Spanische Reisegruppe am Chiemsee mit Grippesymptomen – Landratsamt: kein Corona-Verdacht

Mit Verdacht auf Grippe sind heute am Mittwochnachmittag (26. Februar) drei Mitglieder einer spanischen Reisegruppe ins Kreiskrankenhaus Prien gebracht worden. Weitere 15 Menschen werden wegen leichter Grippesymptomatik zur Beobachtung ebenfalls in Krankenhäuser gebracht.

Prien / Chiemsee – Die 18 Menschen sind laut Mitteilung des Landratsamtes Rosenheim Teil einer 32-köpfigen Reisegruppe aus Spanien, darunter 28 Schülerinnen und Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren, die Schloss Herrenchiemsee besuchten.

"Einen begründeten COVID-19-Verdachtsfall gibt es nicht", erklärt das Landratsamt den Stand der ersten Untersuchungen. COVID-19 ist die Fachbezeichnung für das Coronavirus.

Gesundheitsamt schaltet sich in den Vorgang ein

Das Landratsamt berichtet weiter: Nachdem während der Schlossführung rund ein Dutzend Teilnehmer der Reisegruppe über Grippe-Symptome klagten, kümmerten sich Ärzte und Rettungsdienst um die Gäste aus Spanien. Auch der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, und Vertreter des Katastrophenschutzes des Landkreis Rosenheim waren nach Prien gefahren, um sich in den Vorgang einzuschalten.

Da sich die Spanier weder in einem Risikogebiet aufhielten noch Kontakt mit einem bestätigtem COVID-19-Fall hatten, liegt nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts kein Corona-Virus-Verdachtsfall vor. Stattdessen werde bei den Spaniern von einer normalen Infektion mit Grippesymptomen ausgegangen. Im Landkreis Rosenheim wurden seit Beginn des Jahres mehr als 570 Grippefälle registriert.

Coronavirus breitet sich in Europa langsam aus

Währenddessen gibt es immer mehr Meldungen von neuen Corona-Infektionen in Europa. Zuerst schien das Virus sich in Italien unkontrolliert auszubreiten. Kurz darauf wurde von Fällen in Österreich berichtet. Auch in Deutschland ist nun erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Patient in kritischem Zustand. Die Behörden warnen jedoch vor panischen Reaktionen. Bei körperlich ansonsten gesunden Menschen nehme eine Erkrankung in der Regel einen unkritischen Verlauf.

Derweil sind auch in der Region Rosenheim Atemschutzmasken in den Apotheken und Drogerien fast überall ausverkauft. Dabei sagen Mediziner, dass ein Atemschutz derzeit nicht notwendig sei.

Mediziner und Gesundheitsexperten beruhigen immer wieder: Es reiche aus, normale Hygienemaßnahmen zu beachten, um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren.

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