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Unvergessliches Erlebnis

Stoffherz von der Losbude: Flüchtlingskinder auf dem Plärrer

Rund geht's: Flüchtlingskinder durften einen Tag auf den Plärrer - und dort die Fahrgeschäfte ausprobieren
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Rund geht's: Flüchtlingskinder durften einen Tag auf den Plärrer - und dort die Fahrgeschäfte ausprobieren

Augsburg - Eine Flüchtlingsinitiative und Schausteller packen gemeinsam an und ermöglichen Flüchtlingskindern einen Tag auf dem Volksfest Plärrer. Für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis.

Die 10-jährige Narges aus Afghanistan findet den Besuch des Plärrers „voll gut“. An der Losbude hat sie zuvor für 25 Punkte ein Stoffherz gewonnen, das sie von nun an immer an diesen sommerlichen Montag in Augsburg erinnern wird. Auch dem 12 Jahre alten Abdel-Aziz aus Syrien wird der Tag noch lange in Erinnerung bleiben. Besonders stolz ist er, weil er das Schild für den exklusiven Rundgang auf dem Volksfest tragen darf.

„Die Schausteller haben etwas Unbezahlbares ermöglicht“, sagt Maria Arslan, die Initiatorin der Aktion

Bestes Wetter, strahlende Gesichter: Die Kinder waren von dem Volksfest begeistert.

„Übergepäck eines Flüchtlings“. Sie sei den schwäbischen Schaustellern sehr dankbar. Schon mehrfach haben Augsburger Ehrenamtliche rund um Arslan den Flüchtlingen in der Region geholfen. Begonnen hat alles mit einer Spendenaktion zu Weihnachten im vergangenen Jahr. Vor insgesamt sechs Flüchtlingsheimen wurden vorher gespendete Geschenke an die Menschen verteilt.

Auch das Theater Augsburg unterstützt inzwischen die Initiative der Flüchtlingshelfer. „Auf Wunsch der Intendantin ist es seit März möglich, dass wir gemeinsam mit Flüchtlingen Vorstellungen im Theater besuchen. Das tut den Menschen gut und gibt ihnen das Gefühl, etwas zu tun zu haben. Sie können sich auf ein Event freuen“, sagt Arslan. Daneben gibt es für die Kinder noch die Möglichkeit einer kostenlosen Mitgliedschaft im örtlichen Rugby-Verein, einer Jobvermittlung oder auch Patenschaften jeglicher Art mit Augsburger Familien.

„Ich bin froh, dass ich ein bisschen helfen kann"

Jura-Student Moritz Bühler ist einer der freiwilligen Helfer bei „Übergepäck eines Flüchtlings“. Auch er hat sich den gemeinsamen Plärrer-Besuch nicht entgehen lassen. „Viele der Kinder kenne ich aus der Hausaufgabenbetreuung. Das mache ich einmal in der Woche in einem sogenannten Übergangsheim“, erklärt der junge Mann. „Ich bin froh, dass ich ein bisschen helfen kann. Die Kinder lernen so schnell und es macht wirklich sehr viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“

„Übergepäck eines Flüchtlings“ ist kein Verein. Deshalb kann jeder, der gerne helfen möchte, selbst entscheiden, wie er sich einbringen kann und möchte. „Wir wollen nachhaltig helfen und deshalb sollen sich die Ehrenamtlichen mit ihren Stärken engagieren. Eine Hilfe von hier und für hier ist das Ziel“, erklärt Arslan das Konzept.

Der Name der Organisation hat mit dem Übergepäck, das am Flughafen zusätzlich Geld kostet, nur metaphorisch etwas gemeinsam. Er symbolisiert „das Übergepäck an Erlebtem und Gefühltem, mit dem die Flüchtlinge in ein fremdes Land gekommen sind“, sagt Arslan.

Besonders berührt hat sie kürzlich ein Ereignis. Ein kleiner Junge ohne Schuhe und mit zerrissener Kleidung spielte vor einer Flüchtlingsunterkunft lediglich mit einem Stein. „Das ist kein Bild aus einem Dritte-Welt-Land, sondern das ist Augsburg.“ An diesem Montag aber ist das Augsburger Volksfest Plärrer das Spielparadies für die Flüchtlingskinder.

dpa

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