Sorge um die Umwelt treibt junge Tüftler an

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Wettbewerb „Schüler experimentieren“ . Dingolfing – Das Jahrhunderthochwasser hat im Vorjahr weite Teile Bayerns getroffen.

Dämme brachen und sorgten für eine verheerende Flutkatastrophe im Freistaat. Für zwei junge Forscher vom Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf, wo ganze Stadtteile im Vorjahr unter den Fluten versanken, Grund genug, tätig zu werden. „Bekannte von uns wohnten in Fischerdorf und ihr Haus ist richtig abgesoffen“, erläutert Sebastian Gerner. Der 13-Jährige hat gemeinsam mit Florian Rinke (15 Jahre) ein Frühwarnsystem für Dammbrüche entwickelt.

Sie versenken Rohre senkrecht in die Dämme und messen mit Hilfe von Lichtsensoren, ob sich die Rohre durch den Druck des Wasser verformen. Per Bluetooth werden die Werte an einen Computer übermittelt. „Unser System kostet in der Massenproduktion nur ein paar Cent“, sagt Florian. Deshalb haben die beiden Tüftler auch bereits ein Patent angemeldet. Mit ihrer Erfindung haben es die beiden Buben zum Landesfinale des Wettbewerbs „Schüler experimentieren“ geschafft. Im niederbayerischen Dingolfing kämpfen seit Dienstag insgesamt 87 Jungen und Mädchen um die Titel in den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik. An diesem Mittwoch werden die Gewinner bei einem Festakt ausgezeichnet.

Der Wettbewerb „Schüler experimentieren“ ist die Juniorsparte von „Jugend forscht“. In diesem Jahr treiben vor allem Umweltsorgen und persönliche Erfahrungen die jüngsten Erfinder im Freistaat an. „Viele in meiner Familie rauchen. Ich wollte ihnen zeigen, wie schädlich das ist“, erläutert die zwölfjährige Julia Schaller vom Schillergymnasium in Hof. Gemeinsam mit Leah Högemeier (13 Jahre) hat sie eine Apparatur gebaut, die den Kohlenmonoxidgehalt einer Zigarette misst. Mit Erfolg: Die Omas der beiden Mädchen haben bereits mit dem Rauchen aufgehört.

Die zündende Idee für den Wettbewerb hatten zwei Tüftler aus Ingolstadt dagegen beim Fondue zu Silvester. Das Duo vom Katharinen-Gymnasium wollte einen alternativen Bootsantrieb erfinden. Sie steckten mit Wasser gefüllte Rohre auf einen hölzernen Bootsrumpf und versuchten, die Flüssigkeit zu erhitzen. Das warme Wasser breitet sich aus und bringt das Fahrzeug nach dem Rückstoßprinzip voran. „Die ersten Versuche mit Kohle und Kerzen waren aber nicht besonders gut“, sagt Alexander Cyfka. Beim Silvesterschmaus benutzten die Eltern dann Brennpaste. „Die haben wir auch genommen und das Boot war doppelt so schnell“, erklärt Georg Bogenberger.

Das Klima in ihrer Heimat Garmisch-Partenkirchen hat drei Schüler des Werdenfels-Gymnasiums angetrieben. „Bei uns ist es draußen immer sehr kalt und wir haben uns gefragt, ob wir das nicht für den Kühlschrank nutzen können“, sagt David Ritter (12 Jahre). Sie entwickelten einen Kühlschrank, der mit Hilfe der Außenluft abgekühlt wird. Die „Myicebox“ saugt mit Hilfe eines Lüfter die kalte Außenluft an. Simpel, aber effektiv: „Man kann so locker 100 Euro im Jahr sparen“, behaupten Benedikt Schmid und Jonas Nagler (beide 14 Jahre).  lby

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