Streit um 500 000-Euro-Pferd Gerichte verhandeln seit Jahren um den Wallach „Donero 2“

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Der Kläger: Lukas Graf Blücher von Wahlstatt. Fotos: Jantz

Streit um 500 000-Euro-Pferd. Gerichte verhandeln seit Jahren um den Wallach „Donero 2“.

München – Ein für eine halbe Million Euro verkauftes Pferd beschäftigt seit Jahren die Gerichte. Der Käufer, Lukas Graf Blücher von Wahlstatt, erwarb den damals zehnjährigen Hannoveraner Wallach „Donero 2“ Ende des Jahres 2010 von einem Reitlehrer und Pferdeausbilder aus Norddeutschland. Dieser hatte das Tier bis zur Grand-Prix-Reife gefördert. Bekannte des Grafen ritten den Hannoveraner zwei Mal Probe und ließen ihn in einer Klinik untersuchen. Beide Parteien einigten sich auf den Handel und „Donero 2“ wechselte für 500 000 Euro den Besitzer. Doch die Freude des Käufers währte nicht lange: Bei dem Dressurpferd wurde eine Halswirbelverletzung festgestellt. Der 62-Jährige aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen will seitdem eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Am Mittwoch sagten am Oberlandesgericht (OLG) mehrere Zeugen aus. Das Gericht sollte einen Eindruck von dem Wallach vor und nach dem Verkauf bekommen.

„Es ist ein außergewöhnliches Pferd“, sagte ein Tierarzt aus Norddeutschland, der „Donero 2“ im Jahr 2010 untersucht hatte. Etwa eine Stunde lang habe er das Tier gründlich unter die Lupe genommen. „Das Pferd befand sich in einem außerordentlich guten Trainingszustand, es war gepflegt, hatte ein glänzendes Fell.“ Bei allen drei Gangarten habe es einen lockeren Eindruck gemacht. Auch die Beweglichkeit des Halses habe er dabei getestet. Da der Tierarzt wusste, dass das Pferd zu einem hohen Preis verkauft werden sollte, habe er bei der Untersuchung ganz genau hingesehen.

Die Grand-Prix-Reiterin Nina-Julia Beck (41), die „Donato 2“ bei Turnieren reiten sollte, habe allerdings schnell festgestellt, dass das Tier sich heftig wehrte, wenn es den Kopf nach rechts biegen sollte. Es habe sich widersetzt, gelahmt und Schmerzen gehabt. „Zuerst haben wir gedacht, es kommt vom Transport“, sagt sie. Doch Röntgenbilder hätten eindeutig bewiesen, dass die Verletzung bereits älter sein muss. Der Verkäufer vertritt hingegen die Meinung, die Probleme seien durch eine falsche reiterliche Behandlung auf Seiten des Käufers verursacht worden. Die Klage des Käufers hatte in den Vorinstanzen vor dem Landgericht II und dem OLG Erfolg. Der Verkäufer ging in Revision. Der Bundesgerichtshof kam zu einem anderen Ergebnis und gab dem Verkäufer Recht. Nun muss das Berufungsgericht verhandeln. Fortsetzung am 20. März. S. WEGELE

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