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OVB-Leserforum

Meinungen zu Corona und zur Impfkampagne: Sind die Nichtgeimpften an allem schuld?

Kommt die Impfpflicht? Das Thema bewegt die Leser der OVB-Heimatzeitungen.
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Kommt die Impfpflicht? Das Thema bewegt die Leser der OVB-Heimatzeitungen.

Das Coronavirus und die Impfung: es ist seit Monaten das Thema, das unsere Leser bewegt. Auch diese Woche haben uns wieder zahlreiche Zuschriften erreicht. Mit sehr gegensätzlichen Positionen.

Leserbrief von Herbert Graf, Ampfing

Im Herbst 2020 brach Corona mit Wucht über uns herein. Zu diesem Zeitpunkt war niemand geimpft. Die Inzidenzen stiegen bis zum Lockdown hoch und die Intensivbetten der Krankenhäuser waren nach Medienberichten überlastet. Im Herbst 2021 sind den Medien und Politikern zufolge etwa 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Aber die Inzidenzen steigen in gleiche Höhen wie im Vorjahr, eventuell sogar höher.

Dies wirft die Frage auf: Sind die 30 Prozent Nichtgeimpften allein schuld? In der Inzidenz-Statistik werden Infizierte, bei denen der Impf-Status nicht bekannt ist, einfach zu den Nichtgeimpften gezählt (in Bayern, Anm. d. Red.). So einfach ist das. Die Politiker wollen hier einen Impfzwang – oder wie man den auch nennen mag. Sie nehmen einfach die ihnen genehmen Zahlen, um den Impfzwang durchzusetzen und auf die Nichtgeimpften zu schimpfen.

Die Medien, allen voran das Fernsehen, machen fleißig mit. Außerdem wurden tausende Intensivbetten abgebaut. Da braucht sich keiner zu wundern, dass es in den Krankenhäusern große Probleme gibt. Und unter dem Vorwand, unsere Gesundheit zu schützen, will man uns die Freiheit nehmen und unser Verfassungsgericht wird zum Sprachrohr der Politik, statt sie zu kontrollieren.

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Leserbrief von Andreas Scheibenzuber, Stephanskirchen

Mit der Corona-Pandemie haben wir eine Situation, die wir in den letzten Jahrzehnten nicht hatten. Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Virus können wir erst seit seinem Auftreten sammeln. Ich verfolge die Leserbriefe sehr genau. Es gibt viele interessante Meinungen und unterschiedliche Aspekte, die man nachvollziehen kann und akzeptieren muss. Aus meiner Sicht diskutieren wir zu viel.

Jeden Tag gibt es Vorschläge von Leuten, bei denen ich frage, ob sie auch den Sachverstand beziehungsweise das Wissen dazu haben. Wichtige Entscheidungen werden nicht immer schnell genug getroffen. Aus meiner Sicht wäre eine Impfpflicht zu überdenken. Wie sollen wir sonst aus dieser Situation herauskommen? Alternative wäre nur eine radikale Änderung unserer Verhaltensweisen beispielsweise bezüglich Kontakten.

Ich vermisse bei den Äußerungen der Impfgegner Vorschläge, wie wir es besser oder anders machen können. Ein einfaches Nein genügt nicht. Bedenken wird es bei den Impfstoffen immer geben. Aber das ist doch bei anderen Medikamenten auch so. Einen Großteil der Belastung tragen derzeit die Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern. Das gesamte Personal verdient nicht nur meinen höchsten Respekt, sondern größte Hochachtung.

Wann wird die Politik hier endlich handeln und eine Verbesserung des Personalschlüssels herbeiführen? Mehr Geld wird sicher nicht der alleinige Grund für die Zufriedenheit des Personals sein. Corona wird hoffentlich nur eine vorübergehende Erscheinung sein. Wichtiger ist aus meiner Sicht, die Erhaltung unserer guten alten „Erde“. Wir schaffen es schon, dass wir uns selbst ausrotten. Den Weg dazu haben wir schon eingeschlagen. Man denke nur an die Rodungen im Regenwald. Ich sage nur: Gier frisst Hirn. Aber das wäre jetzt ein anderes Thema.

