Frau füttert in Siegsdorf Igel und wird verwarnt – jetzt entschuldigt sich die Polizei

Igel erwachen aus Winterschlaf - Zählaktion beginnt
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Igel dürfte das freuen: Tierfreunde dürfen die Tiere beim Start nach dem Winterschlaf unterstützen. 

"Igelfüttern verstößt nicht gegen die Ausgangsbeschränkung" – unter diesem Titel hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Donnerstagnachmittag eine Pressemitteilung versandt. Sie soll richtig stellen, was am Mittwoch für ordentlich Aufruhr in der Region gesorgt hat. 

- Richtigstellung einer Pressemeldung der Polizeiinspektion Traunstein vom 15.04.2020 -

Am gestrigem Mittwoch, 15.04.2020, um 15:26 Uhr, übersandte die Polizeiinspektion Traunstein eine Pressemeldung (Anmerkung der Redaktion: Darin ging es um eine Frau aus Siegsdorf, der vorgeworfen wurde, die Ausgangsbeschränkungen zu umgehen, indem sie draußen Igel fütterte. 

Die Frau zeigte sich der verwarnenden Polizei gegenüber offensichtlich uneinsichtig, ihr wurde ein Bußgeld von mindestens 150 Euro angedroht)

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Kein Bußgeld fürs Wildtierfüttern

Der in der Pressemeldung geschilderte Vorfall wurde im Rahmen einer juristischen Bewertung durch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nach Bekanntwerden geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Tierfreundin, die in zwei der Polizei bekannt gewordenen Fällen im Wald Futter für Igel ausgelegt hatte, nicht gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen hat. 

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Somit hat sie auch kein Bußgeld zu befürchten. Die Einstellung der beiden Bußgeldverfahren bei der zuständigen Verfolgungsbehörde wird seitens der Polizei veranlasst. 

Anruf von der Polizei

Polizeivizepräsidentin Eva Schichl meldete sich heute telefonisch bei der Betroffenen und drückte ihr Bedauern über den Vorfall aus. Die Frau freute sich sehr über den Anruf und die Mitteilung zum Ergebnis der rechtlichen Überprüfung durch das Polizeipräsidium. 

Fehleinschätzung in Sachen Ausgangsbeschränkung

Polizeipräsident Robert Kopp: „Die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd führen seit dem 21.03.2020 tagtäglich tausende von Kontrollen zur Überwachung der Ausgangsbeschränkung unter einer sich ständig fortentwickelnden Lage durch und haben dabei Augenmaß und viel Fingerspitzengefühl bewiesen. Dass es in diesem konkreten Fall nun zu einer Fehleinschätzung gekommen ist, bedauern wir ausdrücklich.“ 

Bürger hatten Giftköder befürchtet und Polizei alarmiert

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erlaubt sich abschließend, in diesem Zusammenhang auf die vorrangige Intention der Pressemeldung der Traunsteiner Polizei von gestern hinzuweisen. Auf Grund des Auslegens von Futter in Form von Fleischbrocken für die Igel herrschte seit längerer Zeit schon große Verunsicherung in der Bevölkerung rund um Siegsdorf. Mehrere besorgte Bürgerinnen und Bürger hatten sich an die Polizeiinspektion Traunstein gewandt, da sie befürchteten, es könnten Giftköder ausgelegt worden sein. Diese beunruhigenden Hinweise aus der Bevölkerung konnte die Polizei nicht ignorieren. Die Verdachtsmomente konnten seitens der Polizei jedoch dahingehend entkräftet werden, dass von den ausgelegten Fleischbrocken keine Gefahr für Tiere ausgehe.

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