Sportlicher Jahresrückblick 2019: Auf und ab für Athleten im Landkreis Rosenheim

Fünf Aufstiege in Folge, WM-Titel und ein deutscher Pokalsieg: Die Sportler im Landkreis Rosenheim feierten heuer außerordentliche Erfolge. Für manche war das Jahr 2019 aber ein Neuanfang.

Steve Schmutzler erneut Faustball-Weltmeister

Der deutschen Faustball-Nationalmannschaft um den Rosenheimer Steve Schmutzler ist bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz die Titelverteidigung gelungen.

Das Finale war eine Demonstration der Stärke: Mit einem 4:0-Erfolg gegen Österreich hat die deutsche Mannschaft in Winterthur erneut den Titel geholt. Der 35-jährige Schmutzler, der bereits seinen zweiten WM-Titel errungen hat, kam in vier der insgesamt sieben Partien zum Einsatz.

Durchmarsch in die Tennis-Bundesliga für den TC 1860 Rosenheim

Von der Bezirksliga bis ins Tennis-Oberhaus – so eine Geschichte ist wohl einzigartig. Lukas Jastraunig ist dies mit dem TC 1860 Rosenheim gelungen.

Der Österreicher, Jahrgang 1989, ist seit 14 Jahren bei den Sechzigern – und ist auf der Erfolgsleiter nach oben immer mitgeklettert. „Der ist wie mein zweiter Bub. Er hat ein Zimmer bei mir und einen Schlüssel von mir daheim. Er gehört zur Familie“, sagt Wolf-Dieter Dörfler, Vorstand der Sechziger-Tennisspieler. Mittlerweile hat er auch seinen eigenen Court auf der Tennisanlage an der Pürstlingstraße, denn nach dem Aufstieg ist ein Platz zum „Lukas-Jastraunig-Platz“ bestimmt worden – eine Auszeichnung, die sich der Österreicher über die vielen Jahre verdient hat.

Quasi Familie: 1860-Tennisvorsitzender Wolf-Dieter Dörfler (links) und Lukas Jastraunig, künftiger Mannschaftsführer der Rosenheimer Erstliga-Truppe

Den Ruhm erntete Jastraunig allerdings nicht nur wegen der langen Team-Zugehörigkeit oder der Dienste im Hintergrund, die er den 1860-Verantwortlichen um Dörfler, Carina Stiglauer, Thomas Detterbeck und Bernhard Gleißner auch bei der Spielersuche geleistet hatte. Jastraunig lieferte auf dem Platz ebenfalls noch herausragende Leistungen ab und hatte maßgeblichen Anteil am Meistertitel der Sechziger in der 2. Bundesliga Süd. Im Einzel konnte er eine 7:0-Bilanz vorweisen und war ein sicherer Punktegarant.

Weil auch auf den Positionen davor Klasse-Spieler agierten, hatten die Rosenheimer am Ende eine makellose Bilanz. Das Meisterteam bildeten zudem Federico Coria, Matteo Viola, Mario Vilella Martinez, Ricardo Bellotti, Christian Lindell, Pavel Nejedly, Thomas Statzberger, Walter Trusendi und Samuel Weissborn. Die Zuschauer sahen Weltklasse-Tennis – das im kommenden Jahr im Oberhaus noch herausragender werden dürfte. Lukas Jastraunig wird dann auch von draußen beobachten. Er wird der neue Mannschaftsführer des Rosenheimer Erstliga-Teams.

Nico Paufler wird U23-Weltmeister

Nico Paufler vom Kajak-Klub Rosenheim ist Weltmeister in der U23. Der Kunststofftechnikstudent an der TH Rosenheim startete bei den Wildwasser-Titelkämpfen in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) und kehrte mit einem kompletten Medaillensatz zurück.

„Ich wollte unbedingt eine Medaille, dass es die Goldene geworden ist, ist unbeschreiblich“, so Paufler nach dem Sieg im Klassikrennen. Mit der Mannschaft gewann er Silber, mit dem Sprint-Team holte Paufler Bronze. Bei der Europameisterschaft in Slowenien gewann Lisa Köstle (KKR) aus Inzell Bronze im Team.

Weltrekord durch Jana Wittenbrock beim Wasserski

Beim Wasserski-Weltcup in Kiefersfelden war die gesamte Weltklasse am Start und es gab sogar einen Weltrekord durch Jana Wittenbrock vom gastgebenden WSC Kiefersfelden-Rosenheim. Sie stellte einen neuen Weltrekord im Slalom mit drei Bojen mit der kurzen Leine auf.

Der WSC holte sich den deutschen Mannschaftstitel mit einer tollen Teamleistung, bei der Europameisterschaft gab es Silber für Jana Meier sowie Bronze im Team für Meier und Simon Herrmann.

Wasserburger Löwen marschieren durch die Fußball-Ligen

Der sagenhafte Aufstieg des TSV Wasserburg bestimmte die heimische Fußball-Szene. Die Löwen vom Inn schafften als Meister der Landesliga Südost den fünften Aufstieg hintereinander und spielen seit Sommer in der Bayernliga Süd. Und auch dort sind die Wasserburger obenauf.

