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Weltcup

Skifahrerin Dürr und der verflixte vierte Platz

Lena Dürr
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Lena Dürr aus Deutschland in Aktion.

Der Traum vom ersten Slalom-Sieg ist futsch. Beim Saisonauftakt am Polarkreis werden die zweiten Durchgänge Skirennfahrerin Dürr zum Verhängnis. Ein bitteres Olympia-Déjà-Vu.

Levi - Es gab Zeiten, da hätte Skirennfahrerin Lena Dürr über zwei vierte Plätze ausgelassen gejubelt. Doch die Ansprüche der Oberbayerin sind nach dem Durchbruch im vergangenen Winter mit vier Podestplätzen in ihrer Paradedisziplin Slalom gestiegen. Und so war die Enttäuschung groß, als Deutschlands beste Technikerin beim Saisonauftakt in Levi gleich zweimal haarscharf am Podest vorbeischrammte.

Am Samstag war die 31-Jährige aus Germering als Führende in den Finaldurchgang gestartet, am Sonntag als Zweitplatzierte. Beide Male hieß die Siegerin am Ende Mikaela Shiffrin. Der US-Superstar sammelte rund 170 Kilometer nördlich des Polarkreises seine Weltcup-Siege 75 und 76. und eröffnete eindrucksvoll die Jagd auf den Allzeit-Rekord von Landsfrau Lindsey Vonn (82). Dürr blieb am Ende nur die tröstende Umarmung der amerikanischen Ausnahmeathletin.

Als „nicht gut und nicht schlecht“ beschrieb die Deutsche ihren wechselhaften Weltcup-Auftakt. „Das Ende muss noch anders geschrieben werden. Jetzt heißt es, zwei gute Läufe runterzubringen.“ Es gebe noch Luft nach oben.

Dürr und die zweiten Durchgänge - das passt irgendwie noch nicht so ganz. Während Branchengrößen wie Shiffrin oder Olympiasiegerin Petra Vlhova auch im Finallauf mit Vollgas um die Tore preschen, verlässt die Deutsche zu häufig der Mut. „Dann ziehe ich einfach den Ticken zu viel zurück. Das geht dann überhaupt nicht“, sagte Dürr, die immerhin gleich beim Saisonauftakt die nationale WM-Norm knackte.

Rückendeckung erhielt die Technikerin, die im Vorjahr in Levi mit zwei dritten Plätzen in die Saison gestartet war, vom Deutschen Skiverband. „Die Lena ist zweimal Vierte geworden. Damit hat sie ganz klar untermauert, dass sie zu den besten fünf Slalomfahrerinnen gehört. Aber sie hat auch gezeigt, dass es noch bisschen was zum Arbeiten gibt“, sagte Alpindirektor Wolfgang Maier.

Ist es der Druck, mit dem die Deutsche nach starken ersten Läufen nicht umgehen kann? Schon in der vergangenen Saison lag Dürr bei drei Rennen in Führung, doch zum Sieg reichte es nie. Auch nicht bei den Olympischen Spielen, als sie am Ende als Vierte bittere Tränen im Schnee vergoss. Die Geschichte wiederholte sich nun beim Saisonstart in Levi - nur Tränen flossen diesmal nicht.

Trotz erster Enttäuschung bleibt die Erkenntnis, dass sich die Bayerin in der Weltspitze etabliert hat. Der ganz große Coup scheint zum Greifen nahe. In Killington bekommt Dürr am Sonntag die nächste Chance. Es ist dann ihr 182. Weltcup - und vielleicht der erste Sieg. dpa

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