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Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

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Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

Andrij Melnyk, der häufig kritisierte ukrainische Botschafter in Deutschland, soll Medienberichten …
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Gas-Problem in Bayern? Das sagt der VBEW-Chef

„Sind die Speicher voll, haben wir eine gute Ausgangsposition“

Detlef Fischer, VBEW-Geschäftsführer.
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Detlef Fischer, VBEW-Geschäftsführer.
  • Wolfgang Hauskrecht
    VonWolfgang Hauskrecht
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VBEW-Chef Detlef Fischer spricht über den russischen Gaslieferstopp und die Versorgungssituation in Bayern.

München – Detlef Fischer ist Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). Ein Gespräch über den russischen Gasstopp und die Situation in Bayern.

Herr Fischer, was bedeutet der Lieferstopp für uns?

Detlef Fischer: Wir als VBEW kennen die Abwicklung der Bezahlung der russischen Gaslieferungen nicht im Detail. Deshalb können wir auch nicht vergleichen, ob uns dasselbe drohen könnte wie Polen und Bulgarien. Putin ist sowieso unkalkulierbar. Ob der Grund für den Lieferstopp wirklich ist, dass nicht in Rubel gezahlt wird, dafür lege ich nicht meine Hand ins Feuer. Wir können also nur spekulieren und das tue ich nicht.

Aber wir bezahlen auch nicht in Rubel.

Fischer: Wie gesagt: Wie die Überweisungen genau laufen, weiß ich nicht. Wir als Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft gehen aber davon aus, dass eine Lösung gefunden wurde, mit der beide Seiten leben können. Momentan gibt es keine Lieferstopp-Androhung aus Russland. Wäre das akut, würden wir das mitbekommen.

Wie sieht es mit den Füllständen in Bayerns Speichern aus? Da scheint sich nicht viel getan zu haben?

Fischer: Kann es auch nicht. Wir sind gerade erst am Ende der Heizperiode. Ab Anfang Mai wird wieder begonnen, einzuspeisen. Den Effekt sehen wir auch schon seit ein paar Tagen – in Bayern und auf Bundesebene. Kein Mensch kann in die Glaskugel schauen, aber das Ziel muss sein, die Gasspeicher bis Dezember zu 90 Prozent zu füllen. Wir vertrauen darauf, dass mit dem neuen Speichergesetz, das am 1. Mai in Kraft treten soll, der Ordnungsrahmen so verbessert wird, dass das Einspeichern über den Sommer hinweg wirklich gut erfolgt.

Erklären Sie uns kurz das Speichergesetz.

Fischer: Das Speichergesetz schreibt konkrete Füllstände in bestimmten Monaten vor. Wenn dieser Füllstand nicht über den Markt erreicht werden kann, greift der Staat über das Speichergesetz ein, um über bestimmte Mechanismen die vorgeschriebenen Füllstände zu sichern. Am 1. Dezember zum Beispiel müssen die Speicher im Schnitt zu 90 Prozent gefüllt sein.

Was sind das für staatliche Eingriffe?

Fischer: Zuerst schaut man, ob der Markt das schafft. Schafft er es nicht, müssen die Fernleitungsnetzbetreiber Gasmengen ausschreiben, die für die Speicherbefüllung bestimmt sind. Dafür wird dann ein Preis ausgerufen, der es hoffentlich attraktiv macht für die Gaslieferanten. Es wird also weiteres Gas am Markt für die Speicher besorgt.

Ist Deutschland heute weniger abhängig von russischem Gas als noch zu Beginn des Ukraine-Kriegs?

Fischer: Ja. Noch etwa ein Drittel unseres Gases kommt aus Russland, am Anfang der Krise war es etwas mehr als die Hälfte. Heißt das, wir bekommen weniger Gas über russische Pipelines? Teilweise. Es gibt ja langfristige Verträge und Geschäfte am sogenannten Spotmarkt, also gezielte Zukäufe. Die Langfristverträge laufen weiter, am Spotmarkt wird aber weniger bestellt.

Bayern hat immer noch fast nur russisches Gas?

Fischer: Physikalisch ist das so, wobei auch in Bayern zunehmend Flüssiggas über Belgien und Holland reinkommt. Aber selbst wenn kein russisches Gas mehr nach Bayern käme, müsste die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler sicherstellen, dass Bayern ausreichend mit Erdgas versorgt wird. Das wird gerade alles berechnet, ob das Rohrleitungsnetz das hergibt, auch bei einem vollständigen Lieferstopp aus Russland ganz Deutschland mit Gas aus dem Norden und Westen zu versorgen. Nach ersten Berechnungen sieht es gar nicht so schlecht aus.

Hätte Bayern bei einem Lieferstopp trotzdem ein Gas-Problem, bis das Netz umgestaltet wurde?

Fischer: Davon gehen wir nicht aus, denn es gibt ja die Gasspeicher. Jeder Tag, den wir jetzt einspeichern können, ist ein guter Tag, um eine Mangelsituation überbrücken zu können. Bayerns Speicherkapazitäten entsprechen etwa dem, was hier im Jahr an Gas verbraucht wird. Allerdings ist das Gas nicht nur für Bayern, sondern fließt teilweise auch in andere Bundesländer und Länder. Dennoch: Wenn die Speicher voll sind, haben wir eine gute Ausgangsposition.

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