Retter mussten am Mittwoch, 26. August, bei Sturm zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.
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Ein gekentertes Boot auf dem Chiemsee: Retter mussten am Mittwoch, 26. August, bei Sturm zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

Der Sturm war angekündigt für die Mittags- und Nachmittagsstunden des 26. August. Dennoch gingen am Mittwoch an den Seen in der Region viele Sportler aufs Wasser – und mussten wenig später gerettet werden.

Chiemsee – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte schon am Mittwochmorgen (26. August) vor starken Windböen im Verlauf des Tages gewarnt. Eine Warnung, die laut Polizeiberichten zahlreiche Wassersportler in der Region im wahrsten Sinne des Wortes in den Wind schlugen.

Am Chiemsee seit 7.30 Uhr Warnungen vor Windböen

Vor Starkwind wurde am Chiemsee bereits am 7.30 Uhr am morgen gewarnt. Dennoch mussten Wasserrettungsdienste gegen 13.30 Uhr zu mehreren Einsätzen ausrücken. Zu diesem Zeitpunkt war die Warnung laut Polizei bereits seit gut 1,5 Stunden zur Sturmwarnung hochgestuft. 

Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei Prien mussten von den Rettungsbooten der DLRG und Wasserwacht die Besatzungen von Segelbooten, Kajaks und Stand Up Boards in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt wurden an diesem Nachmittag 15 Einsätze, teilweise unter schwierigen Bedingungen bei Windstärke 6 auf dem Chiemsee bewältigt.

Wind spült große Boote regelrecht an Land

Der starke Westwind spülte große Segeljachten regelrecht an Land. Gekenterte Boote konnten teilweise nicht geborgen und zunächst nur vor Anker gelegt werden. Deren Bergung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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Alle Einsätze verliefen ohne Personen- und größere Sachschäden, berichtet die Polizei. Die Wasserschutzpolizei weist in diesem Zusammenhang drauf hin, dass Rettungsmittel immer einsatzklar sein und rechtzeitig angelegt werden müssen. Die Standorte der Sturmwarnleuchten müssen jedem Wassersportler am Chiemsee bekannt sein und deren Signale, je nach Wetterlage, beachtet werden.

Polizei verteilt Platzverweise am Waginger und Tachinger See

Auch am Tachinger und am Waginger See gerieten Wassersportler bei starken Windböen in Schwierigkeiten. Und auch hier das gleiche Bild: Die Warnungen erfolgten früh. Trotzdem wagten sich die Menschen aufs Wasser.

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„Trotzdem gab es noch einige leichtsinnige Wassersportler, die verantwortungslos die Warnung ignorierten und weiterhin mit Stand-up-Board und Ruderboot oder Schlauchbooten unterwegs waren“, heißt es in einem Polizeibericht. Die Polizeiinspektion Laufen und die Wasserwachten der beiden Seen waren mehrfach zur Rettung von erschöpften Wassersportlern eingesetzt.

Zahlreiche Wassersportler wurden auf den Seen vom Wind abgetrieben und konnten sich nicht mehr selbst in Sicherheit bringen. Sie mussten gerettet werden. Weitere Wassersportler, die ihre Geräte auf dem See noch unter Kontrolle hatten, wurden von der Polizei per Platzverweis zum Ufer geschickt.

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