ANGEHÖRIGE VON GETÖTETER SOPHIA L. KRITISIEREN POLIZEI

„Sie vergrößern das Leid“

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Ansbach/Madrid – Nach wochenlanger Suche herrscht nun Gewissheit über den Tod der vermissten Studentin Sophia L., die wohl von einem marokkanischen Lkw-Fahrer (41) umgebracht wurde, bei dem sie als Anhalterin mitgefahren war.

Freunde und Angehörige der Studentin üben nun deutliche Kritik an der Polizei. Als sie Sophia L. als vermisst gemeldet hätten, habe die Polizei, anstatt ihre Sorgen ernstzunehmen, „mit Verletzungen“ reagiert und sich auf Verordnungen berufen, „die es nicht gibt“. Es habe tagelanger Streit geherrscht, welche Dienststelle zuständig sei. „Wir wünschen uns ernsthafte polizeiliche Ermittlungen, warten Sie nicht, bis Freund*innen und Angehörige aus purer Verzweiflung alles selbst ermittelt haben“, heißt es in einem offenen Schreiben im Internet, das unter anderem der Bruder der Getöteten unterzeichnet hat. Er hatte nach eigener Aussage den verdächtigen Lkw-Fahrer in Spanien ausfindig gemacht. „Wenn das nächste Mal verzweifelte Menschen zu Ihnen kommen, dann sprechen Sie mit ihnen“, heißt es in dem Text weiter, „informieren Sie und verschweigen Sie ihnen nichts. Sie vergrößern und verlängern ihr Leid nur unnötig“.

Aus dem Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth heißt es auf Anfrage, die Vorwürfe seien bekannt, „äußern werden wir uns als ermittelnde Behörde allerdings nicht“. Die Polizeidirektion Leipzig, die anfangs in dem Fall ermittelt hatte, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.  ja

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