KALTER MÄRZ VERZÖGERT DEN ERNTESTART – BAUERNVERBAND LEHNT BEHEIZTE FELDER AB

Später Start in die Spargelsaison

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Stich um Stich ernten Arbeiter Spargel von einem beheizten Feld bei Stephansposching im Kreis Deggendorf. Foto: Weigel/dpa

München – Nach den Ostertagen beginnt die Spargelsaison – wegen des kühlen Wetters im März mit einiger Verspätung.

„Wir sind guter Dinge, dass es ab der zweiten Aprilwoche richtig losgeht“, sagt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. „Wir hatten gehofft, zu Ostern schon mehr anbieten zu können. Aber noch ist das Angebot nicht berauschend.“ Lediglich auf beheizten Feldern lasse sich hierzulande derzeit das Gemüse stechen.

Mit einer Rekordernte wie im vergangenen Jahr rechnet Schumacher nicht. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2017 bundesweit 127 800 Tonnen Spargel geerntet. Das habe die Verbraucher gefreut, denn große Menge bedeute niedriger Preis. Die zeitliche Begrenztheit des Spargels macht ihn begehrt. Das Gemüse ist auf eine Jahreszeit beschränkt. Und das soll auch so bleiben, findet Schumacher. „Man verbindet Spargel mit dem Frühling.“

Beim Bayerischen Bauernverband stoßen deshalb auch beheizte Spargelfelder auf Kritik. „Das ist ein künstlich herbeigeführtes Frühjahr“, sagt Theo Däxl, Gartenbauexperte beim BBV. „Wir sehen das kritisch, nicht nur wegen des hohen Energieaufwandes. Man kämpft gegen die Natur, nicht mit der Natur.“

Dank moderner Folientechnik werde der Anbau vereinfacht und die Qualität des Spargels verbessert, sagt VSSE-Chef Schumacher. Wird mehr Wärme benötigt, dreht der Bauer die schwarze Folienseite nach oben, die Sonnenwärme einfängt. Soll das Wachstum gebremst werden, liegt die weiße Seite oben. Der Effekt: gleichmäßig hohe Erntemengen, weniger Unkraut – damit brauche es weniger Pflanzenschutzmittel.

In Niederbayern sticht Spargelbauer Hans Gänger seit etwa drei Wochen Spargel – aber nur, weil er das Feld über Abwärme einer benachbarten Biogasanlage beheizen kann. Auf diese Weise habe der Boden ideale 15 bis 17 Grad. Der erste Freilandspargel könne wohl zwischen dem 5. und 10. April gestochen werden, schätzt der Landwirt aus Niedermotzing. „Das ist extrem spät.“ Aber auch die Nachfrage halte sich noch in Grenzen. Die Lust auf Spargel komme bei den Kunden erst mit wärmeren Temperaturen. Ute Wessels

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