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Hier explodieren die Preise wirklich

Spritpreis-Chaos: 7,983 Euro für einen Liter Diesel in Salzburg und Sprit zum halben Preis in Bayern

Anzeigetafel an Österreichischer Tankstelle zeigt 7,983 Euro für einen Liter Diesel an.
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Die Anzeigetafel an einer Österreichischen Tankstelle in Obertrum zeigt 7,983 Euro für einen Liter Diesel an.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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  • Michael Hudelist
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Die Spritpreise sind längst explodiert, Autofahrer ächzen beim Blick auf die Preistafeln - doch eine Tankstelle im Salzburger Obertrum schoss am Mittwoch (16. März) buchstäblich den Vogel ab: Fast acht Euro für ein Liter Diesel. Der Hintergrund zu dieser Geschichte und warum eine Tankstelle in der Oberpfalz nur noch Halbliter-Preise anzeigt.

Obertrum/Oberviechtach - Erstmals seit den Höchstständen der vergangenen Tage sind die Spritpreise wieder deutlich gesunken. Der Dieselpreis gab binnen eines Tages um 4,2 Cent pro Liter nach, Super E10 verbilligte sich um 3,3 Cent. Wie der ADAC am Donnerstag mitteilte, lag der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel am Mittwoch aber weiterhin deutlich über 2 Euro, bei 2,25 Euro pro Liter. Bei Super E10 waren es 2,159 Euro. Auch am Donnerstag gab es dem Verkehrsclub zufolge Anzeichen für einen weiteren, wenn auch langsameren Rückgang.

Im Vergleich zum Stand vor Beginn des Ukraine-Kriegs ist Diesel damit noch knapp 59 Cent pro Liter teurer, E10 knapp 41 Cent, während der zwischenzeitlich stark gestiegene Rohölpreis zuletzt wieder relativ nahe an seinem Vorkriegswert lag.

Obertrum: Hier explodieren die Spritpreise wirklich

Für ein absolutes Kuriosum in diesem Zusammenhang sorgte am Mittwochnachmittag (16. März) dann eine Diskont-Tankstelle im Salzburger Obertrum. Dort dürften Autofahrer wohl vom Glauben abgefallen sein, als sie auf der Anzeige den Preis von 7,983 Euro für einen Liter Diesel ablesen mussten. Trotz des vermeintlich horrenden Preises sah man den ein oder anderen Verkehrsteilnehmer beim Tanken. Beim genaueren Hinsehen war dann auch relativ schnell klar weshalb.

Offensichtlich war „nur“ eine Seite der Anzeigetafel defekt, denn auf der Rückseite war der „richtige“ Preis von 1,983 Euro zu sehen. Eben dieser Preise wurde dann auch an der Zapfsäule angezeigt und verrechnet. 

Sprit zum halben Preis in der Oberpfalz?

Ein ähnliches Problem hat auch Tankwart Hans Brunner in Oberviechtach. Bei mehr als 2 Euro je Liter Diesel oder Benzin streiken sogar seine Zapfsäulen. Die Geräte kommen da nicht mehr mit, wie Tankwart Hans Brunner erklärt. Deswegen zeigen sie nur noch Halbliter-Preise an. Der 73-Jährige aus dem Landkreis Schwandorf nimmt das technische Problem gelassen. Und seine Kunden seien begeistert, auch wenn sie den Sprit nicht zum halben Preis bekämen, sagt der Tankwart bestens gelaunt.

Bayern, Oberviechtach: Hans Brunner steht an einer Zapfsäule seiner Tankstelle. Die Tankstelle zeigt Benzin- und Dieselpreise halbliterweise an. Mehr als 2 Euro je Liter Diesel oder Benzin können die Zapfsäulen der Tankstelle Brunner in der Oberpfalz aus technischen Gründen nicht anzeigen.

1966 habe er die Tankstelle gemeinsam mit seinem Bruder eröffnet, seit 1978 sei es eine Freie Tankstelle - weswegen er die Zapfsäulen damals gemeinsam mit seiner Frau neutral fliederfarben lackiert habe. Die Tankstelle ist dieser Tage nicht nur farblich ein Hingucker, auch bei den Preisen muss so mancher Autofahrer zweimal hinschauen.

Das Getriebe für die Preis- und Liter-Anzeigen der Säulen stammt noch aus Zeiten von D-Mark und Pfennig. Und weil es in die Jahre gekommen ist, läuft es eben nicht mehr rund. „Bei 1,99 ist Schluss“, sagt Brunner. Höhere Preise verkraftet die Zapfsäule schlichtweg nicht mehr. Neue Zapfsäulen anzuschaffen lohne sich nicht mehr, so Brunner und verweist auf sein Alter. Aber aufhören wollen er und seine Frau auch noch nicht. Damit entsprechen sie dem Wunsch ihrer Kunden, denn, so erzählt der Tankwart, „die wollen, dass wir nicht aufhören“. Deshalb hätten sie den Preis jetzt einfach je halben Liter eingestellt und das Dilemma auf Schildern an den Zapfsäulen erklärt. „Da muss man halt mal zwei rechnen, da müssen wir wieder das Kopfrechnen üben.

ADAC: Spritpreise weiterhin deutlich zu hoch

Der ADAC schätzt die Spritpreise nach wie vor als zu hoch ein. „Natürlich gibt es momentan durch den Krieg eine Sondersituation - aber in den Preisen an der Tankstelle ist derzeit noch viel Luft nach unten“, sagte Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. „Der aktuelle Rückgang muss weitergehen. Autofahrer können dies durch ihr Fahr- und Tankverhalten unterstützen.“

mz/hud