Sterbehilfe: Bundestag steht vor einer seiner schwersten Entscheidungen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Der Bundestag steht, und das ist selten, vor sehr nachdenklichen Debatten ohne jeden Blick auf Parteigrenzen. Für 13.

November hat das Parlament die große Aussprache über die Sterbehilfe angesetzt. Die Abgeordneten wollen untereinander ausloten, wie sie eine der schwierigsten Gewissensentscheidungen überhaupt gesetzlich regeln könnten. Quer durch alle Parteien gibt es Positionen zwischen den Maximalforderungen nach Totalverbot oder Legalisierung der Tötung auf Verlangen.

Eine Gruppe um die Abgeordneten Karl Lauterbach, Carola Reimann (beide SPD), Peter Hintze (CDU) und Dagmar Wöhrl (CSU) wirbt für die Einführung eines „Erlaubnistatbestandes“ für Ärzte. Mediziner sollen unter bestimmten Bedingungen Beihilfe zur Selbsttötung leisten dürfen. Als Voraussetzung muss der Patient an einer organisch bedingten unheilbaren Krankheit leiden, seinen Willen klar bekundet haben und es muss ein weiterer Arzt konsultiert worden sein. Geregelt werden soll dies wie die Patientenverfügung zivilrechtlich.

Eine kleine Gruppe SPD-Abgeordneter um Fraktionsvize Eva Högel warnt hingegen davor, Sterbehilfe zum Regelangebot zu machen. Die Abgrenzung zwischen strafbarer Tötung auf Verlangen und straffreier Beihilfe zur Selbsttötung – etwa das Besorgen von Gift für einen leidenden Todkranken – habe sich bewährt. An erster Stelle müsse der Ausbau von Hospizarbeit und Palliativmedizin stehen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) stellt sich strikt gegen Sterbehilfe: „Für mich ist klar: Es dürfen keine Möglichkeiten zur assistierten Selbsttötung und zur Tötung auf Verlangen eröffnet werden.“

Auch die Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin in Deutschland sprechen sich geschlossen gegen den ärztlich assistierten Suizid aus. Mit prominenten Unterstützern wie Konstantin Wecker wehrt sich ein Bündnis mehrerer Organisationen gegen schärfere Regeln. „Wir meinen, so wie es ein Recht auf Erste Hilfe gibt (...), sollte es auch ein Recht auf letzte Hilfe geben.“ Der Bundestag wird wohl erst in einem Jahr und ohne Fraktionszwang entscheiden.  cd/dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare