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Spektakuläre Architektur oder spektakulärer Fehltritt?

Die Altstadtfreunde kämpfen im Verbund mit Landtagsabgeordneten weiter um den Stopp der Baugenehmigung für den neuen Königshof. Die Mehrheit des Landtags steht dem geplanten Neubau des Hotels Königshof am Stachus weiterhin kritisch gegenüber, hat aber keine rechtliche Handhabe, das Projekt zu stoppen.

Dies ist die Quintessenz der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst.

Der moderne Architekturentwurf für den neuen Königshof ist umstritten. Die Altstadtfreunde München haben eine Petition gegen die Pläne beim Bayerischen Landtag eingereicht. Sie kritisieren, dass die vorgesehene Lösung sich nicht an den Altstadt-Leitlinien orientiere und die Geschlossenheit des Ensembles am Stachus empfindlich störe. Der Neubau sei zu dominant und ein Schaden für die denkmalgeschützte Umgebung, meinen sie.

Das jetzige Gebäude im 50er-Jahre-Stil hat eine Höhe von 25 Metern, das neue Luxushotel nach den Plänen des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejanos soll 33 Meter hoch werden. Der kaskadenartige Längsschnitt der Fassade ist spektakulär – gerade in München, das nicht gerade für mutige Architektur bekannt ist. Die Stadtgestaltungskommission hat den Entwurf – Ergebnis eines Architektenwettbewebs – gebilligt, die Lokalbaukommission (LBK) den Vorbescheid bewilligt. Die endgültige Genehmigung soll in Kürze erteilt werden, wie eine Nachfrage unserer Zeitung gestern bei der LBK ergab. Der CSU-Landtagsabgeordndete Robert Brannekämper, zugleich Mitglied im Landesdenkmalrat, warnte indes „vor einem zweiten Sündenfall wie beim Kaufhof am Marienplatz“.

Im kommenden Jahr will die Münchner Hoteliersfamilie Geisel den Königshof abreißen und neu bauen. Doch manche halten das architektonische Ausrufezeichen eben für zu gewagt. Und Florian Grüning von den Altstadtfreunden glaubt auch nicht, dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit schon gesprochen ist: „Das Thema ist noch heiß“, so Grüning. Der Innenausschuss des Landtags prüfe nun, ob ein Einschreiten gegen den Neubau möglich sei. Die oberste Baubehörde des Freistaats ist im Innenministerium angesiedelt. Brannekämper und die Altstadtfreunde wollen sich am heutigen Freitag noch einmal zu dem Bauvorhaben äußern.

Klaus Vick

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