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Interview: Hubert Aiwanger über die Kunstschnee-Debatte

Nicht „nerven“ und „mal ein Stück Fleisch essen“: Aiwangers Frontal-Attacke gegen Umweltschützer

Wintersportler fahren am Draxlhang im Skigebiet Brauneck mit einem Schlepplift die Piste hinauf.
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Wintersportler fahren am Draxlhang im Skigebiet Brauneck mit einem Schlepplift die Piste hinauf. Viele Skigebiete in Bayern leiden aktuell unter Schneemangel. Für Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist Kunstschnee das richtige Gegenmittel.
  • Thomas Schmidtutz
    VonThomas Schmidtutz
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Der Winter ist bislang erstaunlich mild und die Skigebiete in Bayern sind erstaunlich grün. Dass die Pistengaudi durch künstliche Beschneiung gerettet wird, ist laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger genau das richtige Mittel. Umweltschützern gibt er einen kuriosen Tipp.

Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kämpft für den bayerischen Skitourismus – obwohl es momentan kaum Schnee gibt. Geht es nach Bayerns Wirtschaftsminister, dann sollen halt Schneekanonen für Pistengaudi sorgen. „Die Beschneiung ist mittlerweile zum ideologischen Kampfthema der Grünen geworden“, sagt er. Im Interview spricht er über die Zukunft der Beschneiung in Bayern.

Herr Aiwanger, der Winter fällt in diesem Jahr ungewöhnlich milde aus. Viele Ferienregionen haben sich nur dank künstlicher Beschneiung über die Weihnachtssaison gerettet. Was heißt das für die Staatsregierung?

Hubert Aiwanger: Das heißt, dass das Konzept der Tourismusregionen und der Staatsregierung richtig ist, technisch zu beschneien, um die Schneesicherheit zu verbessern. Ohne Beschneiung hätten wir in den letzten Wochen in vielen Regionen Bayerns leere Hotels und Restaurants gehabt und unsere Skifahrer hätten das Geld nach Österreich getragen, das müssen alle selbstgerechten Kritiker zur Kenntnis nehmen. In den bayerischen Alpenregionen im Allgäu und in Oberbayern ist die bisherige Wintersaison auch dank Beschneiung sehr gut gelaufen. In den Weihnachtsferien wird in den Wintersportorten ein Drittel des Winterumsatzes gemacht, vor allem durch Skifahrer.

Also brauchen wir mehr Fördergelder für Kunstschnee-Anlagen, um Hotels und Liftbetreibern ein Auskommen zu sichern? 

Aiwanger: Unsere Nachbarländer und Wettbewerber haben bezüglich Beschneiung in den letzten Jahren massiv aufgerüstet, während in Bayern zahlreiche Skilifte, an denen nicht beschneit wurde, aufgegeben wurden. Das scheint das eigentliche Ziel der ideologischen Beschneiungs-Gegner zu sein. Unser Fokus liegt trotzdem darauf, den nachhaltigen Ganzjahrestourismus in Bayern zu fördern. Die Einnahmen von den Skifahrern sind sehr wichtig, reichen aber nicht aus. Andererseits reichen die Einnahmen ohne Skifahrer in vielen Fällen nicht aus, um eine Tourismusregion wettbewerbsfähig zu halten. Ohne unsere staatlichen Investitionsförderungen wird eben oftmals nicht modernisiert, sondern geschlossen.

Aber die durchschnittliche Schneefallgrenze ist in den vergangenen Jahren bereits um rund 400 Meter gestiegen. Bis 2050 soll dieser Wert um weitere 400 Meter zulegen. Hand aufs Herz: Ist der Skitourismus in Bayern nicht eher ein Auslaufmodell?

Aiwanger: Was bis 2050 alles passieren wird, wissen wir heute nicht genau. Das kann auch viele andere Sportarten und Berufe betreffen, die Wasser und grünen Rasen benötigen. Wir müssen uns zwar auf alles Mögliche vorbereiten, können den Branchen aber doch nicht schon vorher politisch den Hahn zudrehen. Auch die Zukunft des Wintertourismus lässt sich nicht klar vorhersehen. Wichtig ist deshalb, ein breites, attraktives Angebot vorzuhalten, so wie wir es in Bayern machen. Die bayerischen Gebirgsregionen haben nämlich bereits heute viel mehr zu bieten als ein bloßes Skiangebot. Dies verdeutlicht auch ein Blick in die Statistik. Selbst in der Region mit unseren höchstgelegenen Skigebieten, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, gab es im Sommerhalbjahr 2022 mehr als doppelt so viele Übernachtungen wie im Winterhalbjahr 21/22. 

Aber der Widerstand gegen den Ausbau von Beschneiungsanlagen wächst. Was sagen Sie Umweltschützern? 

Aiwanger: Dass sie sich vor Ort informieren sollen und damit aufhören, den ganzen Tag mit Weltuntergangsmiene rumzurennen und andere Menschen zu nerven und zu bevormunden. Vielleicht sollten sie auch mal ein Stück Fleisch vom heimischen Weiderind oder Hirsch essen, vielleicht kehrt dann die Lebensfreude wieder zurück.

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