2026 BESTEHT HANDLUNGSBEDARF

BOB soll elektrifiziert werden – aber es dauert

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Holzkirchen/München – Der Freistaat will sich für die Elektrifizierung von sieben Regionalbahn-Strecken einsetzen.

Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) rechnet mit Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro. Finanzieren müsse das der Bund. Die Aussichten sind nicht ganz schlecht, da der Bund ein Elektrifizierungsprogramm angekündigt hat. Allerdings dürfte es etliche Jahre dauern, bis der Plan umgesetzt ist. Für das 84 Kilometer lange stromlose Bahnnetz der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) mit den Endpunkten Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee kommt die Initiative definitiv zu spät. Denn der Vertrag mit dem Konzern Transdev, dem die BOB gehört, läuft 2026 aus. Zu diesem Zeitpunkt sind auch neue Züge notwendig, die die alten Integrale ablösen. „Bis 2026 ist das Oberland definitiv nicht elektrifiziert“, sagte BOB-Chef Bernd Rosenbusch unserer Zeitung. „Die Elektrifizierung ist enorm wichtig“, sagte Rosenbusch. Er freue sich über die Initiative – zumal Herrmann die BOB-Elektrifizierung früher noch abgelehnt hatte. Doch ab 2026 sei zunächst ein Übergangskonzept mit Diesel-Fahrzeugen nötig. Es gebe heute moderne Fahrzeuge ohne Partikel- und Stickoxid-Ausstoss.

Neben den BOB-Strecken sollen folgende Strecken zur Verstromung angemeldet werden: Ebersberg–Wasserburg (19 km), Kaufering–Landsberg (5 km), Simmelsdorf–Hüttenbach–Neunkirchen am Sand (10 km), Markt Erlbach–Siegelsdorf (18 km) und Neu-Ulm bis Memmingen inklusive Stichstrecke Senden–Weißenhorn (94 km). Unabhängig davon läuft die Elektrifizierung der Strecke Geltendorf–Lindau.

Parallel dazu unterstützt der Freistaat innovative Antriebstechniken, meist Batterie-Hybrid-Loks mit Stromabnehmern, die auf Strecken mit nur teilweiser Elektrifizierung fahren könnten. Auch auf den BOB-Strecken soll diese Technik getestet werden. Da solche Züge aber nicht auf der Stammstrecke fahren dürfen, wäre es Rosenbusch lieber, wenn das zwischen Augsburg und Schongau ausprobiert würde.  dw

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