FRIST FÜR URNEN

Streit um Friedhofsruhe

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Olching – Für Urnen reicht nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs eine Ruhezeit von zwei Jahren.

Die Verwaltungsrichter wiesen gestern den Normenkontrollantrag einer Olchingerin ab, die die Friedhofssatzung der Stadt Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) für rechtswidrig hält. Diese sieht für Urnenbestattungen eine Ruhefrist von 24 Monaten vor. Danach werden die Urnen von der individuellen Grabstätte in ein Gruppengrab verbracht.

Geklagt hatte die Olchingerin Ingrid Hannemann. Die 60-jährige Anwältin ist der Meinung, die Verwaltung der Stadt Olching verstoße mit ihrer Friedhofssatzung gegen die Totenruhe. Es gehe ihr darum, dass auch die „postmortale Würde“ eingeäscherter Menschen gewahrt bleibe, sagte sie vor Gericht.

Hannemann sieht die Menschen, die sich nach ihrem Tod einäschern lassen beziehungsweise deren Angehörige, in Olching benachteiligt. Schließlich belaufe sich die Ruhefrist für in der Erde bestattete Verstorbene laut Satzung auf zwölf Jahre – vorher dürfen diese im Regelfall nicht verlegt werden. In Nordrhein-Westfalen gilt dagegen gilt sowohl für Erd- als auch für Feuerbestattete die gleiche Frist – eine entsprechende Regelung wünscht sich Hannemann auch für den Freistaat. Das Gericht ging jedoch davon aus, dass die Umbettung der Urnen „pietätsvoll“ erfolge.  till

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