Wasserburgs Spieler feiern ihren Trainer Leo Haas nach dem Aufstieg in die Bayernliga.

Mit einem Schnitt von über 700 Zuschauern feiern sie wahre Fußball-Feste in der Altstadt – und mischen schon wieder ganz vorne mit. Aktuell steht die Mannschaft auf dem dritten Tabellenplatz, muss aber den Abgang von Trainer Leonhard Haas zum Regionalligisten Wacker Burghausen verkraften. Mit den Salzachstädtern ist Haas nun Konkurrent des TSV 1860 Rosenheim im Kampf um den Klassenerhalt. Die Sechziger stecken in einer großen Umbruchphase – unter anderem gingen die Leistungsträger Markus Einsiedler und Wiggerl Räuber sowie zwischenzeitlich alle Torhüter – und überwintern auf einem Relegationsplatz.

Im Sommer hatte sich die Kasparetti-Truppe via Relegation den Verbleib in der höchsten bayerischen Spielklasse gesichert. Den Klassenerhalt in der Landesliga schafften Traunstein und der SB Rosenheim. Der SV Bruckmühl steht als Aufsteiger in der Bezirksliga gleich wieder vorne.

Neuer Anfang für die Starbulls mit John Sicinski

Es war ein turbulentes Jahr für die Starbulls Rosenheim, die Anfang 2019 bekanntgaben, dass der Vertrag mit Trainer Manuel Kofler um zwei Jahre verlängert wurde – mitten in der Krise des Eishockey-Oberligisten, die in eine zweistellige Niederlage und heftige Fan-Protesten gipfelte. Am Ende des Jahres ist Kofler mittlerweile Co-Trainer beim DEL-Verein Nürnberg Ice Tigers, die Starbulls werden vom Deutsch-Kanadier John Sicinski angeleitet – und spielen nach dem neuerlichen Viertelfinal-Aus gegen die Hannover Scorpions weiterhin in der dritthöchsten Klasse.

Der Großteil der Rosenheimer Mannschaft ist nach dem eher enttäuschenden Abschneiden geblieben, gewechselt wurde aber auf den Kontingentstellen. Für Chase Witala kam Josh Mitchell, der im November für einen großen Schreck sorgte, als er im Training umkippte und von Betreuern und Mitspielern im Kabinengang erstversorgt werden musste. Und statt des Tschechen Vitezslav Bilek, der zwischendurch auf die Tribüne verbannt wurde, stürmt nun der Litauer Tadas Kumeliauskas. Aktuell spielen die Starbulls wieder um eine vordere Platzierung – und darum, dass nicht die neue LED-Wand der Top-Star im Rosenheimer Eisstadion ist.

EM-Silber für Emelie Hesse

Bei der Segel-Europameisterschaft in der 29er-Skiff-Klasse auf dem Gardasee holten Vorschoterin Emelie Hesse aus Pfaffing (Seebrucker Regatta-Verein) und Steuerfrau Laila Möbius, Hechendorf (Münchner Yachtclub) Silber.

Hesse hat als Siebenjährige 2009 begonnen und ist 2014 in den 29er umgestiegen.

Basketball: Wasserburg kämpft, Derby bei den Herren

Die Basketball-Damen vom TSV Wasserburg kämpfen auf und außerhalb des Spielfeldes. Die Saison 2018/19 hatten die Bundesliga- Damen vom Inn mit einem ordentlichen dritten Rang abgeschlossen. Und dann den Kampf um die Lizenz gewonnen.

Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors leisteten die Verantwortlichen gute Arbeit und so können die Wasserburgerinnen in der laufenden Spielzeit frei aufspielen und bewegen sich wieder im oberen Tabellendrittel.

Nach dem Rückzug aus der Bundesliga wagen Bad Aiblings Damen einen Neuanfang in der Regionalliga.

In der Herren-Regionalliga haben der SB/DJK Rosenheim und die Fireballs Bad Aibling den Klassenerhalt geschafft und kämpfen aktuell erneut um den Verbleib. Die Derbys sorgen für volle Hallen.

Kolbermoors Tischtennis-Damen sind erstmals Pokalsieger

Wieder herrschte Jubel bei den Tischtennis-Damen des SV-DJK Kolbermoor: Beim Final Four um die deutsche Pokalmeisterschaft im Sportforum Berlin-Hohenschönhausen holten Liu Jia, Kristin Lang, Sabine Winter, Svetlana Ganina und Katharia Michajlova zum ersten Mal den Cup nach Oberbayern. Im Endspiel setzten sich die Schützlinge von Trainer Michael Fuchs gegen den Gastgeber und Favoriten TTC Berlin eastside mit 3:1 durch.

Im Halbfinale hatte sich der spätere Titelträger und deutsche Meister von 2018 mit 3:1 gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim behauptet. Im Kampf um die Meisterschaft mussten sich die Kolbermoorerinnen dem Team aus Berlin geschlagen geben. Einem 5:5 im Heimspiel folgte eine 3:6-Niederlage in Berlin.

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