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Leserbrief von Rupert Höhendinger, Flintsbach

Von Alpha bis Omikron – wie viele werden noch kommen? Und sofort wird von unseren Experten skandiert, wie gefährlich die neueste Variante ist, wie gut und wie lang die Impfung dagegen hilft und – selten fehlt der Seitenhieb – dass nur die Ungeimpften jede Virusvariante weitertragen und die Krankenhäuser vollmachen.

Fast wie selbstverständlich wird aber nicht erwähnt, dass es Beobachtungen und Untersuchungsergebnisse gibt, die besagen, dass die Immunisierung durch Genesung den vielen Covid-Varianten besser und länger Widerstand leisten kann als die Impfung. Warum wurde der natürlichen Immunisierung von Anfang an nur eine „Lebensdauer“ von sechs Monaten gewährt, während behauptet wurde, dass eine Immunisierung durch vollständige Impfung den Schrecken beendet?

Und jetzt der nächste Hammer gegen unser evolutionär entwickeltes Immunsystem: die Zwangsimpfung! Gibt nicht die Zunahme der Allergien bei mit Medikamenten überversorgten Menschen einen Hinweis darauf, dass unser Abwehrsystem durch solche Einflussnahme gestört wird? Erweckt nicht die Tatsache, dass die Wirkung der Covid-Impfung bereits nach wenigen Monaten deutlich nachlässt, den Eindruck, dass unsere Immunabwehr dadurch geschwächt wird?

Es darf aber trotzdem nur eine Lösung diskutiert werden: boostern und auffrischen. Und damit nicht doch noch irgendwann die Erkenntnis durchsickert, dass unser Immunsystem auf natürliche Weise mit der Infektion zurechtkommt, müssen alle davon „überzeugt“ werden, sich impfen zu lassen, erst durch massive Eingriffe in die Grundrechte und (jetzt schon) unter Androhung unverhältnismäßiger Strafen für die, die sich dagegen wehren, dass ihr Abwehrsystem kaputt gespritzt wird. Schöne neue Welt – für wen?

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Leserbrief von Viola Kurz, Bad Feilnbach

Beim Lesen der Leserbriefe muss man leider erkennen, dass Corona die Gesellschaft spaltet. Aber eigentlich sind es gar nicht die Pandemie und das Virus, die uns spalten, sondern das, was wir Menschen daraus machen und wie wir damit umgehen. Vor allem die Politik und die Medien, die nur mit Pflicht und Zwang drohen, wie unser Markus Söder.

Der Leserbrief von Dr. Dieter Bauer aus Brannenburg hat mich hier auf alle Fälle mehr erreicht als all die anderen. Herr Bauer schreibt, dass unabhängige Wissenschaftler zur Vorsicht bei der Corona-Impfung mahnen – darunter auch viele Ärzte (auch im Landkreis Rosenheim). Es gibt Gründe für, aber auch viele gute Gründe gegen eine Impfung. Oberstes Gebot für einen Arzt ist es, nicht zu schaden! Das sehe ich auch so.

Wir wissen, dass es sich bei den mRNA-Impfstoffen um völlig neuartige Impfstoffe handelt. Die Langzeitstudien fehlen komplett. Auch sehe ich eine Impfung von Kindern und Jugendlichen, egal welchen Alters, als ein Verbrechen an. Und schauen wir mal, wer so etwas befürwortet und als unbedenklich ansieht: Emer Cooke, die Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), kommt aus der Pharmaindustrie. Wie heißt es so schön: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Wollen wir solchen Menschen ohne Skrupel unsere Kinder überlassen?

Ich bin nicht geimpft, stehe mit beiden Beinen voll im Leben, arbeite hart und zahle nicht gerade wenig Steuern und soziale Abgaben. Als Impfgegner verwirrt oder ungebildet bezeichnet zu werden, verbitte ich mir! Hört endlich auf, den Ungeimpften die Schuld für dieses Virus zu geben!

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Leserbrief von Volker Bastian, Flintsbach

Wir werden auch in Zukunft weiter spritzen und spritzen. Nur keiner fragt danach, was das kostet. Und wer das wohl bezahlt. Können wir uns das leisten, und wollen wir das? Es werden für Milliarden Impfkapazitäten aufgebaut, die wollen doch dann ausgelastet werden. Immer weiter so ist sicher keine Lösung, denn in Kürze sind wir alle pleite.

