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ÖPNV und Schülerbeförderung vor Aus?

Brodschelm Burghausen warnt: „Viele Unternehmen stehen kurz vor der Insolvenz“

Proteste der Bus-Unternehmer.
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Viele Busunternehmen stehen vor der Insolvenz
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Als Vertreterin der Branche war Isabelle Brodschelm, Geschäftsführerin des gleichnamigen Busunternehmens aus Burghausen, erst kürzlich in Berlin. Das Verkehrsministerium scheint aber nicht ernst zu nehmen, dass viele Unternehmen kurz vor der Insolvenz stehen.

Burghausen – Ab Juni soll es kommen, das 9-Euro-Ticket. Einen ganzen Monat lang, soll man damit den Nahverkehr in ganz Deutschland nutzen dürfen. Wer das finanziert? Das Fragen sich viele, auch Isabelle Brodschelm. Sie ist Geschäftsführerin des gleichnamigen Busunternehmens aus Burghausen und war erst kürzlich in Berlin. Das Verkehrsministerium dort scheint jedoch nicht ernst zu nehmen, dass viele Busunternehmen kurz vor der Insolvenz stehen. Denn seit Monaten tragen sie die Mehrkosten aus der eigenen Tasche.

„Keiner von uns kann das 9-Euro Ticket vorfinanzieren“, sagt Brodschelm. Ihre Firma könne dieses Jahr keinen Gewinn erwirtschaften und lebe von der Substanz. Als Vizepräsidentin des Landesverbandes für Omnibusunternehmen (LBO) weiß Brodschelm, dass erste Unternehmen schon Insolvenz anmelden mussten. Aufgrund der gestiegenen Dieselpreise und ausbleibender finanzieller Hilfen sah der Verband sich gezwungen, zu einer Protestaktion aufzurufen, um auf die Lage der Unternehmen aufmerksam zu machen. Am heutigen Freitag (13. Mai) standen bis 9 Uhr morgens in vielen Teilen Bayerns die Busse im Linien- und Schülerverkehr still.

„Bei den letzten Verkehrsministerkonferenzen, aber auch bei vielen Gesprächen mit den zuständigen Ministerien scheint die Wichtigkeit unseres Anliegens zur Liquiditätssicherung nicht angekommen zu sein.“

Isabelle Brodschelm

Die Zeit drängt, denn Insolvenzen drohen

Umgehend werden Gelder benötigt, um das Überleben der Betriebe zu sichern. Der ÖPNV inklusive Schülerbeförderung sind staatliche Aufgaben. Zu dem Anstieg der Energie- und Kraftstoffpreise, der höheren Kosten für AdBlue, Reifen und Personal kommt noch dass 30 Prozent weniger Fahrgäste die „Öffis“ nutzen, als vor der Pandemie. Das 9-Euro-Ticket wird nun auch die Mittel des letzten Unternehmens übersteigen, prophezeit der Verband in einer Pressemitteilung, denn die staatliche Finanzierung ist noch nicht abgesichert.

„Es ist ein Hilfeschrei der Unternehmen, um zu zeigen, was ohne finanzielle Unterstützung eintreten wird: Die Schüler kommen morgens nicht in die Schule und Berufstätige nicht zu ihrem Arbeitsplatz. Wir können die Grundversorgung der Bevölkerung im Nah- und Schülerverkehr nur garantieren, wenn wir auch mit den notwendigen Finanzmitteln ausgestattet werden“, so die LBO-Präsidentin Sandra Bayerle-Schnarrenberger. „Unsere finanzielle Lage und damit die Sicherstellung der Mobiltität im ÖPNV stehen auf dem Spiel.“ Auch LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl warnt: „Viele Landkreise haben es noch nicht verstanden: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“

„Wir brauchen jetzt endlich einen schnellen finanziellen Ausgleich von unseren Aufgabenträgern. Und diese müssen endlich Druck auf Land und Bund machen, ihre Versprechungen einzulösen. Uns helfen auch keine Abschlagszahlungen mehr. Wenn die Politik nicht einlenkt und die Aufgabenträger die Preise nicht anpassen, müssen wir unsere Busse bald ganz stehen lassen“

Isabelle Brodschelm

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