Stückl gegen Söders Kreuz-Erlass

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Christian StücklPassionsspielleiter und Intendant des Volkstheaters.

„Falscher Zungenschlag“ . München – Der Spielleiter der Passion in Oberammergau, Christian Stückl, kritisiert den Kreuz-Erlass der bayerischen Staatsregierung.

Hier werde ein Zeichen missbraucht, „dass mir wichtig ist“, um andere auszugrenzen, sagte Stückl im BR-Sonntags-Stammtisch. Das Kreuz stehe für eine Idee, die besage, „Liebe Deinen Nächsten, liebe Deine Feinde und versuche, zusammenzukommen“. Wenn aber von den gleichen Leuten, die jetzt anordneten, ein Kreuz in den staatlichen Behörden aufzuhängen, gesagt werde, der Islam passe nicht zu Deutschland mit seiner christlich-jüdisch geprägten Gesellschaft, dann sei dies Ausgrenzung.

Als einer, der von Bildern her denke, missfalle ihm auch, dass ausgerechnet „der Landesvater“ in Gestalt von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Kreuz in der Staatskanzlei anbringe, sagte Stückl. Das könne der Generalsekretär tun, der für den Wahlkampf verantwortlich sei. Außerdem warne er vor einem falschen Zungenschlag, wenn von der jüdisch-christlich geprägten Gesellschaft die Rede sei, so der Regisseur. Vor 70 bis 80 Jahren seien die Juden noch umgebracht worden, nun aber werde auf die jüdisch-christliche Gesellschaft verwiesen, um andere damit auszugrenzen und Wahlkampf zu machen. „Das darf nicht sein.“

Nicht sonderlich viel von Söders Kreuz-Erlass hält auch seine Wissenschaftsministerin. Marion Kiechle sagte in der Fernsehtalkshow „3 nach 9“: Man müsse zuerst abwarten, wie die Ausführungsbestimmungen seien. In ihrem Ministeriumseingang hänge schon ein Kreuz. Allerdings fügte sie an: „Ich fand das jetzt keine besonders kluge Idee.“ Einen Tag später ruderte sie zurück. Der Pressesprecher ihres Ministeriums teilte dem BR folgendes Kiechle-Zitat mit: „Ich stehe klar hinter dem einstimmigen Beschluss des Kabinetts.“  kna/mm

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