Leserbrief von Rainer Ostermann, Prutting

Dr. Bauer schreibt am Ende seines Leserbriefes: „Pauschal und undifferenziert eine Impfempfehlung abzugeben, verbietet sich mir“. Aber bei so ziemlich allem vorher spricht er sich gegen Impfen aus und bemüht dafür den hippokratischen Eid. Dann ist wohl allen Medizinern, die fürs Impfen sind, dieser Eid wurscht? Ist der Autor Virologe oder Epidemiologe? Meines Wissens nicht. Warum diskreditiert er dann seine Berufskollegen?

Der Doktor malt in Schwarz und nicht immer korrekt. An der mRNA-Technologie wird schon seit 20 Jahren für die Krebsbekämpfung geforscht. Neu sind nur mRNA-Impfstoffe gegen Infektionen. Und trotz Notzulassung sind alle wesentlichen Schritte eingehalten worden. Das Verfahren konnte so schnell durchgeführt werden, weil sogar die Behörden rund um die Uhr mitgearbeitet haben. Das kann man alles nachlesen.

Dr. Bauer beklagt fehlende Langzeiterfahrungen. Doch Experten sagen, Spätfolgen bei Medikamenten treten nicht erst nach Jahren, sondern nach wenigen Monaten auf, und seit Dezember 2020 erfolgten 8,2 Milliarden Impfungen. Er schreibt weiter von extrem erhöhten schwerwiegenden Impfkomplikationen, eine sehr unscharfe Formulierung: Prozentuale Angaben wären wirklich aussagefähig gewesen.

Und muss nicht ein verantwortungsbewusster Arzt neben den Risiken einer Impfung auch die Risiken benennen, die man als Ungeimpfter eingeht? Davon ist kein Wort zu finden, auch nicht von Langzeitfolgen nach Erkrankungen. Befremdlich, dass Mediziner mit einer anderen Meinung zu Corona als ihre darauf spezialisierten Kollegen an die Öffentlichkeit gehen. Ich meine, ein Arzt, der wirklich relevante Erkenntnisse gewonnen hat, sollte sich mit den Spezialisten austauschen. Ansonsten sollte er sich zurückhalten, statt die Leute zu verunsichern.

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Leserbrief von Hans Jakob Beranek, Kolbermoor

Bei den Debatten und Berichten zum Thema Corona findet eine entscheidende Begriffsverwechslung statt: eine Gleichsetzung von Experten mit Wissenschaftlern. Worin besteht der Unterschied? Alle haben studiert, eine akademische Ausbildung absolviert und sind daher Wissenschaftler, oder etwa nicht? Der Unterschied hat weder mit Promotion noch mit Habilitation zu tun, sondern er wird durch die Haltung des Betreffenden deutlich.

Man erkennt einen Wissenschaftler daran, dass er offen bleibt für andere Sichtweisen und bereit ist, eigene Sichtweisen jederzeit zu korrigieren, falls sich eine Alternative als sinnvoller erweist, um die dargestellten Sachverhalte zu beschreiben. Er ist am Meinungsaustausch interessiert und will etwas dazulernen, um seinen Horizont zu erweitern. Ein Experte hingegen ist davon überzeugt, dass er recht hat. Auf Zweifel reagiert er empfindlich.

Dann kommt es dazu, dass er seinen Gesprächspartner schnell auf eine Weise behandelt, als ob der sein Feind und somit ein Feind der Wahrheit(!) wäre. Experten sind sehr gut erkennbar, sobald sie sich als selbsternannte Universalexperten auf fremdes Terrain gewagt haben, beispielsweise wenn sich Politiker oder Journalisten auch als Experten für Epidemiologie und Statistik betrachten. Experten sind „geschlossen“ und präsentieren ihre Überzeugungen gewöhnlich als evidenzbasierte Tatsachen. Sie sind zu Meinungsmachern mutiert.

Falls es tatsächlich einen Master-Plan im „Kampf gegen die Pandemie“ gäbe: Zurückhaltende und vorsichtige Wissenschaftler kann man da aus verständlichen Gründen nicht brauchen. Diese würden ihre Forschungsergebnisse nur als vorläufiges Modell präsentieren und nicht als Tatsache, und sie würden zu eigenen Beobachtungen ermuntern. Bertrand Russel meinte einmal: „Wenn sich alle Experten einig sind, ist Vorsicht angezeigt.“

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